GHOST MASK: SCAR | Ein blutiger Horrorthriller, der mehr hält als er verspricht

Mal wieder geht es ganz schön wild zu im südkoreanisch-japanischen Horrorthriller GHOST MASK: SCAR zu. In der Tradition von Takeshi Miikes Audition, skizziert Regisseur und als Kameramann gefeierte Takeshi Sone einen eindringlichen Film voller Schuld und Eifersucht, Zweifel und Trauer.

.INHALT.

Vor zwei Jahren verschwand die Schwester der japanischen Studentin Miyu (Yurika Akane) in der koreanischen Metropole Seoul. Geplagt von schmerzvollen Erinnerungen ist Miyu nach Korea gekommen und hat sich auf die Suche nach der Verschollenen begeben. Kurz nach ihrer Ankunft lernt sie die Schönheitschirurgin Hana (Lee Na-ra) kennen, die sie auf mysteriöse Weise an ihre Schwester erinnert. Als Miyu auch Hanas eifersüchtige Partnerin Hyoshin (Sô Hirosawa) kennenlernt, wird es immer gefährlicher, die Wahrheit über die verschwundene Schwester ans Licht zu bringen.

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.KRITIK.

Es ist gar nicht so lange her, da habe ich mir diesen kleinen, feinen Film angesehen, der aussieht wie ein Studentenprojekt, aber weitaus mehr zu bieten hat. Die Rede ist von One Cut of the Dead. Ich habe über den Film 2019 berichtet und ihn als „Geniestreich“ geadelt. Tatsächlich war das im Mainstream-Wust eine Offenbarung. Neben Regisseur Shin’ichirô Ueda, war vor allem Kameramann Takeshi Sone maßgeblich für diesen Augenschmaus zuständig. Doch der Mann mit dem eindrucksvollen Blickwinkel kann auch kurzweilig inszenieren. 2018 erschien erst im asiatischen Raum der Horrorthriller GHOST MASK: SCAR. ein interessantes Werk. Nicht eindeutig klar definiert, worauf er hinaus will, aber konsequent in seiner Erzählung und Charakterentwicklung, zeigt Sone, wie gut er eine Geschichte bebildern kann.

Obwohl Ghost Mask: Scar als Horrortitel mit extremer Brutalität vermarktet wird, erweist er sich als wesentlich tiefgründiger und spannender, als er anfangs suggeriert. Wir bekommen als Zuschauer eine abwechslungsreiche Mischung aus Drama und Mystery serviert. Horror spielt hier – für meinen Geschmack – eher die zweite Geige. Sone stützt seine Geschichte auf eine Auseinandersetzung, die einen starken familiären Hintergrund innehat. Es geht um zwischenmenschliche Differenzen und Beziehungsprobleme, die geschickt mit mysteriösen Elementen und einer gewissen Detektivarbeit gekrönt werden. Sicherlich ist Ghost Mask: Scar, wie bei so vielen südkoreanischen Filmen, reine Geschmackssache. Für mich wohl größter Kritikpunkt, der dem Film auch nicht ganz zuträglich ist, ist die Tatsache, dass der Fokus unnötig auf ein Blutfest gelegt wird. Dabei ist er weitaus tiefgründiger und lebt von deutlich mehr als Kunstblut und Slasher.

Hier hätte man gerne mehr zur wahren Identität des Films stehen können. Ansonsten ist er qualitativ sehr gut und überzeugt inhaltlich und optisch, dank auch eines atemlosen Plots.

.FAZIT.

Bei Ghost Mask: Scar lohnt der genauere Blick. Denn der Film hält dank überzeugender, innerer Werte mehr als Horror für Gruselhungrige bereit. Der Mix aus Drama und Mystery fügt sich nahtlos ein. Regisseur und Kameramann Takeshi Sone vereint die Genre unter einer starken Handlung, die gut und gerne noch mehr Höhepunkte verdient gehabt hätte, aber dennoch unterhaltsam und mit 81 Minuten auch flott erzählt ist.



OriginaltitelGosuto Masuku: Kizu
Produktionsland/-jahrSüdkorea, Japan 2018
Laufzeit81 min
GenreHorror, Thriller, Mystery
RegieTakeshi Sone
DrehbuchEtsuo Hiratani
KameraTakeshi Sone
Kino
Home Entertainment28. Oktober 2022
VerleihBusch Media Group