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GIRL ON THE TRAIN | Was hat sie gesehen?

Ein Blick aus dem Fenster eines fahrenden Zuges und schon kennt man die dunkelsten Geheimnisse seiner Nachbarschaft. In GIRL ON THE TRAIN fährt Emily Blunt gemütlich mit dem Zug und wird Zeuge von Schicksalen, die sie bald selber einholen werden.

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© Constantin Film

Inhalt

Rachel (Emily Blunt) ist nach ihrer Scheidung am Boden zerstört. Ihren täglichen Weg zur Arbeit verbringt sie damit, über das vermeintlich perfekte Paar zu phantasieren. Jeden Morgen passiert ihr Zug eine Reihe von Einfamilienhäusern, immer wieder beobachtet Rachel die Menschen in ihrem Zuhause und jedes Mal flüchtet sie sich dabei in eine Traumwelt. Besonders ein Paar hat es Rachel angetan, in ihrer Vorstellung führen die beiden ein perfektes Leben. Doch eines Morgens beobachtet Rachel etwas Schockierendes. Als sie kurz darauf aus der Zeitung erfährt, dass genau die Frau, die sie tagtäglich beobachtet, verschwunden ist, wendet sie sich an die Polizei. Unaufhaltsam wird Rachel immer tiefer in ein Labyrinth aus Lügen, Träumen, Wunschvorstellungen und realer Gefahr verwoben und schon bald droht die Heldin dem Wahnsinn zu verfallen…

Kritik

Ich bin keine Leseratte, dies habe ich nicht selten zum Ausdruck gebracht und deshalb ziehe ich auch keine Vergleiche von Buch und Film. GIRL ON THE TRAIN wird ausschließlich die Filmversion von mir berücksichtigt und auf Herz und Nieren analysiert. Was ich sah, ist ein inhaltlich gut gemachter Krimi-Film, der zweifellos von der herausragenden Leistung Emily Blunts lebt und leider weniger von dem Können Tate Taylors, der es einfach nicht geschafft hat, die Seifenoper aus der Geschichte herauszunehmen. Sicherlich ist eine Seifenoper selten so spannend, aber dieser fade Beigeschmack ist bitter. Es wird zudem der Anschein erweckt, dass die gesamte Nachbarschaft ein Verhältnis hatte und somit eine gemeinsame Vergangenheit besitzt. Wobei sicherlich Taylor für diesen Einschlag weniger kann und diese Abstrusität eher dem Drehbuch zu verdanken ist. Girl on the Train ist auf vielen Ebenen ein spannendes Werk, in der Emily Blunt als Rachel so vielschichtig ihre Rolle spielt. Es gibt Momente, da möchte man sie trösten. Es gibt Momente, in der wir uns von ihrer obsessiven Entschlossenheit verängstigt fühlen. Indes spielt ihr Pendant Justin Theroux den Prince Charming. Fürsorglich und scheinbar tadellos, aber unter dem Strich unglaubwürdiger als Rachel. Nichtsdestotrotz ergänzt er damit die Handlung entscheidend. Somit können seine Charakterzüge nicht negativ zu lasten fallen, wenn sie doch allgemein förderlich ist. Man braucht auch starke Darsteller, die ihre Rollen ernstnehmen. In einem Film, dessen Dramaturgie so verschachtelt ist und atmosphärisch dicht inszeniert wurden, bilden sie zu meist den roten Faden. Viel negatives kann man Girl on the Train nicht vorwerfen, wenn man unter dem Strich unterhalten wurde.

Fazit: Spannende, gut gespielte Verfilmung des Buchbestsellers von Paula Hawkins, die einzig unter dem vermeintlich starken Geschlecht kränkelt – zu steif und uninspiriert spielen sie neben starken Frauen ihr Rollen runter. Es dient der Handlung, aber der Kenner wird sich davon im Genuss beeinträchtigt fühlen. 

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Girl on the Train
Produktionsland/-jahr:   US 2016
Laufzeit:                112 min
Genre:                   Krimi, Drama, Mystery

Regie:                   Tate Taylor
Drehbuch:                Erin Cressida Wilson, Paula Hawkins (Buch)
Kamera:                  Charlotte Bruus Christensen

Kinostart:               27. Oktober 2016
Home Entertainment:      6. April 2017

Verleih:                 Constantin Film

(Quelle: Constantin Film)

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