SUPERNOVA | Das letzte Aufleuchten eines großen Sterns

Colin Firth und Stanley Tucci brillieren in SUPERNOVA als liebendes Paar, dessen Leben sich schlagartig ändert. Regisseur Harry Macqueen zeichnet ein einfühlsames Roadmovie, dass sich den wichtigsten Fragen des Lebens stellt. Vom Leben und dem Tod, und mittendrin die Liebe.

.INHALT.

Zwanzig Jahre sind Sam (Colin Firth) und Tusker (Stanley Tucci) schon ein Paar und ihre Liebe ist lebendig wie am ersten Tag. Doch seit bei Tusker eine frühzeitige Demenz diagnostiziert wurde, hat sich ihr Leben verändert. Um ganz für Tusker da sein zu können, hat Sam seine erfolgreiche Karriere als Pianist aufgegeben. Nun wollen die beiden die Zeit, die ihnen bleibt, gemeinsam auskosten. In ihrem alten Wohnmobil brechen sie zu einer Reise auf, um Freunde, Familie und wichtige Orte ihrer Vergangenheit zu besuchen. Unterwegs beginnen ihre individuellen Vorstellungen von der Zukunft zu kollidieren. Sam und Tusker müssen sich der unvermeidlichen Frage stellen, was es bedeutet, einander zu lieben im Angesicht einer unheilbaren Krankheit.

© Weltkino Filmverleih

.KRITIK.

Jeden Tag von vorne beginnen. Nein, wir befinden uns nicht in einer Zeitschleife, dass ist das Leben von Tusker und Sam. Das homosexuelle Paar ist seit 20 Jahren glücklich zusammen, doch als Tusker die erschreckende Diagnose Demenz erhält, verändert sich über Nacht alles. Das schleichende Vergessen stellt die beiden Männer vor eine so noch nie dagewesenen Herausforderung. Sie müssen sich entscheiden, was sie die noch wenige Zeit, die sie zusammen haben, nutzen. Sie fassen den einzig richtigen Entschluss. Sie lassen alles stehen und liegen, Sam beendet seine erfolgreiche Karriere als Pianist und entschließt sich, gemeinsam mit Tusker Orte und Menschen ihrer Vergangenheit zu besuchen. Ein einfühlsames Roadmovie zwischen Leben und Tod, und mittendrin die Liebe.

Und da wären wir. Ein unbändiger Uff-Moment, eine SUPERNOVA. Bewegt und erschrocken, fasziniert und berührt, traurig und froh. Selten habe ich einen Film derartig erlebt. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die mir nicht nur viel Geduld abverlangt hat, sondern meine Sicht auf viele Dinge verändert hat. Es sind die langen Strecken der Selbstfindung, der Frage, wie stark kann die Liebe sein, um einer unheilbaren Krankheit zu trotzen, und was bleibt am Ende? Der Moment, die Tragik oder der Verlust? Regisseur Harry Macqueen hat einen einfühlsamen und wichtigen Film geschaffen. In beeindruckenden Bildern begleiten wir das Paar auf ihrer letzten Reise. Eindrucksvoll ist auch die Art, wie Sam und Tusker erzählt wird. So wird nicht zwangsläufig die Krankheit in den Vordergrund gestellt, sondern die Liebesgeschichte der beiden. Ihr letzte gemeinsame Reise. In einem sehr ruhigen Erzähltempo erreichen wir die einzelnen Etappen. Wir leiden und fühlen mit, wir lachen und weinen, und sehen die Krankheit nochmal mit ganz anderen Augen. Still Alice oder The Father haben mich schon sehr sensibilisiert, aber nochmal einen anderen Blickwinkel zu erhalten, hat mich selbst sehr überrascht und ergriffen.

Es ist ein liebesvolles Porträt einer Liebe, die nicht der Zerfall einer Person skizziert. Es bejaht das Leben, setzt sich mit dem Tod auseinander. Es ist ein ausbalancierter Film, der nicht in Hektik verfällt. So macht er es leichter, dem Zuschauer einen Zugang zu gewähren. In diesen intimen Moment sind wir Zeuge von etwas Großem. Ein Roadmovie, dass sich in seinem gesamten Ausmaß von allen anderen Filmen mit gleicher Thematik abhebt und seinen Beitrag dazu leistet, die Krankheit mehr zu verstehen.

.FAZIT.

Supernova ist visuell starkes Kino mit zwei exzellenten Schauspielern. Gespickt mit toller Musik, begleiten wir das Paar auf einen herzzerreißenden Trip, der sie näher und zugleich weiter denn je auseinanderbringt. Es ist das Zerren. Wie viel hält die Liebe aus im Angesicht einer unheilbaren Krankheit? Wie viel Kraft braucht es und wie kann das Leben dennoch lebenswert sein? Trotz tiefgründiger Thematik, dem schmerzlichen Auseinandersetzen mit der Demenz, erfüllt der Film auch viel Positives. So weint man am Ende Tränen des Glücks oder der Trauer.



OriginaltitelSupernova
Produktionsland/-jahrGroßbritannien 2020
Laufzeit95 min
GenreDrama
RegieHarry Macqueen
DrehbuchHarry Macqueen
KameraDick Pope
Kinostart14. Oktober 2021
Home Entertainment18. Februar 2022
VerleihWeltkino Filmverleih

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