Oscar®-Gewinner Alexander Payne, der sich wie kein Zweiter auf warmherzige Geschichten voller Menschlichkeit versteht, meldet sich mit THE HOLDOVERS zurück. Mit viel Feingefühl, noch mehr Herzenswärme und dem für ihn typischen Humor erzählt Payne davon, dass man zusammen weniger allein ist – und manchmal gerade von den Menschen am meisten lernt, mit denen man am wenigsten gemeinsam hat.
.INHALT.
Weihnachtsstimmung? Leider nein! Im Elite-Internat Barton Academy betreut der unbeliebte Lehrer Mr Hunham (Paul Giamatti) die unglücklichen Schüler, die nicht wissen, wo sie die Feiertage verbringen sollen. Nach ein paar Tagen ist nur noch ein Schüler übrig, der aufmüpfige Angus (Dominic Sessa). Zusammen mit Köchin Mary (Da’Vine Joy Randolph) erleben sie allerlei kuriose Missgeschicke und bewegende Momente, die das ungleiche Trio zu einer Ersatzfamilie wider Willen zusammenschweißen.
.KRITIK.
Regisseur Alexander Payne entführt uns in seinem oscarprämierten Film THE HOLDOVERS in das Neuengland der 70er-Jahre. Die Geschichte dreht sich um den verbitterten Geschichtslehrer Paul Hunham (gespielt von Paul Giamatti), der während der Weihnachtsferien 1970/1971 mit einem renitenten Schüler und der Schulköchin auf dem Campus eines elitären Internats festsitzt. Diese Situation ist für alle ungewöhnlich gewöhnlich und nach anfänglichen Schwierigkeiten, keimt aus dieser schwierigen Situation ein Hoffnungsschimmer, der einem Weihnachtswunder gleichkommt.
Die melancholische Grundstimmung des Films wird von witzigen Momenten und erstklassigen Darbietungen der Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller begleitet. Wenig verwunderlich ist da die Leistung von Paul Giamatti, der als pedantischer Lehrer, der unter seiner harten Schale einen weichen Kern verbirgt, überzeugt. Man könnte fast meinen, als wäre ihm die Rolle auf dem Leib geschrieben worden. Er spielt Hunham mit so viel Überzeugung, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Seine Beziehung zu dem aufsässigen Schüler Angus (gespielt von Dominic Sessa) und der herzlichen Köchin Mary (gespielt von Da’Vine Joy Randolph, die nachvollziehbar und verdient einen Oscar als Beste Nebendarstellerin mit ihrer Rolle gewinnen konnte) entwickelt sich zu einer ungewöhnlichen Feierlichkeit. Während man sich zu Beginn noch buchstäblich auf den Sack geht, bricht mehr und mehr die Fassade aller Akteure ein und zum Vorschein kommen Charaktere, die sich nichts sehnlicher wünschen als geliebt und verstanden zu werden. Payne gelingt hier mit viel Fingerspitzengefühl und einer gut ausbalancierten Geschichte zwischen Komödie und Drama, ein warmherziges Statement zu setzen.
Das Retro-Feeling von The Holdovers ist nicht nur auf die 70er-Jahre-Ästhetik beschränkt. Die Ausstattung mit Kostümen, Frisuren und Kulissen ist erstklassig, und die Auswahl der melancholischen Classic-Rock-Songs von Cat Stevens bis zur Allman Brothers Band trägt zur nostalgischen Atmosphäre bei. Visuell wird der Look von Filmen aus den frühen Siebzigern geschickt eingefangen und rundet so das positive Gesamtbild absolut ab.
.FAZIT.
Die Tragikomödie vermittelt eine wichtige Botschaft über Menschlichkeit und Werte in einer Welt, die scheinbar stillsteht. The Holdovers ist ein warmherziger Film, der perfekt zu Weihnachten passt, aber auch den Rest des Jahres sehenswert ist und bleibt.
| Originaltitel | The Holdovers |
| Produktionsland/-jahr | USA 2023 |
| Laufzeit | 133 min |
| Genre | Komödie, Drama |
| Regie | Alexander Payne |
| Drehbuch | David Hemingson |
| Kamera | Eigil Bryld |
| Kino | 25. Januar 2024 |
| Home Entertainment | 11. April 2024 |
| Verleih | Universal Pictures Home Entertainment |

