LIGHTYEAR | Eine Bruchlandung als Chance

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter! Nach vier „Toy Story“-Filmen, die mit vier Oscars® ausgezeichnet wurden, erzählt LIGHTYEAR nun die Geschichte des Weltraumhelden, der die selbstsichere Actionfigur Buzz Lightyear inspiriert hat.

.INHALT.

Buzz Lightyear (deutsche Stimme: Tom Wlaschiha) hat gemeinsam mit seiner Kommandantin Alisha Hawthorne sowie einer großen Mannschaft voller Wissenschaftlern und Technikern eine anstrengende Mission hinter sich gebracht und befindet sich nun auf dem Weg nach Hause – als sie auf einmal ein außergewöhnliches Signal erhalten. Als sie sich in einem Bereich aufhalten, der 4,2 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist, macht ein Sensor die Besatzung darauf aufmerksam, dass sie sich in unmittelbarer Nähe eines unerforschten Planeten befinden, der über ein großes Vorkommen an wichtigen Ressourcen verfügen könnte. Als Pilot des Schiffes entscheidet sich Buzz dazu, das Raumschiff namens „Rübe“ auf Kurs in Richtung T’Kani Prime zu schicken. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um einen sumpfigen und morastigen Planeten, der voller gefährlicher Schlingpflanzen und Käfern ist. So schnell wie möglich versucht Buzz, den Planeten wieder zu verlassen – doch der Versuch endet in einer Bruchlandung, bei dem auch noch ihre Energiequelle zerstört wird. Somit sitzen er, Alisha und die restliche Besatzung der Rübe auf dem fremden und unheimlichen Planeten fest. Während Buzz von Schuldgefühlen geplagt wird, versucht die Crew, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden und eine neue Energiequelle zu entwickeln. Doch das könnte ewig dauern. Werden es Buzz und seine Freunde je schaffen, wieder zur Erde zurückzukehren?

© Walt Disney Studios Home Entertainment


.KRITIK.

Der Hype war real, als die ersten Teaser und Bilder zu LIGHTYEAR veröffentlicht wurden. Viele fragten sich: geht es für die beliebte Spielzeugreihe Toy Story ins Weltall, woher ihr furchtloser Space Ranger herkommt. Das Marketing von Disney hat natürlich intensiv damit gespielt, aber tatsächlich erleben wir hier einen intensiven Ableger, der lediglich einen der beliebtesten Figuren des Franchise ein eigenes Abenteuer schenkt. Doch das trübte zunächst die Stimmung nicht, doch die ersten Kritiken ließen die Begeisterung bei vielen Fans rapide sinken. Aufdringlich, eintönig, konventionell – ungewohnt für die Animationstraumschmiede Pixar, die eigentlich nur Kassenschlager produziert. Die Realität hat das Studio schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Aber muss ich an dieser Stelle eine Lanze brechen für den Film.

Grundsätzlich ist der Gedanke, eine Figur aus einem eigenständigen Universum zu nehmen, um ihn mehr Leben, Geschichte und Wahrhaftigkeit zu verleihen, eine recht coole Herangehensweise. Die Spielzeugfigur Buzz Lightyear bekommt einen beeindruckenden Background und eine entsprechende Visualisierung. Er wird greifbarer. Dennoch erleben wir hier einen komplett freistehenden Film, der im Kern ein klassischer Science-Fiction-Film für Klein und Groß ist. Auch wenn ich sagen muss, dass mich der Beginn von Lightyear etwas an Alien – Das Wesen aus einer fremden Welt erinnert. Aber nun gut.

Die Story hat sehr viele witzige Ansätze, kuriose Nebenfiguren und eben das Zeug, was einen Film eben unterhaltsam macht. Überraschend an dieser Stelle, was eben auch viele kritisieren: ist er eben ziemlich nüchtern und im Tenor ernster sowie düsterer, als andere Pixar-Filme. Gerade emotionale Momente werden hier ohne wirklichen Rettungsanker erzählt, was die Kleinsten durchaus etwas überfordern könnte. Hier fehlt es an Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Dennoch bleibt Buzz‘ Solo-Abenteuer nicht nur eine Augenweide, sondern liefert zur Abwechslung nicht nur klassische Comedy-Elemente, sondern auch unfassbar viel Action. Qualitativ ist der Film wieder auf dem höchsten Standard. Viel der besagten Kritik kann ich durchaus nachvollziehen, für mich fallen diese Dinge aber weniger ins Gewicht. Die Hommage an Weltraumfilmen, die Verweise zu Toy Story und die zur Abwechslung mal sehr Sci-Fi-lastige Inszenierung wirken für mich recht erfrischend. Über den Inhalt kann man bekanntermaßen immer streiten.

Für mich das wohl größte Problem: Lightyear fehlt ist oft an Sympathie und den notwendigen menschlichen Zügen, die er als Spielzeug einst an den Tag legte. Das wirkt mit unter zu unterkühlt und berechnend. Hier hätte man ihm gerne mehr Herz geben können, schließlich hat die Vorlage das auch.

.FAZIT.

Rasante Weltraum-Action aus der Pixar-Schmiede. Der beliebte Space Ranger bekommt seinen Solofilm und abgesehen von ein paar Turbulenzen, steuert der Film ohne größeren Schaden den Heimatplaneten an. Sicherlich nicht der beste Film von Pixar, aber bietet er viele tolle Ansätze und für Toy Story-Fans endlich Story hinter dem allseits beliebten Spielzeug, dass die kleine Welt von Woody, Rex & Co gehörig aufgemischt hat.



OriginaltitelLightyear
Produktionsland/-jahrUSA 2022
Laufzeit104 min
GenreAnimation, Action, Abenteuer
RegieAngus MacLane
DrehbuchJason Headley, Angus MacLane
KameraJeremy Lasky, Ian Megibben
Kino16. Juni 2022
Home Entertainment29. September 2022
VerleihWalt Disney Studios Home Entertainment