RED DEAD REDEMPTION 2

RED DEAD REDEMPTION 2 | Der mit dem Wolf tanzt

Amerika, 1899. Das Ende der Wild-West-Ära ist angebrochen und Gesetzeshüter machen Jagd auf die letzten verbliebenen Outlaw-Gangs. Wer Widerstand leistet und sich nicht ergibt, wird getötet. Rockstar Games setzt seine erfolgreiche Wild West-Reihe mit RED DEAD REDEMPTION fort. Vieles Vertrautes kreuzt dabei unseren Weg durch die Prärie, aber es gibt auch jede Menge TNT für stundenlanges Zocken.

Zum Spiel

Nach einem fehlgeschlagenen Raub in der Stadt Blackwater befinden sich Arthur Morgan und die Van-der-Linde-Gang auf der Flucht. Während Bundesagenten und die besten Kopfgeldjäger des Landes ihnen dicht auf den Fersen sind, muss sich die Gang raubend, stehlend und kämpfend einen Weg durch das erbarmungslose Herz Amerikas bahnen, um zu überleben. Als zunehmende interne Konflikte drohen, die Gang auseinanderzureißen, muss sich Arthur zwischen seinen eigenen Idealen und der Loyalität zu der Gang, mit der er einst aufgewachsen ist, entscheiden.

Test

Meine Zeit für Reviews in Sachen Games ist in diesem Jahr mehr als überschaubar. Vielen Titel sind mir aus beruflichen wie privaten Gründen einfach durch die Lappen gegangen. Doch umso wichtiger war daher mein Bestreben RED DEAD REDEMPTION 2 in meine Finger zu bekommen. Der Titel, über den jeder spricht, den jeder haben will, der für Wochen Ehe, Kinder und Job ersetzt. Ja, eine Fortsetzung die für Furore sorgt. Einen Monat habe ich mir Zeit genommen, die Open World des Amerika von 1899 zu erkunden. Die Welt ist im Umbruch oder sollte ich eher sagen im Aufbruch. Die Siedlermentalität gehört der Vergangenheit an. Die Nation wird stärker und hat seine Laster aus der Vergangenheit hinter sich gelassen. Doch vereinzelt streifen die letzten Outlaws durchs Land, um den ganz großen Fisch zu angeln. Da kommt ihr ins Spiel. Der wilde Westen steht vor dem Eintritt ins 20. Jahrhundert und die Prioritäten haben sich verändert. Romantik hält Einzug ins Spielgeschehen von Red Dead Redemption 2. Eine andere allerdings. Keine mit Bussi Bussi, sondern mit Pistolen, Gewalt und Landschaften von beispielloser Schönheit.

Rockstar Games hat viel Butter aufs Brot geschmiert. Das sieht und schmeckt man. Detailverliebtheit überrennt uns bereits in den ersten Spielminuten. Wir werden erschlagen von so viel Qualität und einem kinoreifen Erlebnis. Die Zeiten von gemütlichen Liedchen am Lagerfeuer unter freiem Himmel sind noch da, aber wie bereits erwähnt hat sich die Welt verändert. Aber die Entwickler blieben sich trotzdem treu und enttäuschen die Fangemeinde nicht. Elemente wie Brutalität, vulgäre Sprache und der leichte perverse Hang sind geblieben – eben typisch Rockstar-Style. Allerdings ist der Einstieg, der sich über einige Spielstunden zieht und in der Tat für Frustration sorgen kann (bei jedoch nicht), lang. Wir lassen uns Zeit, lernen die Figuren, die Spielwelt und Gesetzmäßigkeiten kennen. Behutsam werden wir herangeführt und versinken in den ruhigen Momenten. Davon gibt es reichlich und darüber wird man dankbar sein. Hektisch wird es werden, da braucht man jeden Nerv.

Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist das Postkarten-Camp. Von hieraus erobert ihr die Spielwelt von Red Dead Redemption 2. Brecht zu neuen Abenteuern auf, plant Raubzüge, erholt euch von einer langen Reise und genießt einfach das fröhliche Beisamensein mit euren Kameraden. Doch geht es dann doch einmal so richtig los, warten zuerst viele ausschweifende Gespräche auf euch. Tarantino lässt grüßen. Die Action kommt erst später zum Tragen. Allerdings solltet ihr diese ausführlichen Dialoge nicht als Hindernis sehen. Vielmehr ermöglicht es euch, die Geschichte im weiteren Verlauf besser zu verstehen. Oftmals sind Videospiele wie Spielfilme aufgebaut. In mehreren Akten wird die Geschichte erzählt und in der Regel ist nach 90 Minuten Schluss. Red Dead Redemption 2 gleicht mehr einer wirklich ausgeglichenen und volldosierten Fernsehserie. Nicht nur euer Schießeisen ist euer treuer Begleiter, auch Geduld werdet ihr lieben lernen… müssen. Aber Rockstar belohnt das Durchhaltevermögen seiner Anhänger. Denn Knall auf Fall baut sich eine mitreißende Geschichte auf und was gibt es nichts Schöneres als alles um sich herum zu kennen und sich mit gutem Wissen ins Getümmel zu stürzen.

