Mit einem Einspielergebnis von über 260 Millionen US-Dollar gehört die intergalaktische Version von Stirb langsam zu den erfolgreichsten, europäischen Filme aller Zeiten. Ja, DAS FÜNFTE ELEMENT ist ein Film „Made in Europe“. Luc Besson ist ein visuell einzigartigen Meisterwerk gelungen, dass auch nach fast 30 Jahren kaum an Faszination eingebüßt hat.
.INHALT.
New York im 23. Jahrhundert. Ex-Elitesoldat Korben Dallas (Bruce Willis) staunt nicht schlecht, als ihm eine athletische Amazone durchs Dach seines Flugtaxis kracht. Plötzlich liegt die Zukunft der Menschheit in seinen Händen, denn Leeloo (Milla Jovovich) ist das „Fünfte Element“: von Außerirdischen zur Erde geschickt, um den Planeten gegen das unfassbar Böse zu verteidigen. Korben bringt sie zu Priester Vito Cornelius (Ian Holm), der mit Leeloos Volk in Verbindung steht, und erfährt, dass Leeloo vier besondere Steine braucht, um ihren Zauber zu entfalten. Hinter denen ist auch Waffenhändler Zorg (Gary Oldman) her, der mit dem Bösen im Bunde ist. Mithilfe außerirdischer Krieger setzt er alles daran, um Korbens globale Rettungsmission zu torpedieren …
.KRITIK.
DAS FÜNFTE ELEMENT gehört – nicht zuletzt auch wegen Bruce Willis in der Hauptrolle – zu meinen liebsten Filmen. Ich lehne mich auch so weit aus dem Fenster und behaupte, man sollte diesen Film in seinem Leben mindestens einmal gesehen haben. Für einen Film der 90er ist das ganz großes Kino und ein Definitionsbeispiel dafür, wenn es darum geht, einen Blockbuster zu beschreiben. Popcornkino in seiner reinsten Form! Noch heute breche ich in Begeisterungsstürme aus, wenn ich den Film schaue. Er unterhält mich jedes Mal wie beim ersten Mal und das spricht stark für Luc Bessons Sci-Fi-Meisterwerk.
Der Film erschien in einer Ära, in der Special Effects immer besser wurden. Ein Jahr zuvor zerstörte Roland Emmerich mit Independence Day die Welt und heute düst Bruce Willis mit seinem fliegenden Taxi durch die futuristischen Häuserschluchten von New York, um kurz darauf mit einem bunten Haufen die Menschheit zu retten. Das ist von Anfang bis Ende Kult. Doch warum ist der Film auch heute noch so gut?
Special Effects und CGI haben im 21. Jahrhundert unglaublich an Qualität dazugewonnen. Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Nicht immer perfekt, aber manchmal dann doch täuschend echt. Gerade in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre haben nun mal Filme wie Independence Day oder Armageddon visuell völlig neue Maßstäbe gesetzt und sind auch bis dato schön anzusehen. In diese Riege reiht sich auch ein beeindruckend ausgearbeiteter Film wie Das fünfte Element. Unterstützt wird aber dieser Eindruck auch durch die Settings und die farbenfrohe Kostümgestaltung von Designer Jean-Paul Gaultier. Es schreit nach „Future“. Alles wirkt so up to date und modern, zukunftsorientiert und zukunftsbewusst. Mir kam ja noch nicht einmal der Gedanke, dass dies völlig schräg oder überzogen sein könnte. Es wirkte echt. Echt wirken auch die Figuren. Die Charakterzeichnung ist eines der Herzstücke des Films. Luc Besson hat hier viel Wert auf die Geschichten und Eigenschaften seiner Hauptdarsteller gelegt. Bruce Willis spielt irgendwie John McClane, Milla Jovovich ist die toughe Lady aus Resident Evil (der aber erst deutlich später erschien), Ian Holm ist Bilbo Beutlin aus Herr der Ringe (ebenfalls viel später erschienen) oder Chris Tucker ist die aufgedrehte Quasselstrippe aus Rush Hour. Also jeder hat seine Stärken wohlwollend in den Film mit eingebracht und den Film damit persönlicher gemacht. Etwas, was ich sehr schätze an den Film.
Aber wer Luc Besson kennt, muss auch auf Action hier nicht verzichten. Die Actionsequenzen sind packend und dynamisch inszeniert. Besson gelingt es, eine Mischung aus schnellen Kämpfen, Verfolgungsjagden und explosiven Effekten zu präsentieren, die den Zuschauer von Anfang bis Ende einfach fesseln und wie bereits erwähnt auch trotz der fast 30 Jahren auf dem Buckel noch immer gut aussehen. Neben der Action bietet der Film jedoch auch eine ganze Menge Humor, vor allem durch Ruby Rhod – gespielt von Chris Tucker. Rhods exzentrische Persönlichkeit und sein flamboyanter Stil sorgen für Lacher und brechen die Ernsthaftigkeit der Rettungsmission auf angenehme Weise auf.
.FAZIT.
Das fünfte Element ist ein zeitloser Sci-Fi-Klassiker, der sich durch seine einzigartige Ästhetik, aufregende Action und humorvolle Elemente auszeichnet. Luc Besson hat eine faszinierende Welt erschaffen, die auch nach fast drei Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung nichts von ihrer Faszination verloren hat. Der Film bleibt ein beeindruckendes Beispiel für die kreative Kraft des Science-Fiction-Genres.
| Originaltitel | The Fifth Element/Le cinquième élément |
| Produktionsland/-jahr | Frankreich, Großbritannien, USA 1997 |
| Laufzeit | 126 min |
| Genre | Abenteuer, Action, Science-Fiction |
| Regie | Luc Besson |
| Drehbuch | Luc Besson, Robert Mark Kamen |
| Kamera | Thierry Arbogast |
| Kino | 28. August 1997 |
| Home Entertainment | 28. August 1998 (VHS) |
| Verleih | TOBIS |

