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ALI G IN DA HOUSE | Der Held meines pubertierenden Ichs

Er ist schrill, geschmacklos und chauvinistisch – eben einfach unwiderstehlich! Sasha Baron-Cohen mimt in ALI G IN DA HOUSE die etwas andere Art von Politiker und Volksversteher. Kultig, verdorben und der Held einer ganzen Generation.

ALI G IN DA HOUSE

© justbridge entertainment GmbH

Inhalt

Der intrigante Politiker Carlton (Charles Dance) rekrutiert den lauten, vulgären Ghetto-Psychopathen Ali G (Sacha Baron Cohen) für das Parlament, um den britischen Premierminister und seine Regierung zu stürzen. Wider Erwarten wird der naive Prolet gewählt, mischt das Unterhaus auf und steht Carltons zweifelhaften Absichten im Weg. Der ungebildete, dauergeile Kiffer wird zum glühenden Volksvertreter! Aber Ali ist nicht so dämlich, wie er aussieht: Hinter seinen Schenkelklopf-Attacken blitzt ein echter Sozialkritiker hervor, der die Stimme des Volkes ernsthaft vertritt! Carlton hat sich verkalkuliert und muss nun schwere Geschütze auffahren, um den ungewöhnlichen Parlamentarier wieder loszuwerden…

Kritik

Staines Sohn kehrt heim. Anfang der 2000er entsandt, um die Fernseh- und Filmlandschaft auf den Kopf zustellen, um nun fast zwei Jahrzehnte später aus der Versenkung wieder aufzutauchen. ALI G IN DA HOUSE ist die etwas andere Satire, in der ein bekiffter Gang-Anführer kurzerhand zur Stimme des Volkes wird. 2002 ein echter Hit, aber heute auch noch zeitgemäß? Mit Sicherheit ist die Figur Ali G nicht mehr das, was es einmal war. Frauenfeindlichkeit, grenzenlose Überspitzung und Geschmacklosigkeit am Fließband erhitzen heutzutage mehr die Gemüter als uns lieb ist. Bereits damals spaltete Sascha Baron Cohen mit seiner Darstellung das Land, doch der Erfolg sprach für ihn. Und auch heute kann der exzentrische Komiker funktionieren. In Zeiten, in der es uns allen schwer fällt herzhaft zu lachen. Ali G In Da House ist von Anfang bis Ende eine sensationelle Komödie, die sich natürlich selbst nicht ernstnimmt, doch auf beeindruckende Art die ganze Polit-Etage die Hosen herunterzieht. So wird aus dem sehr fragwürdigen Ali G, ein Held. Mit dem Erscheinen eines limitierten Steelbooks erfährt der Engländer eine Renaissance und dürfte gerade jetzt wichtiger denn je sein. Selbst einige Wochen vor Corona, als Boris Johnson den Brexit salonfähig machte, hätte der Film noch besser funktioniert. So bleibt er ein Must-have für eine Generation von Pubertierenden, die zur Jahrtausendwende irgendwie cool sein wollten und sich einige Jahre später dann den Borat-Suit zulegten. Bujaka Bujaka!

Fazit: Westside, Bitches! Der Held meines pickligen Ichs aus der Vergangenheit, der mich für eine kurze Zeit cool gemacht hat und mich nun wieder einholt – zum Glück. Genau dann, wenn man nichts zum Lachen hat, tut eine überspitzte Portion Ali G besonders gut. Egal, ob geschmacklos oder sehenswert. Es trifft mit seiner Fülle an Klischees aus Politik und Hip-Hop den Nerv der Zeit nach wie vor. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Ali G Indahouse
Produktionsland/-jahr:   UK/FR/DE 2002
Laufzeit:                85 min
Genre:                   Komödie

Regie:                   Mark Mylod
Drehbuch:                Sacha Baron Cohen, Dan Mazer
Kamera:                  Ashley Rowe

Kinostart:               5. September 2002
Home Entertainment:      8. Mai 2020

Verleih:                 justbridge entertainment GmbH

(Quelle: Abzocker008)

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