CURSE OF THE PIPER – MELODIE DES TODES | Die dunkle Macht hinter der Musik

In CURSE OF THE PIPER – MELODIE DES TODES stößt die junge Komponistin Melanie bei der Vollendung des Konzerts ihrer verstorbenen Mentorin auf eine dunkle Macht, die durch die Melodie entfesselt wird.

.INHALT.

Beim verzweifelten Versuch die Notenblätter ihres Konzertes zu vernichten, verbrennt die Mentorin der jungen Komponistin Melanie (Charlotte Hope) auf mysteriöse Weise bei lebendigem Leib. Trotz ihres plötzlichen Todes steht die Aufführung von Maestro Gustafson (Julian Sands) und seinem Orchester kurz bevor. Melanie besteht darauf, die verschollenen Noten ihrer verunglückten Mentorin ausfindig zu machen, um das Konzert rechtzeitig zu vollenden. Doch auf der der Suche nach Antworten stößt sie schon bald auf die verstörenden Ursprünge der Melodie und die dunkle Macht, die sie entfesselt hat.

©️ EuroVideo Medien

.KRITIK.

CURSE OF THE PIPER – MELODIE DES TODES blieb mir relativ lange verborgen. Ich brauchte einige Zeit, den Umfang des Films zu verstehen. Die Botschaft, also was er mir… uns… konkret sagen möchte. Ich verlor mich tatsächlich in dieser beeindruckenden Musik, die den Film wie eine unsichtbare Aura umgibt. Der Sound ist unverwechselbar und beeindruckt auf ganzer Linie. Der isländische Regisseur Erlingur Thoroddsen gelang es, eine tolle Symbiose aus Handlung und Musik zu kreieren und so – leider – auch geschickt von einigen Mängel abzulenken.

Ich habe etwas gebraucht zu verstehen, dass sich Thoroddsen das Motiv des Rattenfängers von Hameln bedient. Da sich alles um einen unheimlichen Flötenspieler dreht, ist dieser Umstand naheliegend. Deutsche Sagen sind bekannt für ihren gruseligen Touch. Nicht ohne Grund sind gerade die Märchen der Gebrüder Grimm oft von Schauder und Düsternis begleitet und finden in der modernen Zeit kaum noch im Original statt. Über die Zeit wurden diese Geschichten angepasst, verändert oder wie manche sagen, sogar inhaltlich verstümmelt. Selten findet sich ein authentisches Werk wieder. Thoroddsen geht hier auch nicht tiefer ins Detail. Vielmehr sind es einzelne Aspekte der deutschen Sage, die fast jedes Kind kennt. Sie bildet den Rahmen für die übernatürliche Bedrohung, die sich immer weiter entfesselt. Allerdings verpasst es Thoroddsen diesem Motiv die notwendige Durchschlagskraft zu geben. Der Film ist gruselig, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten. Dies lässt sich aber durchaus damit erklären, dass der Fokus auf der Melodie liegt. Man merkt das Schaffen von Komponist Christopher Young, der dieses gewisse Etwas mitbringt. Die Handlung bleibt über weitere Strecken straff, kontinuierlich spannend, aber nicht 100 Prozent zwingend. Es fehlt am Ende dieses eine Quäntchen. Doch ertönt dieser Klang, so kann man eben jene Makel im Drehbuch verzeihen. Dies ist auch schon eine Kunst.

Für mich ist es allerdings kein klassischer Horrorfilm. Für mich ist es ein mystischer Thriller, der Horrorelemente beinhaltet, sich aber nicht gänzlich darauf konzentriert. Sicherlich kann der Film auch das Extreme zeigen, wenn er hier und da in grausamen Szenen fast schon in den Slasher abdriftet. Aber das bleibt alles unter dem Strich zu kühl. Aber muss er auch so sein? Er ist gut, wie er ist. Er hat seine starken, wie auch schwachen Momente. Probiert sich an einer Sage, ohne sie komplett zu erzählen. Er macht vieles richtig, fordert aber am Ende des Tages vor allem die Darsteller zu wenig. Immerhin kann er Spannung aufbauen und halten. Aber das Beste bleibt eben die Musik.

.FAZIT.

Das Motiv des Rattenfängers von Hameln wird nur recht oberflächlich angedeutet, und nicht alle Elemente des Unheimlichen lassen sich hier schlüssig und nachvollziehbar erklären, jedoch tröstet die einzigartige Musik über einige dramaturgische Schwächen hinweg. Leider schöpft Curse of the Piper – Melodie des Todes nicht ganz sein Potential aus, doch für den einen oder anderen Musikliebhaber und Genre-Fan könnte es durchaus lohnenswert sein, diesen interessanten Film zu schauen. Eine willkommene Abwechslung zum elitären Einheitsbrei!



OriginaltitelThe Piper
Produktionsland/-jahrGroßbritannien, Lettland 2023
Laufzeit95 min
GenreHorror, Mystery
RegieErlingur Thoroddsen
DrehbuchErlingur Thoroddsen
KameraDaniel Katz
Kino
Home Entertainment5. Januar 2024 (digital)
VerleihEuroVideo Medien

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