DER UNTERGANG, unter der Regie von Oliver Hirschbiegel, ist ein eindrucksvolles Werk, das die letzten Tage Adolf Hitlers im Bunker während des Untergangs des Dritten Reichs darstellt. Der Film basiert auf den Memoiren von Traudl Junge, Hitlers letzter Privatsekretärin, und weiteren historischen Quellen. Er gibt einen intensiven Einblick in die letzten Momente eines Mannes, der einen der dunkelsten Abschnitte der Menschheitsgeschichte geprägt hat.
.INHALT.
Traudl Junge (Alexandra Maria Lara) wird 2 1/2 Jahre nachdem Hitler (Bruno Ganz) sie als seine Sekretärin engagierte Zeuge, wie vom 20. April bis zum 2. Mai das Dritte Reich untergeht. Im Berliner Bunker duellieren sich Kapitulationsgedanken und Durchhalteparolen, Restvernunft und Realitätsflucht, bis die Rote Armee unaufhaltsam vorrückt und Hitler, Goebbels (Ulrich Matthes) und engste Vertraute ihren Selbstmord planen und durchführen.
.KRITIK.
Oliver Hirschbiegels DER UNTERGANG ist ein intensives und kontrovers diskutiertes Porträt der letzten Tage des Dritten Reichs, das Adolf Hitlers Untergang in bedrückender Nähe nachzeichnet. Mit Bruno Ganz in der Rolle des Führers rückt der Film das persönliche Scheitern Hitlers und seiner engsten Vertrauten in den Fokus und wirft zugleich einen erschütternden Blick auf die unausweichliche Katastrophe, die sich im Führerbunker während der letzten Kriegstage abspielt.
Bruno Ganz’ Darstellung Adolf Hitlers ist das Herzstück des Films. Ganz verkörpert Hitler auf eine erschütternd authentische Weise, die weit über die übliche Karikatur des Diktators hinausgeht. Sein Spiel zeigt einen Hitler, der zwischen Wahn und Zusammenbruch schwankt, sowohl machtlos als auch grausam, fast gebrechlich und doch voller Verachtung. Diese Menschlichkeit, die Ganz der Figur verleiht, ist faszinierend und erschreckend zugleich, weil sie zeigt, dass auch ein Mann, der so monströse Taten begangen hat, schwache und verzweifelte Seiten hatte.
Ganz‘ Darstellung wurde international hochgelobt, und zu Recht – selten hat ein Schauspieler eine so schwierige und riskante Rolle mit solch tiefgehender Nuancierung gespielt. Besonders bekannt wurde die Szene, in der Hitler während einer Besprechung einen seiner berüchtigten Wutausbrüche hat. Doch auch in den leiseren Momenten, wenn Hitler still in seinem Zimmer sitzt oder Traudl Junge diktiert, zeigt Ganz eine bemerkenswerte Tiefe.
Der Film spielt fast ausschließlich in den engen, bedrückenden Räumen des Berliner Führerbunkers, was die klaustrophobische und düstere Atmosphäre verstärkt. Die Zuschauer erleben diese bedrückende Stimmung der letzten Kriegstage, als die Bomben über Berlin niedergehen und die Fluchtwege immer enger werden. Hirschbiegels Regie fängt diese angespannte, verzweifelte Stimmung perfekt ein. Die Kameraarbeit ist oft düster, mit gedämpften Farben, die den Verfall und die Hoffnungslosigkeit der Situation unterstreichen.
Der Untergang hat sich darum bemüht, historische Genauigkeit und Detailtreue zu wahren und sich auf eine Vielzahl von Quellen gestützt. Kritiker warfen dem Film jedoch vor, Hitler zu „menschlich“ darzustellen und damit die Gefahr zu schaffen, dass man Mitleid mit ihm empfinden könnte. Allerdings betont der Film nie eine Verharmlosung seiner Taten. Vielmehr zeigt er, wie zerstörerisch und erbarmungslos Hitler selbst in seinen letzten Momenten war, als er die vollständige Zerstörung Deutschlands in Kauf nahm.
.FAZIT.
Der Untergang ist ein eindringlicher Film, der ein schwieriges Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtet. Bruno Ganz‘ meisterhafte Darstellung von Adolf Hitler ist zweifellos das zentrale Element des Films, doch auch die starke Regie, die exzellenten Nebendarsteller und die bedrückende Atmosphäre tragen dazu bei, dass Der Untergang einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Der Film ist kein einfacher, aber ein wichtiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und den tragischen, zerstörerischen Folgen einer fanatischen Ideologie.
| Originaltitel | Der Untergang |
| Produktionsland/-jahr | Deutschland 2004 |
| Laufzeit | 156 min |
| Genre | Drama, Historie |
| Regie | Oliver Hirschbiegel |
| Drehbuch | Bernd Eichinger, Joachim Fest, Traudl Junge |
| Kamera | Rainer Klausmann |
| Kino | 16. September 2004 |
| Home Entertainment | 17. März 2005 |
| Verleih | Constantin Film |

