DAS ERWACHEN DER JÄGERIN | Eine Frau gegen Vergangenheit und Vater

In DAS ERWACHEN DER JÄGERIN wird die junge Mutter Helena von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt. Als ihr Vater, ein verurteilter Mörder, aus dem Gefängnis flieht, muss Helena ihre neue Familie beschützen und wird so selbst zur Jägerin …

.INHALT.

Helena (Daisy Ridley) führt mit ihrem Ehemann Stephen (Garrett Hedlund) und ihrer kleinen Tochter ein beschauliches Leben in einer Vorstadt in Michigan. Hinter der gutbürgerlichen Fassade verbirgt sie
jedoch ein dunkles Geheimnis: Ihr Vater (Ben Mendelsohn) ist der berüchtigte „Moorkönig“, ein verurteilter Mörder, der Helena und ihre Mutter über Jahre in der Wildnis gefangen hielt. Ihr ganzes Leben lang hat sie versucht, diese schreckliche Wahrheit hinter sich zu lassen. Doch als ihr Vater nach 18 Jahren aus dem Gefängnis ausbricht, wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Helena spürt, dass er sie sucht und ihrer Familie unmittelbare Gefahr droht. Um ihre Liebsten zu schützen, muss sie sich an die Lektionen ihres Vaters erinnern, die der ihr einst in der Wildnis beigebracht hat – und den Jäger so selbst zum Gejagten machen …

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.KRITIK.

Helena (gespielt von Daisy Ridley) ist ein junges Mädchen, das in den Sümpfen aufgewachsen ist und darauf trainiert wurde, in der Natur zu überleben. Diese Naturverbundenheit hat aus Helena in gewisser Weise eine Kriegerin gemacht, denn sie besitzt ein Repertoire an Überlebenstechniken, von den Großstädter nur träumen. Doch das, was sie einst durch den Vater erlernte, muss sie nun von heute auf morgen gegen ihn anwenden. Ihr Vater ist ein verurteilter Mörder und bricht nach 18 Jahren aus dem Gefängnis auf. Er hat nur ein Ziel und das ist Helena. Das einstige Band, gewollt oder ungewollt, welches bestand, ist kein Argument mehr. Helena ist fest entschlossen ihren Vater zur Strecke zu bringen. Denn das Band, was sie mal verband, ist lediglich ein Überbleibsel aus Angst, Schrecken und Terror.

DAS ERWACHEN DER JÄGERIN basiert auf dem gleichnamigen Thriller-Bestseller von Karen Dionne. Ich selbst habe allerdings das Buch nicht gelesen, daher wird es hier keine klassischen Vergleichswerte von mir geben. Doch der Film – einzeln betrachtet – hat starke, wie auch schwache Momente. Was zunächst auffällt ist der Einstieg des Films. Mir gefiel die echte Bindung zwischen Vater und Tochter in der Wildnis. Diese Unberührtheit, diese scheinbare Ruhe. Alles wirkt so zufrieden und unschuldig. Doch man erahnt in Nuancen, wie es hinter der Fassade aussieht. Später im Film wird dies klar, wie zerrissen Helena zwischen der modernen Welt und der Natur ist. Sie weiß nicht, wo ihr Platz ist. Der Film zeigt die extreme Bindung und Liebe zwischen einer Mutter und einer Tochter sowie die Vergötterung eines Vaters. Dieser Aspekt ist gut eingefangen und sehenswert. Die Geschichte entwickelt sich in einem guten Tempo und wird gut erzählt.

Gerade auch für diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, bietet der Film völlig neue Möglichkeiten der Überraschung. Es tut sich in gewisser Weise ein Rätsel für den Zuschauer auf, dass es zu lösen gilt. Die Geschichte und die Charaktere bleiben ein unbeschriebenes Blatt und der Zuschauer kann unabhängig von der Geschwindigkeit mit der Handlung Schritt halten. Personen, die das Buch gelesen haben, könnten dagegen das Tempo als abweichend oder zu langsam empfinden.

Was die Geschichte und das Schauspiel betrifft, haben die Darsteller einen guten Job gemacht. Sie holen aus dem Drehbuch viel Gutes raus. Das Drehbuch selbst wurde gut an die aktuelle Zeit angepasst, besitzt aber so einige Logiklöcher und Plot Holes. Die Kameraarbeit ist gut und das Setting sorgt zusätzlich für diese düstere Atmosphäre. Kaum vorstellbar, dass in dieser Abgelegenheit es zu einem unfassbaren Showdown kommt, den kaum einer in Wirklichkeit mitbekommen würde.

.FAZIT.

Ein mitreißender, spannender und zugleich tiefgründiger Film: Das Erwachen der Jägerin hat seine Momente, die einem dem Atem rauben, in einem guten Tempo wird hier der Disput einer Frau erzählt, die zwischen Natur und moderner Welt ihren Platz sucht und sich gleichzeitig einer dunklen Vergangenheit stellen muss. Neil Burger macht ihr einen guten Job und das Schauspiel ist sehenswert. Einzig das Drehbuch gilt hier als das größte Manko. Es wirkt nicht immer plausibel, ist des Öfteren unlogisch und scheint sich mehr vorgenommen zu haben als es am Ende in der Lage war zu erzählen.



OriginaltitelThe Marsh King’s Daughter
Produktionsland/-jahrUSA 2023
Laufzeit109 min
GenreKrimi, Drama, Mystery, Thriller
RegieNeil Burger
DrehbuchElle Smith, Mark L. Smith, Karen Dionne
KameraAlwin H. Küchler
Kino25. Januar 2024
Home Entertainment19. April 2024
VerleihTOBIS

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