DIE FAUST DES CONDORS | Ein Liebesbrief an die Martial-Arts-Filme vergangener Tage

DIE FASUT DES CONDORS ist ein spektakuläre Martial-Arts Epos mit atemberaubender Action und mitreißenden Choreografien. Eine Verneigung vor dem Hong-Kong-Kino der 60er- und 70er-Jahre, dass dennoch eine eigenständige Handschrift hat.

.INHALT.

Einer Legende zufolge haben sich die Inkas im 16. Jahrhundert mit einer tödlichen Kampftechnik gegen die Spanier gewehrt: der Faust des Condors. Bis heute wird das Geheimnis durch einen ausgewählten Großmeister streng gehütet. Verschiedene Kampfsportler suchen die Anleitung und wollen gegen den Meister kämpfen. Doch sie finden nur seinen Bruder, der die Künste allerdings auch perfekt beherrscht. 

@ Tiberius Film

.KRITIK.

Ich liebe Martial-Arts-Filme und bin ein großer Fan des alten Hong-Kong-Kinos der 60er- und 70er-Jahre, das maßgeblich von großen Namen geprägt war. Allen voran Jackie Chan hat es mir in den letzten drei Jahrzehnten schwer angetan und sein Eifer und seine Liebe für Kampfkunst in Kombination mit Humor hat mich geprägt. Es hat vor allem meine Liebe für Filme jeglicher Art beeinflusst. Auch wenn ich mich mit der Zeit eher größeren Filmen gewidmet habe, so haben derartige Filme nach wie vor einen Platz in meinem Herzen. Nicht zuletzt auch durch die The Raid-Reihe aus Indonesien und eben auch durch Keanu Reeves in John Wick. Und gerade im vierten Kapitel des ehemaligen Auftragskillers, dessen Reise mit den Verlust seines Hundes und Autos begann, findet sich ein Mann wieder, der in einem aufregenden Actionfilm die Hauptrolle spielt.

DIE FAUST DES CONDORS könnte allein vom Titel aus Hong Kong oder China stammen, dabei handelt sich um eine interessante Hommage aus Chile. Chile ist tatsächlich nicht bekannt für derartige Streifen, doch wurde ich ziemlich überrascht. So markiert er einen bemerkenswerten Punkt in der Karriere des chilenischen Martial-Arts-Stars Marko Zaror, der jüngst auch in John Wick: Kapitel 4 mit seiner Kampfkunst überzeugen konnte. Der Film, in dem Zaror die Hauptrolle spielt, bietet eine persönliche Reise des Schauspielers als Martial-Artist und vermittelt dabei eine mythologische Kampfkunstphilosophie. Trotz des geringen Budgets und der entlegenen Drehorte präsentiert der Film explosive Martial-Arts-Action, die von Zarors beeindruckenden Fähigkeiten in Taekwondo, Kickboxen und anderen Kampfkünsten zeugt.

Inspiriert von den Martial-Arts-Filmen des Fernen Ostens und voller Verweise auf Klassiker des Genres, setzt Die Faust des Condors auf gut choreografierte Kämpfe, die, obwohl sie manchmal in akrobatische Elemente abdriften, die Handlung unterstützen und von einer exzellenten Kameraarbeit eingefangen werden. Der Film ist kurz, aber intensiv, und zeigt nicht nur Zarors Können, sondern präsentiert auch unbekannte Martial-Arts-Künstler und die unterschiedlichen Facetten Chiles als Drehort. Von Küstenstreifen über trostlose Gebirgszüge bis hin zu grünen Wäldern findet sich hier alles wieder. Allein das weckt Erinnerung an vergangene Klassiker, die in vergleichbaren Settings Filmgeschichte schrieben.

.FAZIT.

Für diejenigen, die nach einem Blockbuster im Stil von John Wick suchen, mag dieser Film nicht die richtige Wahl sein. Aber für Liebhaber authentischer Martial-Arts-Filme im Stile diverser Klassiker, die über ihre kleinen Mängel hinwegsehen können, ist Die Faust des Condors ein kleines Juwel. Es ist schon beeindruckend, dass ein Land, das nicht für sein Martial-Arts-Kino bekannt ist, einen solchen Beitrag liefert. Insgesamt eine Empfehlung für alle, die sich für spannende und leidenschaftliche Kampfkunstfilme interessieren.



OriginaltitelEl Puño del Cóndor
Produktionsland/-jahrChile 2023
Laufzeit80 min
GenreAction, Kampfsportfilm
RegieErnesto Díaz Espinoza
DrehbuchErnesto Díaz Espinoza
KameraNicolás Ibieta, Benjamín Luna Vaccarezza
Kino
Home Entertainment4. Januar 2024
VerleihTiberius Film

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