KIDS VS. ALIENS bietet einen höchst unterhaltsamen Mix aus Coming of Age-, Sci-Fi- und Horrorfilm, in dem u. a. Neonfarben und Synthesizerklänge für ein großartiges 80er-Jahre-Retro-Feeling sorgen.
.INHALT.
Es ist das Halloween-Wochenende, und Samanthas (Phoebe Rex) und Garys (Dominic Mariche) Eltern sind mal wieder auf einer ihrer endlosen Geschäftsreisen. Eigentlich hatte Samantha ihrem Bruder versprochen, ihm dabei zu helfen, sein episches Fantasy-Werk mit seinen Kumpels Jack (Asher Grayson Percival) und Miles (Ben Tector) in ihrer Scheune fertigzudrehen. Doch dann lässt sie sich von dem coolen Teenager Billy (Calem MacDonald) dazu überreden, in ihrem Haus eine rauschende Kostümparty zu veranstalten. Als die Stimmung auf dem Höhepunkt ist, crashen außerirdische Fieslinge die Party, und die beiden Geschwister müssen sich zusammenraufen, um die Nacht zu überleben.
.KRITIK.
Ich werde nicht müde zu betonen, was für ein großer Fan ich von Found-Footage-Filmen bin. Leider hat dieses Subgenre in den letzten Jahren nahezu an Bedeutung verloren, was ich persönlich sehr schade finde. Leider wurde mit Hilfe der vorgespielten Wahrheit im Handyformat zu viel dummer Schabernack betrieben, so dass der Untergang die logische Konsequenz war. Vereinzelt findet man noch Produktionen im Low Budget-Bereich, die hier einige Versuche unternehmen, die Glanzzeiten wieder zurückzuholen. Potential hat es nach wie vor, bedarf es allerdings einer umfangreichen Reform. So muss ich mich vorerst an Filmen erfreuen, die zwischen 2008 und 2020 (vereinzelte Werke auch davor und danach) das Licht der Welt erblickten. Mittlerweile habe ich auch alle halbwegs guten Streifen aufgesaugt, darunter auch S-V/H/S aka V/H/S 2. Diese Horror-Anthologie als Sequel des recht erfolgreichen Vorgängers und Wegbereiter weiterer Teile hat nochmal gänzlich neue Maßstäbe gesetzt. Nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch. In Deutschland gibt es diese Sammlung nur sehr schwer bis gar nicht ungeschnitten zu kriegen. Ich bin aber einer der Glücklichen, der die Uncut-Version sein eigen nennen darf. Eine brutale, verstörende Aneinanderreihung von Kurzfilmen, die mal mehr, mal weniger überzeugen. Ein Film von Jason Eisener ist mir allerdings bis heute nicht aus den Kopf gegangen: „Slumber Party Alien Abduction“.
Außerirdische überraschen eine Gruppe Teenager in ihrem Haus und sammeln einen nach dem anderen ein. Home Invasion der extremen Art – die nicht nur beklemmend, sondern durch jenen Found-Footage-Stil unfassbar authentisch und erschreckend inszeniert wurde. Und jener Regisseur, Jason Eisener, dachte sich nach diesem kurzweiligen Ausflug: hier lässt sich doch bestimmt noch mehr rausholen.
Daraus wurde nun KIDS VS. ALIENS – massentauglich, deutlich humorvoller, aber immer noch recht kurzweilig. Ein Film, der sich selbst nicht so ernstnimmt und sich als locker-flockige Hommage an die 80er versteht. Innovativ ist er nicht, auch dürfte die recht einfache Story und die Charakterentwicklung (nicht vorhanden) eher viele vom Sichten abhalten. Aber als Fan derartiger Filme und gerade der Umstand, dass dieses Filmchen auf ein Kapitel aus V/H/S 2 basiert, hat mich dann doch mehr gehyped als erwartet. Der Film braucht etwas in Fahrt zu kommen, doch wirken Kostüme und Action recht solide. Auch sind die Dialoge mitunter sehr witzig und dass die Kids schließlich einen Schlachtplan gegen die außerirdischen Invasoren schmieden (der Spieß wird quasi umgedreht), ist dann doch sehr unterhaltsam. Genrrell muss ich auch sagen, dass die 85 Minuten nicht nur überschaubar sind, sondern sich auch gut wegschauen lassen. Somit hat er die richtige Länge, um sich mal kurz aus dem Alltag zurückzuziehen.
Jason Eisener hat versucht, einen für eine größere Zielgruppe abgestimmten Spielfilm auf die Beine zu stellen. Dies gelingt ihn durchaus, aber nicht jeder dürfte sich an dieser Einfachheit des Filmemachens erfreuen. Man muss schon Freund der B-Movies sein und eine gewisse Vorliebe zu den Trashperlen der 80er besitzen, um hier einen guten Zugang zu bekommen. Ich für meinen Teil hatte Spaß und am Ende kommt es bei derartigen Filmen auch auf nicht mehr an.
.FAZIT.
Tut nicht weh und macht durchaus Spaß: Kids vs. Aliens ist kein Brecher, kein innovatives Werk und weit davon entfernt irgendwie besonders zu sein. Aber das braucht es hier tatsächlich auch nicht. Die Vielzahl an Kritiken zu diesem Film sind schlecht, aber wer eine Ader für leichte Kost, 80er-Jahre-Trash und B-Movie-Vibes mit Stranger Things-Synths, der kann 85 Minuten investieren.
| Originaltitel | Kids vs. Aliens |
| Produktionsland/-jahr | USA 2022 |
| Laufzeit | 85 min |
| Genre | Horror, Science-Fiction, Komödie |
| Regie | Jason Eisener |
| Drehbuch | John Davies, Jason Eisener |
| Kamera | Mat Barkley |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 28. September 2023 |
| Verleih | PLAION PICTURES |

