HUNTED – WALDSTERBEN | Rotkäppchen und die bösen Psychopathen

Mit HUNTED – WALDSTERBEN ist dem Oscar®-nominierten Regisseur Vincent Paronnaud ein kompromissloser Survival-Thriller gelungen, der genüsslich mit Geschlechterkonventionen, #MeToo und Rotkäppchen-Motiven spielt. Mit bitterbösem Humor und klugen Beobachtungen bekommt die Rape & Revenge-Formel ein zeitgemäßes Update verpasst.

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.© Pandastorm Pictures

Inhalt

Eve (Lucie Debay) flirtet in einer Bar mit einem charmanten Mann (Arieh Worthalter), der sich schnell als mörderischer Psychopath entpuppt. Gemeinsam mit einem Handlanger entführt er Eve. Doch nach einem Autounfall kann sie sich befreien und in ein Waldstück fliehen. Im Kampf um Leben und Tod geht Eve an ihre Grenzen und darüber hinaus. Der Wald ist auf ihrer Seite. Während die zwei Männer die Verfolgung aufnehmen, wird die Gejagte zur Jägerin. Überleben ist nicht genug – sie will Rache!

Kritik

Einmal im Monat gibt es diesen einen Film. Er lächelt uns an, wir lächeln zurück. Wir sind aber unsicher, was er von uns will. Schauen wir zu oder weg. Und was passiert danach? Sind wir unglücklich über die verschenkte Lebenszeit oder sind erfüllt, weil wir endlich mal etwas gänzlich Neues gesehen haben. HUNTED – WALDSTERBEN reiht sich genau da ein. Die Handlung liest sich fasst schon zu banal. Der Trailer wendet doch das Blatt und am Ende sind wir zu neugierig – zum Glück. Hunted – Waldsterben fängt schon typisch an. Frau, Bar, ein Mann und hoppala ist sie eine Entführungsopfer. Nicht selten macht das Opfer aus ihren Entführern die Opfer und fertig ist der 90-Minüter aus der Konserve. Was jedoch hier geschieht, ist etwas gänzlich anderes. An einem gewissen Punkt bekommt der Film eine ungeahnten Wendepunkt. Die Frau wird zur Jägerin und die Atmosphäre ist plötzlich alles andere als dramatisch, sondern einschüchternd mystisch. Irgendwie verliert und findet sich Eve in diesem Wald wieder, der zu einem mächtigen Verbündeten wird. Ihr Blickwinkel verändert sich und sie wird mental zu einer unglaublichen Waffe gegen ihre Entführer. Sie sinnt nach Rache und dieses umgekehrte Spiel ist so erfrischend und belebend. Und trotz dieser rigorosen Ernsthaftigkeit verliert sich auch mal eine humorvolle Pointe und Hunted – Waldsterben entwickelt eine völlig eigene Dynamik. Es macht wirklich Spaß und ist so kurzweilig und empfehlenswert. 

Fazit: Was beinah gewöhnlich beginnt, bekommt einen faszinierende Wendung. Eve und der Wald im Einklang gegen das Böse. Anschaulich, atmosphärisch und atemberaubend eingefangen. 

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Hunted
Produktionsland/-jahr:   BE/FR/IE 2020
Laufzeit:                87 min
Genre:                   Horror, Thriller

Regie:                   Vincent Paronnaud
Drehbuch:                Vincent Paronnaud, Léa Pernollet
Kamera:                  Joachim Philippe

Kinostart:               -
Home Entertainment:      21. Mai 2021

Verleih:                 Pandastorm Pictures

(Quelle: Pandastorm Pictures)

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