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EINSAMKEIT UND SEX UND MITLEID | Das Abbild einer Nation?

EINSAMKEIT UND SEX UND MITLEID ist eine provokante Komödie über die Schwierigkeiten, eine glückliche Beziehung zu leben. Ein Schuhdiebstahl im ICE bildet den Auftakt eines wilden Kaleidoskops von Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichsten Großstadtmenschen, die in diesem Film lustvoll wie in einem Spinnennetz zappeln.

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© X-Verleih

Inhalt

Im Herzen einer deutschen Großstadt prallen die Leben einer Reihe jüngerer und älterer Bewohner jener Stadt zusammen: Da ist etwa der Supermarktleiter Uwe (Peter Schneider), der sich tagsüber in seinem Laden mit dem ehemaligen Lehrer Ecki (Bernhard Schütz) streitet und übers Internet die Künstlerin Janine (Katja Bürkle) kennengelernt hat, während seine Ex-Frau, die Ärztin Julia (Eva Löbau), übers Internet an den Callboy Vincent gerät, der wiederum ein spezielles Abkommen mit seiner Freundin Vivian (Lara Mandoki) hat. Auch Vincent und Ecki haben eine Verbindung: Die beiden wohnen in derselben Etage, wo Ecki einen Anger Room betreibt, in dem sich Familienvater und Hobby-Imker Robert (Rainer Bock) gerne austobt, der gerade von Janine porträtiert wird. Und dann ist da noch die Dreiecksbeziehung zwischen den Teenagern Swentja (Lilly Wiedemann), Mahmud (Hussein Eliraqui) und Johannes (Aaron Hilmer)…

Kritik

EINSAMKEIT UND SEX UND MITLEID könnte visuell auch aus der Feder des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar stammen. Ein Chargieren im Bevölkerungsquerschnitt, in denen die Protagonisten alle ihre Laster haben, vielleicht übertreiben, aber dennoch recht behalten. In unser schnelllebigen Gesellschaft befindet sich fast jeden mindestens einmal am Tag am Rande eines Nervenzusammenbruchs, aber ist das wirklich so? Wir erleben einen Supermarktleiter, Ex-Lehrer, Callboy, Polizist, Künstlerin, Ärztin und drei Teenager in der Pubertät. Jeder auf seinem Weg erfolgreich oder auch nicht. Sie haben Probleme, sind einsam, haben Sex und ernten damit viel Mitleid. Der Titel ist also Programm. Jeder ist auf der Suche nach seinem persönlichen Glück, doch kaum einer der Protagonisten weiß eigentlich, was Glück ist. Die Charakterzeichnungen sind witzig und erweisen sich als Clou. Wir finden sie sympathisch, weil sie uns wiederspiegeln. Ihr alltägliches Leben, wie sehr dieses uns zur Verzweiflung bringen kann, wo wir am Rande des Nervenzusammenbruchs wieder gelangen. Da verzweifelt etwa einer, weil seine Lieblingswurst aus dem Sortiment des Supermarkts genommen wurde. Ein anderer wird fast irre, weil ihn die sexuellen Ansprüche seiner Partnerin überfordern. Der Nächste leidet an den Anforderungen einer obskuren Sekte, der er sich anvertraut hat. Das Ende driftet dann völlig ab ins Dramatische. Es wird bitterböse und schwarz-humorisch. Dann werden wir Zeugen, wie sich unsere „Gorßstadthelden“ zwischen Dating-Portalen im Internet, Sex-Spielchen auf missbrauchten Behinderten-Toiletten und völlig wirkungslosen Anti-Aggressionskursen bewegen und damit sichtlich überfordert sind. Alle behauptete Tiefsinnigkeit der Protagonisten wird als unfreundliche Sturheit aufgedeckt. Für Momente bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Das macht den Film weit über den Kinobesuch hinaus wirksam und lässt uns auf unser eigenes Leben fragend blicken.

Fazit: Die Qualität der wie in einem Feuerwerk abgeschossenen Gags reicht von albern bis anspruchsvoll, surreal bis satirisch. Die Pointen landen gelegentlich unter der Gürtellinie, meist aber mitten im Herz der Zuschauer.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Einsamkeit und Sex und Mitleid
Produktionsland/-jahr:   DE 2017
Laufzeit:                119 min
Genre:                   Drama, Komödie

Regie:                   Lars Montag
Drehbuch:                Lars Montag, Helmut Krausser
Kamera:                  Mathias Neumann

Kinostart:               4. Mai 2017
Home Entertainment:      -

Verleih:                 X-Verleih

(Quelle:  xverleih)

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