Basierend auf der furchterregenden wahren Geschichte von Robert ‚Willy‘ Pickton, dem Schweinebauern und produktiven Frauenmörder, dessen grauenhafte Verbrechen die Welt schockierten. PIG KILLER zeigt auf drastische Weise Picktons verbrecherischen Bauernhof, auf dem fast fünfzig Frauen vergewaltigt, gefoltert, zerstückelt und an Schweine verfüttert wurden.
.INHALT.
Schweinebauer Robert „Willy“ Pickton (Jake Busey) ist ein Außenseiter, der mit Drogen dealt und wilde Partys schmeißt. Dabei verschwinden immer wieder Frauen spurlos. Die Spur führt anfangs ins Nichts, doch mit jeder weiteren Bluttat wird klar: Willy verarbeitet seine Opfer zu Menschen- und Schweinefutter. Ein Entkommen… aussichtslos.
.KRITIK.
Serienmörder und dessen Geschichten wegen in uns, dem Zuschauer, eine gewisse Neugier. Was geht in diesen Menschen vor? Was ist ihre Motivation? Warum sprengen sie sämtliche Regeln und betrachten das Rechtssystem als nichtig? Film, wie PIG KILLER, führen uns mögliche Antworten vor Augen. Doch meist fehlt eine plausible Erklärung für Aktion und Reaktion. Netflix ist den Weg gegangen, Dokumentation als authentisches Mittel zu wählen oder eine Art Porträt zu wählen, wie bei Dahmer. Pig Killer geht jedoch einen gänzlich anderen Weg. So trägt der Film das Etikett „basierend auf einer wahren Geschichte“ und bleibt sich dabei auch stets treu.
Als wir Pickton das erste Mal treffen, erleben wir ihn bei seiner fast alltäglichen Routine. Es gibt nur sehr sporadische Einblicke in die Anfangsgeschichte von Pickton, abgesehen von vereinzelten Rückblenden von ihm. Wir werden unter anderem Zeuge, wie Pickton und seine Mutter leidenschaftlichen Sex haben. Dies ist wahrscheinlich die unsensibelste Art zu suggerieren, dass Pickton aus Erniedrigung und Unvollkommenheit geboren wurde. Tatsächlich bittet Pickton sein erstes Opfer Brenda, ihn „Piggy“ zu nennen. Dies könnte möglicherweise der Spitzname sein, mit dem er gemobbt wurde und er sich in Form einer Selbstgeißelung zu unbändigen Zorn zwingt. Dieser Vorfall ist auch der Indikator für eine beispiellose Mordserie. Als hätte dieses Ereignis alles in Pickton hervorgerufen, was er hinter der eh schon instabilen Fassade versucht hat zu verstecken. Er begibt sich in einen unkontrollierbaren Rausch, der in etwas Nekrophilie, Zerstückelung und Entsorgung mündet. Und wäre dies nicht nur schrecklich und sonderbar genug, geschieht das alles vor den Augen von Picktons muskelbepackten Schwein Balthazar. Eine verschrobene und verstörende Form des Voyeurismus.
Was ziemlich merkwürdig ist, wie ich finde, ist der augenzwinkernde Ansatz, den Ferrin hier etabliert. Pickton wird nicht nur als Verkörperung des Bösen dargestellt, sondern eher als fehlgeleiteter Perverser, der zufällig Frauen tötet. Und es gibt subtile (und nicht so subtile) Versuche dunklen Humor im ganzen Film einzubetten. Das verleiht dem Film einen gewissen Unterhaltungsfaktor und die notwendigen Verschnaufpausen, doch dann muss man sich wieder selbst ins Gewissen reden. Schließlich ist das kein Film zum reinen Vergnügen. Es ist und bleibt eine wahrhaftige Geschichte und das Leid, auch wenn es hier nur gespielt ist, hat sich mit Sicherheit auch genauso vor vielen Jahren zugetragen. Es ist ein Ritt auf Messers Schneide. Ferrin versucht aber eben diesen Spagat aus Entertainment und Aufarbeitung gut auszubalancieren. Schockierend ist das Gezeigte allemal. Doch Trash, wie ich ihn anfangs bezeichnen wollte, ist Pig Killer definitiv nicht.
.FAZIT.
Pig Killer ist verstörend, auf seine Art aber auch schwarzhumorig und ferner betrachtet auch eine Art Charakterstudie. Jake Busey (kein Unbekannter) gelingt es mit seiner eigenen Art von geistig verwirrtem Spiel, eine gewisse Faszination zu wecken. Wir sind gefesselt, aber nur so lange, bis der Film seinen blutigen Raubzug an uns beginnt. Er ist brutal, hart und keine Schönheit, aber ist er auch weit davon entfernt, ein loser Film unter vielen zu sein.
| Originaltitel | Pig Killer |
| Produktionsland/-jahr | USA 2022 |
| Laufzeit | 122 min |
| Genre | Horror, Krimi, Thriller |
| Regie | Chad Ferrin |
| Drehbuch | Chad Ferrin |
| Kamera | Jeff Billings |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 9. November 2023 |
| Verleih | Busch Media Group |

