DIE LEGENDE DER WEIHNACHTSHEXE | Paola lernt das Fliegen

Bereits 2019 flog mit „Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe“ flog Paola auf ihrem magischen Besen durch die deutschen Kinos und zauberte ein Lächeln auf die Gesichter von Kindern und Familien. In dem Prequel DIE LEGENDE DER WEIHNACHTSHEXE kehrt die beliebte Legendenfigur aus Italien nun mit neuem Schwung zurück. Erzählt wird diesmal die Ursprungsgeschichte der Weihnachtshexe, die 500 Jahre vor dem ersten Teil in einem abenteuerlichen Mittelalter spielt.

.INHALT.

Das Findelkind Paola (Zoe Massenti) ist die geborene Diebin – listig, mutig und schlau. Als eine Hexe namens Dolores (Monica Bellucci) ihr anbietet, auf ihrem Hof mit weiteren Waisenkindern zu leben, entdeckt Paola dort die einzige Zutat, die ihr für ihren geplanten Raubzug noch fehlt: Magie. Doch ihre Jagd nach Gold lockt einen korrupten Hexenjäger an, der ihre neugewonnene Familie bedroht. Nur indem sie in der Liebe zu ihrer Familie die wahre Quelle ihrer Magie findet und dadurch ihr Schicksal als Weihnachtshexe annimmt, kann sie den Hexenjäger besiegen und ihre Geschwister retten.

© Little Dream Pictures

.KRITIK.

Vor einigen Jahren schaffte es die italienische Weihnachtshexe erstmals auf die deutsche Kinoleinwand. Tagsüber getarnt als Grundschullehrerin und nachts als Befana verzauberte sie ein großes Publikum. Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe hatte Märchencharakter. Die freie Erzählung nach einer beliebten italienischen Legende war bestückt mit viel Charisma und Verspieltheit. Und warf, durch den Umstand, dass sich Paola verliebte, auch viele interessante Fragen auf. Nun bekommt die recht frei interpretierte Geschichte ein Prequel geschenkt, dass wir so erstmal gar nicht erwartet haben, aber uns nicht minder darüber freuen.

Uns verschlägt es 500 Jahre zurück ins Mittelalter. In einer niedlichen kleinen Hexenhütte, beherbergt die Hexe Dolores eine Gruppe von Waisenkindern, die sie regelmäßig vor dem skrupellosen Baron schützen muss. Dies gelingt ihr auch immer recht gut, denn der Einsatz von magischen Pulver erleichtert das Vorgehen. Dies sieht mitunter auch recht schön aus, wenn die bunten Wolken das Bild erobern. Ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie schön der Film insgesamt aussieht. Optisch gewinnt der italienische Familienfilm viele Plätze. Die Spezialeffekte machen eine gute Figur und verleihen der Geschichte die notwendige Magie. Auch wurde viel Wert auf die Details gelegt. Zeichnete sich der Vorgänger schon durch liebevoll ausgestaltete Settings aus, punktet auch hier DIE LEGENDE DER WEIHNACHTSHEXE mit einem anspruchsvollen Mittelalter, sowie einem sehr schön anzusehenden Versteck. Darin liegt auch die größte Stärke verborgen. Diese kleinen, aufblitzenden magischen Momente, in der der Film zum Staunen und Verzaubern einlädt. Vorsichtig werden da Erinnerungen an einen prominenten Zauberlehrling wach.

Es könnte tatsächlich auch alles so schön und friedlich weitergehen, wenn da nicht Paola wäre. Die diebische, kleine Hexe stellt Dolores Arbeit auf eine harte Probe. Dolores nimmt Paola auf, doch die hat nichts anderes im Kopf als ihren rebellischen Plan, Gold zu stehlen, weiterhin zu verfolgen. Durch die neuartigen Kräfte, die Dolores in ihr hervorkitzelt, scheint sie das letzte entscheidende Werkzeug für ihren Raubzug gefunden zu haben. Doch durch ihre kriminelle Art bringt sie Dolores und die Waisenkinder in große Gefahr. Erst nach und nach wird Paola ihre wahre Bestimmung offenbart. Und zwar die Arbeit der Weihnachtshexe.

Regisseurin Paola Randi inszeniert Die Legende der Weihnachtshexe ohne große Aufregung und Ernsthaftigkeit. Der Fokus liegt klar auf einem ausgelassenen Märchenfilm für die ganze Familie, der durchaus historische Bezüge innehat. Sicherlich wirkt der Film an vielen Stellen überfrachtet, künstlich albern und für Kinder bis zu einem gewissen Alter auch zu komplex und gruselig, aber ist er durchaus gut ausbalanciert. Man merkt zudem auch, dass Randi vor allem Superstar Monica Belucci als Dolores viel Raum schenkt. So tritt sie mal prunkvoll und elegant, dann mal komplett alternde Heldin auf. Dies nimmt der eigentlichen Hauptdarstellerin und Newcomerin Zoe Massenti viel Wind aus den Segeln. Sich dagegen zu behaupten ist schwer bis nahezu unmöglich. Somit hat sie als eigentliche Weihnachtshexe einen schweren Stand. Nichtsdestotrotz gibt sie ihr Bestes und verzückt mit einem ambitionierten Schauspiel.

.FAZIT.

Nun wirft sich aber die Frage auf, ob wir diesen Film tatsächlich gebraucht haben oder nicht. Da Unsere Lehrerin, die Weihnachtshexe bei mir schon etwas zurückliegt, kann ich kein abschließendes Fazit treffen, ob ja oder nein. Ich finde die Geschichte Zucker und sehr unterhaltsam. Die Effekte sind mehr als solide und Monica Bellucci mit ihren fast 60 Jahren noch immer eine unfassbare Erscheinung. Der Mix aus Weihnachts- und Grusel. im Gewand eines Familienfilms sehr ansprechend und erfrischend. So hebt er sich doch von gängigen Filmen ab, die zu dieser Jahrzeiht uns förmlich überschwemmen.



OriginaltitelLa Befana vien di notte: Le origini
Produktionsland/-jahrItalien 2021
Laufzeit116 min
GenreAbenteuer, Familie, Komödie
RegiePaola Randi
DrehbuchNicola Guaglianone, Menotti
KameraGherardo Gossi
Kino10. November 2022
Home Entertainment
VerleihLittle Dream Pictures