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INTO THE FOREST | Wieder einmal sieht die Zukunft nicht rosig aus

Was zunächst nach einem harmlosen Stromausfall aussieht, entwickelt sich alsbald zu einer apokalyptischen Katastrophe. Die Schwestern Nell und Eva suchen Zuflucht in einer entlegenen Waldhütte ihres Vaters, nichts ahnend was sie INTO THE FOREST fortan erwartet: Zusammenbruch, Apokalypse und Überleben.

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© Capelight Pictures

Inhalt

Kein Strom, kein Wasser, kein Handysignal: In der nahen Zukunft geht es für die beiden Schwestern Nell (Ellen Page) und Eva (Evan Rachel Wood) in der Wildnis Nordkaliforniens nur um eine Sache – das nackte Überleben. Nachdem die Gesellschaft zusammengebrochen ist, flüchteten sie sich in eine verlassene Unterkunft im Wald. Als die Vorräte der beiden eines Tages schließlich zur Neige gehen, wird ihr Zusammenhalt wichtiger denn je. Als sie schließlich das Gerücht aufschnappen, dass die Erde am Rande einer globalen Apokalypse steht, beginnt ein erbitterter Kampf gegen ungebetene Gäste, ausbrechende Krankheiten, extremes Hungergefühl und niederschmetternde Einsamkeit.

Kritik

Wenn man Schlüsselbegriffe wie Frauen allein im Wald, Apokalypse und Überlebenskampf hört, mag das im ersten Moment recht vielversprechend klingen. Dieser Optimismus fußt auf zwei wirklich guten Hauptdarstellern, denn was Ellen Page und Evan Rachel Wood mit der Bedrohung vor ihrer Waldhütte anfangen, ist wirklich beachtlich und kaschiert gewisse Mängel im Drehbuch. Erfreulich ist, dass wir durch fehlende Weltuntergangsszenarien nicht abgelenkt werden, sondern uns gänzlich auf die beiden Schwestern konzentrieren dürfen. Dies schafft ein beklemmendes Gefühl und lässt uns die Angst wesentlich intensiver spüren. Die apokalyptische Bedrohnung wird allenfalls über einzelne Protagonisten in die unmittelbare Nähe von Nell und Eva gebracht. Kleine Bienenstiche auf einer großen Haut, die jedoch ihre Wirkung nicht verfehlen. Somit erhält INTO THE FOREST einen kleinen Touch eines Home Invasion-Films, was natürlich in Anbetracht der Gegebenheiten zusätzlich Würze verleiht. Was sonst so die ca. 100 Minuten passiert bleibt dann doch auch ein Stück geheimnisvoll und nicht immer ganz logisch. Wenn gleich Into the Forest den klassischen Konventionen eines Endzeit-Thrillers folgt: wir bekommen u.a. Kapiteleinblendungen, die zeitliche Abschnitte kurz beschreiben. Dies ist insofern hilfreich, denn man muss ja etwas Zeit vergehen lassen, um der Dramatik und der Geschichte Nahrung zu geben und damit auch den Zuschauer wie bei einer Serie dauerhaft zu binden („Man möchte ja wissen, wie es weitergeht“). Leider liegt darin aber auch der größte Fehler des Films verborgen, denn es werden wahllos Zeitsprünge vorgenommen, aber oh Wunder verändern sich weder Figuren noch ist die Gesamtsituation wirklich anders. Da muss ich mich auch den Meinungen einiger Kollegen anschließen, ist die Tatsache, dass einfach mal der Winter übersprungen wird. Eine Jahreszeit die aufgrund ihre eiskalten Begebenheiten zusätzlich das nackte Überleben fördert, vor allem unter der Prämisse: kein Wasser, kein Strom, kein Handysignal. Somit verabschiedet sich die eigentlich größte Herausforderung aus dem Spiel. Sicherlich hat Regisseurin Patricia Rozema viele gute Ansätze aus Jean Heglands Bestseller adaptiert, doch erreicht er niemals ein gewisses Level an Spannung. Vielmehr dümpelt die Geschichte bis zum Ende dahin und verliert dann doch an Reiz, weil abgesehen von den Bienenstichen die durch einzelne Protagonisten gesetzt werden, passiert nicht wirklich viel. Dies wird auch schon bereits im Trailer deutlich, denn der ist ebenfalls langweilig geschnitten und erzählt fast schon die besten Szenen des Films. So sehr wie ich Ellen Page und Evan Rachel Wood eine gute Leistung attestiere, so enttäuscht bin ich vom Gesamtwerk Into the Forest, da wäre sicherlich mehr drin gewesen – vor allem mit den Voraussetzungen.

Fazit: Zwei tolle Darsteller allein reichen nicht aus, um einen Film zu retten. Into the Forest verfolgt viele Ansätze, die aber nie ganz weiter verfolgt werden. Was zu Beginn überaus spannend erzählt wird, verkommt im weiteren Verlauf zu einer Geschwister-Krise im Wald mit der Apokalypse im Busch. Somit bleibt der Film hinter seinen Erwartungen und ist allenfalls für Zuschauer geeignet, die mit Horror nichts anfangen können, aber nichts gegen eine seichte Ode des Weltuntergangs haben. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Into the Forest
Produktionsland/-jahr:   CA 2015
Laufzeit:                101 min
Genre:                   Drama, Sci-Fi, Thriller

Regie:                   Patricia Rozema
Drehbuch:                Patricia Rozema, Jean Hegland (Buch)
Kamera:                  Daniel Grant

Kinostart:               -
Home Entertainment:      17. Februar 2017

Verleih:                 Capelight Pictures

(Quelle: capelightpictures)

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