[STAFFEL 1-3] COLONY | Alien-Dystopie mit Familiendrama

Die packende Serie COLONY von Carlton Cuse und Ryan Condal vereint Science Fiction-Dystopie und Familiendrama zu einer unheimlichen Schreckensvision der nahen Zukunft.

.INHALT.

Vor einem Jahr haben fremdartige Invasoren die Welt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kolonie Los Angeles ist in von Mauern getrennte „Blocs“ unterteilt und wird von bewaffneten Spezialeinheiten und Drohnen kontrolliert. Der ehemalige Special Forces-Soldat Will Bowman (Josh Holloway) wird von den Machthabern beauftragt, den Widerstand zu zerschlagen. Doch seine Frau Katie (Sarah Wayne Callies) ist insgeheim Teil einer Widerstandszelle und sieht nun eine Chance, die verhassten Besatzer zu infiltrieren. Die Familie steht vor existenziellen Fragen: Kollaborieren, Widerstand leisten, oder den Fluchtversuch wagen?

© Koch Films

.KRITIK.

Los Angeles in naher Zukunft: Die Bevölkerung wird von außerirdischen Invasoren mehr oder weniger versklavt (eine Sache des Blickwinkels). Zwar darf die Menschheit weiterleben, doch ist der Preis dafür groß. Die menschliche Gesellschaft splittet sich auf und fast schon wie immer entstehen mehrere Lager: die Profiteure, Opportunisten und jene, die einen Platz ganz unten in der Nahrungskette ergattert haben. Sie formieren den Widerstand, der den „Besatzern“ ein Dorn im Auge ist. Die ideale Grundlage einen familiären Konflikt anzuzetteln.

Der Charakter Will Bowman ist als ehemaliger Special Forces-Soldat einer der Menschen, die für die Übergangsregierung einer höheren Macht jene jagt, die den Widerstand angehören. Die Zerschlagung steht im Vordergrund. Sein Handeln begründet er stets damit, es zum Wohle seiner Familie zu tun. Insgeheim wird er auch ahnen, dass er sich immer fleißig selbst belügt. Und seine Weltanschauung kommt jüngst ins Wankeln, als ausgerechnet seine Frau sich als Widerstandskämpferin entpuppt.

So haben wir gleich mehrere potentielle Handlungsstränge, die natürlich miteinander verwoben sind. Doch für mich das größte Manko, damit steige ich auch mit meiner Kritik ein: es mangelnd gewaltig an Alien-Präsenz. Irgendwie sind sie da, aber irgendwie auch wieder nicht. Ab Tag 1 der Invasion, in der Serie als „Die Ankunft“ betitelt, dreht sich alles über die neue Rolle der Menschheit in dieser Besatzung, die Aufspaltung der Gesellschaft und des Familiendramas rund um Will und seiner Frau Katie. Die Unterdrückung, das eingeschränkte Leben sind beklemmend und man spürt die Furcht, einen falschen Schritt zu machen. Eine Entscheidung, könnte auch deine letzte sein. Doch eben der Hauptaufhänger sind die Außerirdischen und die lassen sich leider null blicken. Schade, denn das macht bei solchen Serien, aber auch Filmen den besonderen Reiz aus. Aber ich sage dazu: meine subjektive Meinung. Genügend Serienfans stören sich daran nicht, vielleicht bin auch einfach zu gewöhnt. Es ergibt sich auch eine nette Möglichkeit zu spekulieren. So hab ich in Foren schon vernehmen können, dass es eigentlich keine Außerirdischen gibt, sondern eine vom Mensch selbst inszenierte Invasion unter dem Deckmantel von Wesen aus einer fremden Welt ist. Spannend.

Die Basis bei COLONY stimmt aber, um den Schwenk nun auf das Positive zu lenken. Die Dystopie funktioniert. Der Kampf zwischen den Lagern, die Familiengeschichte und Charakterentwicklung sorgen für diverse Momente, die einfach Lust auf mehr haben. Mit Sicherheit fasziniert die 1. Staffel, der Hype lässt etwas nach und auch so entwickelt sich die Serie bis jetzt zur 3. Staffel kontinuierlich weiter. Mit vielen Pro und Contras. Ausbalanciert ist sie jedoch und die Vielschichtigkeit in der Darstellung der Figuren macht Spaß. Sie erhalten den Raum und Zeit, sich zu entwickeln. Das wirkt in Anbetracht der Umstände mehrdimensional und dadurch wieder extrem kurzweilig.

Colony macht vieles richtig, Zuschauer langfristig vor den Fernseher zu bannen. Ich bin ein großer Fan der Serie, wenngleich das, für was ich eigentlich die Serie schaue, fehlt: Außerirdische. Ein Wermutstropfen, mit dem man sich aber arrangieren kann.

.FAZIT.

Wie fasse ich Colony am besten zusammen: Ein Familiendrama in Zeiten einer von Aliens organisierten Dystopie, bei der sich die „Besatzer“ im Verborgenen halten. Der Unterhaltungswert ist enorm hoch und abgesehen von einem leichten Einbruch im Laufe der 2. Staffel fängt sich die Serie bockstark und weiß zu überzeugen.



OriginaltitelColony
Produktionsland/-jahrUSA 2016-2018
Laufzeit | Folgen1512 Minuten | 36 Episoden (+ 1 Special) in 3 Staffeln
GenreAction, Abenteuer, Drama, Science-Fiction
Regieu.a. Juan José Campanella, Tim Southam, Nelson McCormick uvm.
Drehbuchu.a. Ryan J. Condal, Carlton Cuse, Julia Cooperman uvm.
Kamerau.a. Christopher Faloona, Jeffrey Jur uvm.
Dt. Erstausstrahlung11. Oktober 2017 auf TNT Serie
Home Entertainment18. März 2022
VerleihPandastorm Pictures

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