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LARA | Die Kraft der Melancholie

Nach „Oh Boy widmet sich Jan-Ole Gerster mit seiner neuesten Regiearbeit LARA verlorenen Träumen, der Liebe zur Musik und einem besonderen Mutter-Sohn-Verhältnis.

LARA

© STUDIOCANAL

Inhalt

Lara (Corinna Harfouch) wird 60, und eigentlich hätte sie allen Grund zur Freude, denn ihr Sohn Viktor (Tom Schilling) gibt an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Schließlich war sie es, die seinen musikalischen Werdegang entworfen und forciert hat. Doch Viktor ist schon seit Wochen nicht mehr erreichbar und nichts deutet darauf hin, dass Lara bei seiner Uraufführung willkommen ist. Kurzerhand kauft sie sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle.

Kritik

Oh Boy jetzt ist LARA los. Sie hat gelebt oder doch nicht? Verpasst, den großen Sprung zu wagen, steht sie noch immer vor ihrer Haustür und sucht Rat in Ausflüchte. Lara dachte immer, alles im Sinne des Guten getan zu haben, dabei sieht sie den Wald vor lauter Bäumen nicht. Diejenigen, die sie immer reich beschenken wollte, verletzte sie mehr und mehr. So weicht der Frohsinn eines jubelnden Geburtstag, der melancholischen Stimme der Vergangenheit. Lara hat offensichtlich mehr falsch als richtig gemacht und das holt sie jetzt ein. Sie ist verbittert, verzweifelt und sucht nun Wege aus der verdrängten Krise. Corinna Harfouch mimt in all dem Chaos, die Chaotin meisterhaft und stößt dabei auf viel Widerstand. Doch durchbricht sie die Mauern und hinterlässt einen unverwechselbaren Eindruck. Sie bettet Lara in ein Konstrukt aus Tragik und Komik mit Sinn und Verstand ein. Es ist eine große Freude zuzuschauen. Die Geschichte ist solide, ein bisschen weniger magisch wie noch Oh Boy, aber dennoch anziehend und sehenswert. Ein lautes Kunstwerk ohne große Töne.

Fazit: Lara hat es einst wie Oh Boy geschafft – doch diesmal mit Farbe. Jan-Ole Gerster bleibt kein One-Hit-Wonder und beweist sein Gespür für Charakterdarsteller. Hat er einst Tom Schilling geadelt, würdigt er mit Lara Corinna Harfouchs Karriere mit einer glanzvollen Gala. 

FSK ab 0 (weiß)Originaltitel:           Lara
Produktionsland/-jahr:   DE 2019
Laufzeit:                98 min
Genre:                   Drama, Musik

Regie:                   Jan-Ole Gerster
Drehbuch:                Blaz Kutin
Kamera:                  Frank Griebe

Kinostart:               7. November 2019
Home Entertainment:      23. April 2020

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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