Annabelle 2

ANNABELLE 2 | Die Geburt einer mörderischen Puppe

In ANNABELLE 2 nehmen ein Puppenmacher und seine Frau etliche Jahre nach dem tragischen Tod ihrer kleinen Tochter Gäste auf: Die Nonne und mehrere Mädchen kommen aus einem abgeschiedenen Waisenhaus. Schon bald geraten sie ins Visier von Annabelle, der besessenen Schöpfung des Puppenmachers.

ANNABELLE 2

© Warner Bros.

Inhalt

Die siebenjährige Tochter von Puppenmacher Sam (Anthony LaPaglia) und Ehefrau Esther Mullins (Miranda Otto) stirbt bei einem tragischen Unfall. Zwölf Jahre später nehmen Sam und Esther, immer noch traurig wegen ihres Verlusts, die Nonne Charlotte (Stephanie Sigman) und sechs Waisenmädchen in ihrem kalifornischen Farmhaus auf. Die älteren Mädels schlafen in einem großen Gemeinschaftsraum, während die jüngeren – die Polio-kranke Janice (Talitha Bateman) und ihre beste Freundin Linda (Lulu Wilson) – in einem Etagenbett im ehemaligen Nähzimmer unterkommen, wo Puppenkostüme gemacht wurden. Sam Mullins hat zwei wichtige Regeln: Das Schlafzimmer, in dem sich Esther von der Welt zurückgezogen hat, darf nie betreten werden – und der verschlossene Raum oben auch nicht. Bald beginnt es für die Neuankömmlinge, sehr unheimlich zu werden…

Kritik

In Conjuring wurde der Mythos um „Annabelle“ geschaffen. Die Faszination um die besessene Puppe bekam 2014 sein Spin-off und begeisterte Millionen Kinobesucher. In Zeiten der Hollywood’schen Story-Stagnation leidet vor allem der Horror. Mangelnde Kreativität und Individualität lassen vor allem die dunklen Abgründe des Films massiv leiden. Immer schwerer wird es, Menschen mit einer Gruselgeschichte ins Kino zu locken. Teen-Horror wie Scream oder auch die Found-Footage-Ära brachten über einige Jahre den gewünschten Effekt und spülten Geld in die Kasse der Produzenten. Danach hielt man sich massiv mit neuen Interpretationen auf und verrannte sich in Fortsetzungen. Durch das Wirken von James Wan, der SAW ein Gesicht gab und mit Conjuring den Hauten-House-Movie wieder populärer Machte, quasi die Renaissance dieses Genre-Ablegers wieder salonfähig machte, erlebt der Horrorfilm wieder starke, aufstrebende Zeiten. Annabelle spielte 2014 weit über 200 Millionen US-Dollar ein und avancierte damit zum zweiterfolgreichsten Franchise der letzten Jahre – neben Conjuring und Insidious. Es tut sich was. Somit war es nicht verwunderlich, dass die mörderische Puppe eine Fortsetzung bekommt und was für eine.

Wirklich neues präsentiert uns Lights Out-Regisseur David F. Sandberg nicht, beweist aber dennoch seine Affinität zum Horrorgenre. Im Vergleich zum ersten Teil präsentiert sich ANNABELLE 2 aufgeräumter und visuell deutlich stärker. Dabei setzt der Film vor allem auf Jump Scares, auf jede Menge Jump Scares, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ein Spaziergang ist das Prequel zur Geschichte der Puppe nicht, reicht aber dennoch nicht an die Qualität der Conjuring-Filme heran. Ein Hauptgrund sind die eindimensionalen Charaktere, die keine emotionale Bindung zu lassen. Einzig Janice und Linda können Abhilfe schaffen. Auch mangelnd es an einer gewissen Eigenständigkeit. Fliegendes Mobiliar oder wackelnde Wände kennt man und erfüllt aber immerhin seinen Zweck. Pluspunkte sammelt der Film durch jene Jump Scares und die versteckten Easter-Eggs, die Fans der Filmreihe begeistern wird. Hinzu kommt der grandiose Sound und das eindrucksvolle Setting. Zwei Faktoren, die ein Horrorfilm braucht, um erfolgreich zu sein. Wohl dosiert und gut abgemischt mit der Handlung ergibt sich ein schrecklicher Cocktail, der den Dämon niemals gänzlich offenbart und allein durch die Puppe sein visuelles Bild in der Realität erhält. Eine Puppe, die in ihrer reinsten Form, angsteinflößend ist und allein deswegen die Gänsehaut förmlich provoziert.

Fazit: Das „Conjuring-Cinematic-Universe“ hat mit „Annabelle“ ein starkes Zugpferd in den Reihen, dass durch die Fortsetzung des Puppen-Dämons neue Lebensgeister eingehaucht bekommt. Sandberg setzt auf Altbewährtes und fährt damit richtig. Leute, die sich gruseln wollen, erleben eine regelrechte Auferstehung des Jump Scares. Die Intensität, die uns erfasst, schafft über 100 Minuten unerträglichen Horror, der begeistert. Die Puppe könnte zum Kult werden.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Annabelle: Creation
Produktionsland/-jahr:   US 2017
Laufzeit:                109 min
Genre:                   Horror, Mystery, Thriller

Regie:                   David F. Sandberg
Drehbuch:                Gary Dauberman
Kamera:                  Maxime Alexandre 

Kinostart:               24. August 2017
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Warner Bros. Germany

(Quelle:  Warner Bros. DE)

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