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NICHTS ZU VERSCHENKEN | Im Geiz liegt der Reiz

Dany Boon, der Star aus Willkommen bei den Sch’tis, spielt in der Komödie NICHTS ZU VERSCHENKEN einen eingefleischten Geizkragen, der sich jeden Genuss verkneift und jeden vor den Kopf stößt – bis er irrtümlich für einen Wohltäter gehalten wird.

Nichts zu verschenken

© Wild Bunch Germany

Inhalt

Violinist François Gautier (Dany Boon) ist nicht nur hervorragend in seinem Fach, sondern auch ein Geizkragen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Geld zu sparen verschafft ihm Glückseligkeit, Geld auszugeben bringt ihn ins Schwitzen. Er wendet täglich Unmengen an Einfallsreichtum auf, um dies zu vertuschen und ein halbwegs normales Sozialleben zu führen. Als jedoch eines Tages die 16-jährige Laura (Noémie Schmidt) vor seiner Tür steht und ihm offenbart, dass sie seine Tochter ist, sieht sich François mit einer Lawine an Problemen konfrontiert. Vor allem, als sich herausstellt, dass Laura eine Idee im Kopf hat, die ihn sehr teuer zu stehen kommen könnte. Zudem bringt die plötzliche Zuneigung der Cellistin Valérie (Laurence Arné) nicht nur François Gefühlswelt, sondern auch seine Sparpraxis durcheinander. Denn, so glaubt er, Romantik kostet…

Kritik

Irgendwie vermisst man die cholerischen Wutausbrüche eines kleinen Franzosen namens Louis de Funés. Der König des französischen Kinos der 1960er- und 1970er-Jahre hat ein großes Erbe hinterlassen und kaum einer trat bisher so wirklich in dessen Fußstapfen. Sicherlich gibt es Größen wie Pierre Richard, Gérard Depardieu oder Jean-Paul Belmondo die anfänglich das Potential besaßen an de Funés Darbietung heranzureichen, doch war es nicht annähernd so gut. Erst zur Jahrtausendwende taten sich neue Sterne am Horizont auf, die komödiantisch das Zeug hatten, den witzig-spritzigen Comedian de Funés zu beerben. Allen voran Omar Sy und Dany Boon gehören zu dieser Generation. Wesentlich abgedrehter präsentierte sich aber Boon in seinen Rollen, so dass er nicht selten mit seinem berühmten und leider verstorbenen Landsmann verglichen wird. Komödie aus Frankreich sind nicht selten nur wegen Boon überaus erfolgreich und so ist es auch kein Wunder, dass sein neuster Film NICHTS ZU VERSCHENKEN erneut das Potential zum Kassenschlager besitzt. In Frankreich wurde er gefeiert und in Deutschland kommen wir nun auch endlich in den Genuss. Französische Komödien erfreuen sich hierzulande ebenfalls einer wachsenden Fangemeinde. Zum Glück ist neues Futter unterwegs. Nichts zu verschenken ist wie immer herrlich komisch und leicht erzählt, wobei einige Gags sicherlich etwas abgedroschen wirken. Dies mag in erster Linie an der Synchronisation liegen. In der französischen Original-Fassung funktioniert der landestypische Charme wesentlich besser und auch der Humor kommt viel stärker zum Tragen. In der deutschen Version geht eben dieser verloren bzw. wirkt weniger stark. Doch Nichts zu verschenken ist nicht der erste Film, der unter seiner Synchro erheblich abbaut. Vielleicht einigt man sich auf einen Kompromiss und schaut den Film mit deutschen Untertiteln, wobei nicht jeder ein Freund der französischen Sprache ist. Zu mal auch sehr schnell gesprochen wird. Nichtsdestotrotz lebt der Film von einem griesgrämigen Dany Boon als übersensibilisierter Geizhals, der ungewollt zum vermeintlichen Wohltäter mutiert. Hier schlummerte deutlich mehr Potential in der Handlung als schlussendlich auf die Leinwand projiziert wurde. Den einst so geschätzten Choleriker de Funés wird hier ein Dany Boon nur bedingt gerecht, was vielleicht aber auch an der Führung Fred Cavayé liegen mag. Der lässt seine Darsteller zu selten in den Anarcho-Modus switchen, dies hätte dem Storybackground sicherlich gut getan. Zu zart beseitet spielen sich Boon und Laurence sowie Schmidt die Wörter zu. Etwas lockerer die Zügel halten und seinen Darstellern den Raum zur Entfaltung geben. Dann wäre deutlich mehr drin gewesen.

Fazit: Eigentlich funktioniert mittlerweile jede Komödie aus dem Nachbarland auch bei uns. Dany Boon ist ein Besuchermagnet und das beweist er auch in Nichts zu verschenken. Wenngleich wir hier einen mehr als soliden Film serviert bekommen, bleibt ein bisschen das Croissant im Halse stecken in Anbetracht der mit Handbremse inszenierten Geschichte. Ein Fünkchen mehr Mut zu den Darstellern hätte einen erstklassigen Film erzeugt. 

FSK ab 0 (weiß)Originaltitel:           Radin!
Produktionsland/-jahr:   FR 2016
Laufzeit:                89 min
Genre:                   Komödie

Regie:                   Fred Cavayé
Drehbuch:                Laurent Turner, Nicolas Cuche
Kamera:                  Laurent Dailland

Kinostart:               6. April 2017
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Wild Bunch Germany

(Quelle: Wild Bunch Germany)

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