Doch was bedeutet in diesem Fall „Getümmel“? Der Spieler bewegt sich in einer riesigen Welt, die von Bergen und Tälern bis hin zu kleinen Dörfern und pulsierenden Städten reicht. Dazwischen bleiben Camps zum Luft holen. Doch was diese unterschiedlichen Szenarien vereint, ist die stetige Gefahr. Wer sich nicht auf leisen Sohlen fortbewegt. gerät schnell ins Visier und wird einmal mehr zum Gejagten. So lauern aber nicht nur in der Zivilisation viele Bedrohungen. Auch die Wildnis ist unermüdlich. Rehe, Bären oder Wölfe, aber auch Krokodile und andere lebensgefährliche Tiere statten euch des Öfteren einen Besuch ab. Dadurch wird das Spielerlebnis wie einst im Vorgänger unvergesslich und rund. Doch wer dann doch einmal genug von der unberührten Natur hat, kehrt einfach ins „gesittete“ Leben zurück, spielt eine Runde Poker, handelt oder hält einen Plausch mit der Bevölkerung ab, denn nahezu jeder Charakter kann in diesem Western angesprochen werden – mal mehr oder weniger vielversprechend und informativ. Wenn es informativ verläuft, erhaltet ihr Hinweise zu Geheimnissen und/oder neuen Missionen. So schlägt das Spiel immer wieder eine neue Richtung ein und wird dadurch unvorhersehbar.

So schön wie das Äußere ist, was verbirgt sich inhaltlich sowie technisch dahinter? Angefangen bei der Steuerung erleben wir den ersten leichten Dämpfer. Wie bereits im Vorgänger erweist sich diese als äußerst schwerfällig. Wenngleich die Interaktionen schier endlos sind, braucht es bis zu ihrer vermeintlich routinemäßigen Ausführung eine gefühlte Ewigkeit. Die Geduld des Spielers wird eben auch hier in Anspruch genommen. Klassische Tutorials um gewisse Dinge zu erlernen fehlen. Ein Feedback-System gibt es nicht. Man probiert munter drauf los und hofft, im entscheidenden Moment die richtigen Tasten zu drücken. Wenig zeitgemäß, aber dennoch verzeihbar. Rockstar Games scheint aber in der Tat den Vorsprung der Konkurrenz bisher nicht erkannt zu haben oder mal wollte dies bewusst nicht erkennen, um seine Handschrift zu wahren. Menüs und Nutzer-Interface wirken beinah rückständig in Anbetracht der enormen Sprünge der letzten Jahre im Videospielsektor. Dies kann man nun positiv oder negativ sehen. Geschmackssache. Ansonsten ist ein seltener Fall eingetreten: Ich habe sonst kaum etwas zu bemängeln.

Fazit: Red Dead Redemption 2 ist im Gleichgewicht. Mit Arthur Morgan reitet man über Stock und Stein, erlebt viel Buntes und Kurioses, und muss gleichzeitig darauf achten, nicht von einem Hinterwäldler oder Sheriff in die Mangel genommen zu werden. Rockstar Games ist eine kleine Offenbarung gelungen. Technisch mit Abzügen in der B-Note, ist optisch der Wurf des Jahres gelungen. Mit dem Pferd über Stunden von einer Ecke der Karte in die andere zu reiten, ist wirklich einzigartig. Wenn sich dazu auch noch die Wetterverhältnisse anpassen und die Bedrohungen realistisch den Weg kreuzen, so ist das Erlebnis beispiellos. Auch wenn ich das Spiel dank Rockstar umsonst zum Testen erhalten habe, wäre dieser Titel einer der wenigsten, für dich ich sogar 70 Euro in die Hand nehmen würde. Jeder Cent ist gut investiert.

Plattform: PS4 | XBOX ONE

USK 18 (rot)Genre:                    Action-Adventure
Entwickler:               Rockstar Games
Publisher:                Take-Two Interactive  
Veröffentlichung:         26. Oktober 2018

(Quelle: RockstarGamesGermany)

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