ELLA UND DER SCHWARZE JAGUAR | Wenn die Wildnis nach Hilfe ruft

Mit seiner jüngsten Regiearbeit beweist Tierfilmspezialist Gilles de Maistre erneut sein außergewöhnliches Talent für packende Filmabenteuer mit wilden Tieren in freier Natur. Mit viel Gespür für den Moment und in spektakulären Naturaufnahmen erzählt er in ELLA UND DER SCHWARZE JAGUAR von der einzigartigen Freundschaft zwischen einem Mädchen einem seltenen schwarzen Jaguar. Zeitgleich ist der Film auch ein Plädoyer für den Natur- und Tierschutz, der auch auf die Situation indigener Völker aufmerksam macht, deren Lebensraum massiv bedroht ist.

.INHALT.

Ella (Lumi Pollack) ist keine gewöhnliche Teenagerin: Ihre Kindheit hat sie im Dschungel des Amazonas verbracht und ihre beste Freundin ist Hope – ein schwarzer Jaguar, den sie als verwaistes Jungtier aufgezogen hat. Doch nach dem tragischen Tod von Ellas Mutter beschloss ihr Vater Paul (Paul Greene), dem Amazonas den Rücken zu kehren und nach New York zu ziehen. Ellas größter Traum ist es seitdem, an den Ort zurückzukehren, an dem sie aufgewachsen ist. Als sie erfährt, dass Wilderer im Amazonas Jagd auf seltene Tiere machen und Hope in Gefahr ist, hält Ella es nicht mehr aus: Sie entscheidet, sich auf ein Abenteuer einzulassen, das ihr Leben für immer verändern wird…

.KRITIK.

In seinem neuesten Werk ELLA UND DER SCHWARZE JAGUAR erzählt der französische Regisseur Gilles de Maistre erneut von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Und wie immer sind es die spektakulären Naturaufnahmen in Kombination mit eindringlichen Close-ups, die für emotioanle und zugleich auch sehr berührende Momente sorgen. Zieht man an dieser Stelle auch die wirklich gute Montage heran, die feinfühlig und geschickt zwischen Ella und dem Jaguar hin- und herwechseln, so hat man wieder ein dickes Ausrufezeichen von Film vor sich. Es ist generell schön mit anzusehen, wie Mensch und Tier in einer einzigartigen Symbiose zusammenleben können. Da vergisst man dann doch, dass es sich hier um ein Kind und eine Raubkatze geht.

Aber eben diese authentische Erzählweise, geprägt von intensiven Momenten zwischen Mensch und Tier, ist typisch für de Maistre und fügt sich nahtlos in sein Repertoire ein. Dabei gelingt es ihm, die Aufmerksamkeit der Zuschauer durch die Mischung aus emotionalen Bindungen und visueller Faszination zu fesseln. Diese Herangehensweise wird in Ella und der schwarze Jaguar sehr gut fortgeführt, wodurch der Film nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch eine Botschaft des Natur- und Artenschutzes transportiert. Aber trotz des ernsten Untertons bleibt dennoch auch mal Raum fürs Durchatmen. Es sind dann vor allem diese Momente, wo auch mal eine Prise Humor Einzug hält. Aber Hauptaugenmerk ist dann doch der Natur- und Artenschutz. Der Film schildert gerade im Amazonas-Gebiet die Wichtigkeit dessen. Dies bildet auch die Motivation von de Maistre, immer wieder aufs Neue dem Zuschauer die Sterblichkeit der Natur bedingt durch den massiven Eingriff des Menschen uns vor Augen zu führen.

Aber der Film ist nicht nur ein Fingerzeig, er ist auch ein Appell, dass es noch nicht zu spät ist, einzuschreiten und etwas zu verändern. Aber dies schaffen wir eben nur, wenn wir es gemeinsam an einem Strang ziehen. Es empfiehlt sich gerade mit seinen kleinen Kindern den Film zu schauen. Bei den jungen Zuschauern werden definitiv Fragen aufgeworfen und Diskussionen angeregt. Daher ist ein gemeinsamer Kinobesuch, gefolgt von einer Diskussionsrunde, definitiv lohnens- und empfehlenswert.

.FAZIT.

Ella und der schwarze Jaguar mag auf dem Papier durchaus eine fiktionale Geschichte sein, aber die thematisierte Problematik ist aktuelle und wichtiger denn je. Der Kampf für den Natur- und Tierschutz geht uns am Ende des Tages für eine vielfältige Welt alle an und so finde ich einmal mehr das Schaffen von Regisseur Gilles de Maistre bemerkenswert. Es mag manchmal etwas plakativ wirken, aber die eindringlichen Bilder aus Natur- und Nahaufnahmen regen zum Nachdenken an.



OriginaltitelLe dernier jaguar
Produktionsland/-jahrFrankreich, Deutschland, Kanada 2024
Laufzeit100 min
GenreAbenteuer, Komödie, Familienfilm
RegieGilles de Maistre
DrehbuchPrune de Maistre
KameraOlivier Laberge
Kino1. Februar 2024
Home Entertainment20. Juni 2024
VerleihSTUDIOCANAL

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