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SWISS ARMY MAN | Die Geschichte vom liebenswerten Hank und seiner lebensbejahenden Leiche

In der surrealen Tragikomödie SWISS ARMY MAN mit Paul Dano und Daniel Radcliffe findet ein Mann auf einer einsamen Insel einen ungewöhnlichen neuen Freund, nämlich eine aufgeblähte Leiche.

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© Capelight Pictures

Inhalt

Hank (Paul Dano) ist auf einer einsamen Insel gestrandet. In der Wildnis versucht er, so lange wie möglich zu überleben, doch die Hoffnung auf Hilfe schwindet von Tag zu Tag. Ohne den Glauben an Rettung sieht Hank keinen anderen Ausweg, als Selbstmord zu begehen. Kurz vorher aber entdeckt er überraschend die Leiche eines jungen Mannes (Daniel Radcliffe), die vom Meer an den Strand gespült wurde. Auch wenn es ein Toter ist, der noch dazu andauernd furzt – der gestrandete, blasse Körper ist der erste seit langer Zeit, den Hank zu Gesicht bekommt. Er gibt dem Toten kurzerhand den Namen Manny und freundet sich mit ihm an. Bald darauf beginnt Manny sogar zu sprechen – und sich als nützliches, menschliches Schweizer Taschenmesser zu erweisen, mit dem man jagen und auf dem man Wasserski fahren kann! Zusammen starten die neuen Freunde eine surreale Reise, bei der es nur ein Ziel gibt: Heimkehr.

Kritik

Cast Away – Verschollen zerschellt bei rauer See an den spitzen Felsen einer abgelegenen Insel im Nirgendwo. An diesem Ort treffen sich eine lebendige und eine tote Persönlichkeit zum Kaffeekränzchen und beratschlagen sich, wie sie diese verlassene Insel jemals wieder verlassen können. Paul Dano mimt den Gestrandeten, dessen Hoffnung auf den schlaffen Schultern einer Leiche ruhen. Wer hätte gedacht, dass in einer Leiche so viel Leben stecken könnte. Das Zusammenspiel ist eine Weiterentwicklung von Tom Hanks einstiger Verkörperung, der nichts hatte außer einen Volleyball namens Wilson. Das war damals ein Erfolg, denn die Mischung aus Beklemmung, Faszination am persönlichen Schicksal und der Wille zu überleben, waren packend und sind es immer noch. In SWISS ARMY MAN verkommt der Ernsthaftigkeit in Spaß, die jedoch die Wunden des gebeutelten Hank heilen. Er flüchtet sich in eine surreale Welt der Unterhaltung, was soll man sonst auch machen, als einziger Mensch – der lebt. Sein neuer bester Freund die Leiche, verwandelt sich in seinem Trugbild zum rettenden Arm, an dem man sich hochziehen kann. Der Tod hilft dem Lebenden; ganz gleich inwiefern Halluzination, Verzweiflung und Hoffnung sich die Klinke in die Hand geben, Swiss Army Man ist kein gewöhnlicher 08/15-Film. Er bricht mit den typischen Hollywood-Konventionen und das Regie-Duo Kwan und Scheinert erfinden dabei irgendwie das Rad neu. Wenngleich der Film in seiner gesamten Schönheit auch anstößig und eklig sein kann, so ist er erfrischend anders und anders ist in diesem Fall wirklich gut.

Fazit: Mit welcher Hingabe Radcliffe die Leiche spielt, verdient im Geheimen einen Oscar. Die witzigen und nachdenklichen Momente zwischen Hank und der Leiche sind kultverdächtig und der so dringend benötigte frische Wind in der Mainstream-Domäne. 


FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Swiss Army Man
Produktionsland/-jahr:   US 2016
Laufzeit:                97 min
Genre:                   Drama, Komödie, Abenteuer

Regie:                   Daniel Kwan, Daniel Scheinert
Drehbuch:                Daniel Kwan, Daniel Scheinert
Kamera:                  Larkin Seiple

Kinostart:               13. Oktober 2016
Home Entertainment:      23. Februar 2017

Verleih:                 Capelight Pictures

(Quelle: capelightpictures)

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