SMILE – SIEHST DU ES AUCH? | Ein Lächeln, das alles verändert

SMILE – SIEHST DU ES AUCH? ist das Spielfilm-Debüt von Regisseur Parker Finn, der nach der Vorlage seines Kurzfilms „Laura hasn’t slept“ auch das Drehbuch verfasste. Finn zu seinem Film: „Das Böse im Film benutzt ein Lächeln als Maske, um seine wahren Absichten zu verbergen“.

.INHALT.

Nachdem Dr. Rose Cotter (Sosie Bacon) Zeugin eines bizarren, traumatischen Vorfalls mit einem ihrer Patienten war, wird sie zunehmend mit erschreckenden und unerklärlichen Ereignissen konfrontiert. Eine bösartige, übernatürliche Kraft scheint fortan ihr Leben zu bestimmen und sie zu terrorisieren. Um zu überleben und dieser schrecklichen neuen Realität zu entkommen, muss sich Rose den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

© Paramount Pictures Germany


.KRITIK.

Während der alltägliche Horror mit Inflation, Energiekosten, Corona und Krieg fest im Griff hat, lechzen wir nach ablenkender Fiktion. Filme sind ein Schlüssel, den Ärger, der uns zum Teil persönlich hart trifft, ein Stück weit zu vergessen. Neben Comedy bietet auch Horror eine willkommene Möglichkeit, dem Stress zu entfliehen, den bekanntermaßen sorgt der Grusel für die Ausschüttung diverser Hormone, die uns Angst, aber auch Glück bereiten. Doch der Film muss alle Areale ansprechen, uns soweit stimulieren, dass er am Ende zum Erfolg für uns wird. Das gelingt nicht immer. Doch das Horrorgenre gehört zu denen, die leider oft viel vermissen lassen. Zu selten kicken uns wahre Innovationen auf der Leinwand oder Heimkino. Einzig Jordan Peeles Nope hat dieses Jahr ein Ausrufezeichen gesetzt, doch dahinter wird es mau. Bis jetzt.

Mit SMILE – SIEHST DU ES AUCH? debütiert Parker Finn sowohl als Drehbuchautor als auch Regisseur und setzt mit seinem Erstling eine beeindruckende Durftmarke und markiert gleichzeitig auch einen Hoffnungsschimmer. Denn es fehlt an Ideen und das Recyclen von selbigen verspricht oft wenig Gutes. Aber Finn liefert, basierend auf seinem eigenen Kurzfilm „Laura hasn’t slept“, frische Ansätze. Zwar kann er nicht gänzlich auf Konventionelles verzichten, aber ist das Zusammenspiel aus Traumata, Fluch und Psychologie sehr harmonisch und durchaus auch sehr erfrischend. Finn lässt der Hauptfigur die notwendige Zeit, sich zu etablieren, sich erstmals auch mit dem Problem auseinanderzusetzen, bis sie selbst in den Fokus des Schreckens gerät. Diese Reise hält für den Zuschauer einiges bereit. Neben sehr beklemmenden und tiefgründigen Momenten, müssen wir uns auch auf sehr verstörende Augenblicke einstellen. Aber Finn ist dabei nie künstlich over the top. Generell fühlt sich der Film sehr real an, was er seiner guten Ausgangslage verdankt. Hier wurden die richtigen Weichen gleich zu Beginn gestellt. Die Intensität und Dynamik sprechen stark für Smile. Der Gruselfaktor ist hoch und wie hat es ein Kollege so treffend gesagt: „Jump-Scare-Porno“.

Optisch und inhaltlich darf sich Smile auf jeden Fall auf dem Podium 2022 in der Kategorie Horror gemütlich machen. Anspruchsvoller Film, der Bekanntes und Neues gut in Szene zu setzen weiß. Neue Ideen, dichte Atmosphäre und eine tolle Hauptdarstellerin runden den guten Gesamteindruck famos ab.

.FAZIT.

Mit Smile – Siehst Du es auch? bekommen wir pünktlich vor Halloween neuen Stoff zum Gruseln. Nach dem das Jahr in diesem Bereich bis dato recht überschaubar ausfiel, schielt Parker Finns Debüt auf einen direkten Platz hinter Nope. Das Potential und die Ideen dafür hat er alle mal.



OriginaltitelSmile
Produktionsland/-jahrUSA 2022
Laufzeit115 min
GenreHorror
RegieParker Finn
DrehbuchParker Finn
KameraCharlie Sarroff
Kino29. September 2022
Home Entertainment
VerleihParamount Pictures Germany