HARLEM NIGHTS | Eddie Murphy reist mit seiner ersten und einzigen Regiearbeit zurück in der Zeit

Drei Generationen legendärer Kinokomiker treffen in HARLEM NIGHTS aufeinander. Eddie Murphys erste und einzige Regiearbeit spielt in den 1930er Jahren und bewegt sich irgendwo zwischen Gut und Böse. Reichen Ruf, Mut und Zuversicht, um einen derartigen Film zu erzählen und an den Erfolg früherer Werke anzuknüpfen?

.INHALT.

Der New Yorker Stadtteil Harlem zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den rauen Straßen der Millionenmetropole lernen sogar die Kleinsten was ein Leben auf der Straße bedeutet. Als Sugar Ray (Richard Pryor), ein lokaler Ladenbesitzer, von einem Unbekannten angegriffen wird, handelt der kleine Junge Quick automatisch und erschießt den Angreifer. So lernt man das eben auf der Straße. Jetzt, 20 Jahre später, sind Sugar Ray und der erwachsene Quick (Eddie Murphy) noch immer Freunde und führen gemeinsam ein kleines Nachtlokal. Jedoch drängt ihr Konkurrent Bugsy (Michael Lerner) immer weiter in ihr Gebiet ein und will letztendlich ihren Club mit übernehmen. Dabei erhält er Unterstützung von einer korrupten Polizei. Es liegt also an Sugar und Quick, sich gegen die üblen Handlanger von Bugsy zu verteidigen. Und das mit allen Mitteln, zu einer Zeit, als ein Menschenleben nicht viel wert zu sein scheint…

© Paramount Home Entertainment


.KRITIK.

In Eddie Murphys Karriere taten sich über die Jahrzehnte Licht und Schatten auf, und kaum ein Werk spaltet die Massen so sehr, wie HARLEM NIGHTS. Murphys erstes und einzige Regiearbeit, bei der er by the way auch noch das Drehbuch schrieb und mitproduzierte, ist zweifellos speziell. Die einen sprechen vom Eitelkeitsprojekt des Eddie Murphys, während die anderen von einem unterhaltsamen Werk mit vielen Comedy-Ikonen sprechen. Ich selbst hab bis vor Kurzem Harlem Nights nicht gesehen. Sicherlich nicht mehr zeitgemäß, aber dennoch ein Klassiker und bei Weitem nicht so schlecht, wie die meisten ihn tadeln.

Die Story ist dünn und mit Sicherheit auch gespickt mit einem Hauch von Sexismus – daher rede ich auch von „nicht mehr zeitgemäß“ – und Gesellschaftskritik (wohlwollend). Doch was Murphy hier unter dem Strich gelang, zeugt von Können. Die Tatsache, dass er einige der größten Schauspiel- und Comedy-Legende der damaligen Zeit (Redd Foxx, Richard Pryor und Della Reese) in diesem Film zusammengebracht hat, muss man anerkennen und täuscht auch über die kaum vorhandene Handlung hinweg. Zweiter Pluspunkt ist das Setting und die Ausstattung. Eigentlich ein eher untypischer Film für Murphy, erweist sich im Detail als sehr sehenswert.

Großartig sind auch die Nebendarsteller, die dank der richtigen Balance zwischen Komödie und Drama, einen guten Platz neben all den Großen einnehmen können. Murphy hat viel Herzblut in den Film gesteckt. Und sicherlich ist es nicht sein bestes Werk vor der Kamera. Auf dem Regiestuhl ist es aber mehr als solide und ein beachtlicher Versuch in so jungen Jahren sich auch anderweitig selbst zu verwirklichen. Harlem Nights zeugt von den tausend Facetten, die Eddie Murphy ausmachen. Er kann Action, Komödie, aber auch Drama. Nicht mein Lieblingsfilm von ihm, aber definitiv ein kleines Ausrufezeichen in der so langen Vita von Murphy.

.FAZIT.

Tatsächlich schaffen es Ruf, Mut und Zuversicht einen Film zu tragen, ihn aber bei Weitem nicht in den Himmel zu loben. Harlem Nights gewinnt vor allem durch das legendäre Ensemble, welches Murphy vor der Kamera versammelt hat. Ein Gipfeltreffen der Schauspiel- und Comedy-Zunft, die trotz schwachem Drehbuch alles auf eine Karte setzen und gewinnen. Für echte Murphy-Fans ein Must-have.



OriginaltitelHarlem Nights
Produktionsland/-jahrUSA 1989
Laufzeit116 min
GenreKomödie, Krimi, Drama
RegieEddie Murphy
DrehbuchEddie Murphy
KameraWoody Omens
Kinostart12. April 1990 (Westdeutschland)
Home Entertainment1. November 1991 (VHS)
VerleihParamount Home Entertainment

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