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SCHLOSS AUS GLAS | Die Biografie des alten amerikanischen Traums

Mit ihrem Bestseller-Roman „Schloss aus Glas“ begeisterte Jeannette Walls die Massen. Die US-Schriftstellerin erzählt in ihrem autobiographischen Erstlingswerk von ihrer Kindheit und Jugend. Nun wurde die ergreifende Geschichte mit einer namenhaften Hollywood-Garde, unter anderem mit Brie Larson und Woody Harrelson, verfilmt.

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© STUDIOCANAL

Inhalt

Für Jeanette (Brie Larson) ist das Leben ein großes Abenteuer. Ihr Vater Rex (Woody Harrelson) holt ihr die Sterne vom Himmel und verjagt die Dämonen, die sie nachts im Traum verfolgen. Was macht es da schon, mit leerem Magen ins Bett zu gehen, eine eigensinnige Künstlermutter (Naomi Watts) ertragen zu müssen oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen den Wohnort zu wechseln. Sie ist ein glückliches Kind. Doch mit der Zeit können auch die hoffnungsvollen Geschichten des alkoholkranken Vaters nicht mehr von der bitteren Armut ablenken, in der Jeannette und ihr Familie leben, und das Lügengebäude der Eltern erweist sich als ebenso zerbrechlich wie das Schloss aus Glass, das Rex seiner Tochter jahrelang verspricht zu bauen…

Kritik

Anders als in Deutschland existiert in den USA keine Schulpflicht. Die Eltern können nach Belieben ihre Kinder zu hause unterrichten, solange sie genügend staatliche Tests bestehen. Für manche Familien ein reizvolles System, dass ein Leben fernab der Gesellschaft und potentieller negativer Einflüsse möglich macht. Doch wo gehobelt wird, fallen auch Späne und jedes System hat eine Lücke – die jedoch nicht zwingend gefüllt werden muss, wie das Leben der Jeanette Walls beweist. Ihr autobiografisches Werk „Schloss aus Glas“ begeisterte die Amerikaner über Jahre. Der Erfolg im Leben und als Bestseller spricht für sich, wahrscheinlich weil viele Amerikaner sich ein Leben zwischen Freiheit und Pflichten wünschen. Die mittlerweile 57-jährige Walls erzählt in ihrem Werk von ihrer ungewöhnlichen Kindheit. Vom Unterrichtsstoff „Leben“ statt Mathe. Ihr Vater wird in der Verfilmung SCHLOSS AUS GLAS von facettenreichen Woody Harrelson verkörpert, dessen Antlitz eine wahre Bereicherung ist. Er sog Walls Vater in sich auf und zeigt genau da, was wir von einem Freigeist erwarten. Er verliert kein gutes Wort an die Stadtmenschen. Doch völlig im Reinen mit sich selbst ist er jedoch nicht, denn der Alkoholismus und kontinuierliche Geldnot zwingen den Vater an den Rand der Existenz. Dennoch wird er nicht müde zu betonen, seiner Familie ein Schloss aus Glas zu erbauen und so trägt er die Baupläne immer bei sich. Für ihn ein Ziel, eine Ablenkung, die sich in unserer Welt bewert haben, wenn die Sorgen am größten sind.

So liebevoll und aufmerksam der Vater ist, so zurückhaltend und mit sich selber beschäftigt, ist die Mutter. Naomi Watts spielt Rose Mary, Mutter von Jeanette, und lebt als Künstlerin in ihrer eigenen Welt, wenngleich sie das Schicksal der gesamten Familie teilt: ein Nomadenleben. Schloss aus Glas lässt sich wunderbar mit Captain Fantastic vergleichen. Porträtiert werden Aussteigerfamilien, doch ist das Erlebte in Schloss aus Glas deutlich düsterer und nicht so bunt gezeichnet. In diesem Zusammenhang spreche ich vielleicht vom unpassenden Wort „ernsthafter“ – ungeschönter, realitätsnaher. Der Film führt neben der Kindheit auch durch weitere Lebensabschnitte Jeanettes. Gleich drei Darsteller verkörpern Jeanette Walls, wobei die finale Skizzierung mit Brie Larson den Löwenanteil ausmacht und ebenso überzeugt, wie der Rest des Casts. Als 17-Jährige verlässt sie die Obhut der Eltern und schlägt sich nach New York zu ihrer älteren Schwester Lori durch. Hier holt Jeanette ihren Abschuss nach und wird Journalistin. Denn trotz der vielen Umzüge und Schulwechsel sind alle Kinder der Familie mit Intelligenz gesegnet. Als erwachsene, erfolgreiche Frau versucht Jeannette schließlich, ihren Platz zwischen dem allumgebenen Freigeist der Eltern und ihrem neuen, ganz anderen Leben als erfolgreiche Journalisten zu finden.

Fazit: Was lehrt uns also das Leben der Jeanette Walls? Du bekommst von den Eltern viel in die Wiege gelegt, doch liegt es am Ende an dir, was du daraus machst. Wie sehr man sich mit dem Freigeist der Eltern arrangiert und schließlich wie viel man selbst davon haben möchte. Ist die Bestimmung eine andere, dann sei selbst frei genug, deinen eigenen Weg zu gehen.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           The Glass Castle
Produktionsland/-jahr:   US 2017
Laufzeit:                127 min
Genre:                   Biografie, Drama

Regie:                   Destin Daniel Cretton
Drehbuch:                Destin Daniel Cretton, Andrew Lanham
Kamera:                  Brett Pawlak 

Kinostart:               21. September 2017
Home Entertainment:      -

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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