Es gibt Filme, die dich mitreißen, Dir einen Schlag in die Magengrube verpassen und Dich noch lange nach dem Abspann nicht loslassen. HAPS – CRIME DOESN’T PAY von Ekrem Engizek ist genau so ein Film. Ein düsteres, gnadenloses Gefängnisdrama, das sich tief in dein Gedächtnis brennt.
.INHALT.
Der unscheinbare Kleinkriminelle Alexander Rothstein (Constantin von Jascheroff) landet wegen Drogenhandels in einem der härtesten Gefängnisse Deutschlands, und muss seine schwangere Frau (Xenia Assenza) zurücklassen. Getrieben von großen Geldsorgen und der nackten Überlebensangst im Gefängnisalltag, lässt sich Rothstein auf eine gefährliche Allianz mit dem kurdischen Gangsterboss Mazlum ein (Cem Öztabakci). Gemeinsam ziehen sie ein ebenso lukratives wie perfekt geplantes Drogengeschäft auf, das weit über die Gefängnismauern hinausgeht. Doch während alles bestens zu laufen scheint, verstrickt sich Alexander mehr und mehr in ein Netz aus Intrigen und Verrat, aus dem es schon bald kein Entkommen mehr gibt. Plötzlich steht er vor der unvermeidlichen Wahl, entweder in diesem Strudel unterzugehen oder selbst zum Monster zu werden.
.KRITIK.
HAPS – CRIME DOESN’T PAY ist ein beeindruckendes und zugleich überraschendes Gefängnisdrama von Regisseur Ekrem Engizek, das die düsteren Seiten des kriminellen Lebens ungeschönt beleuchtet. Der Film erzählt die Geschichte von Alexander Rothstein, gespielt von Constantin von Jascheroff, der wegen Drogendelikten inhaftiert wird und sich in der rauen Gefängniswelt behaupten muss
Von Anfang an zieht der Film dich in diese bedrohliche, klaustrophobische Atmosphäre. Die Kameraarbeit von Christof Wahl lässt dich die Enge der Zellen spüren, die unbarmherzige Härte der Gefängniswelt nahezu körperlich erleben. Schnitt und Soundtrack sind messerscharf – mal pulsierend, mal beklemmend still. Hier gibt es keine romantisierte Gangsterwelt, sondern die kalte Realität: Gewalt, Abhängigkeit, Verrat.
Constantin von Jascheroff liefert eine seiner stärksten Leistungen ab. Ich habe mich sehr gefreut, ihn auch mal wieder auf der Leinwand zu sehen. Es war ja da doch etwas ruhig um ihn geworden. Er beginnt als arroganter Möchtegern-Boss und muss schon bald erkennen, dass er nicht am Drücker ist. Seine Transformation vom überforderten Neuling zum innerlich ausgehöhlten Überlebenskämpfer ist erschreckend real und packend gespielt. Auch die Nebenrollen sind grandios besetzt – kein Schauspieler wirkt fehl am Platz, jede Figur hat Gewicht.
Visuell ist der Film ein Brett: Farblich überhöhte, fast schon surreal wirkende Sequenzen wechseln sich mit dokumentarisch anmutenden Nahaufnahmen ab. Die Inszenierung spielt mit Stilmitteln aus dem Gangster-Rap, ohne dabei ins Klischeehafte abzudriften. Diese Mischung aus knalliger Optik und bitterer Realität sorgt für eine einzigartige Atmosphäre.
Natürlich gibt es auch Momente, in denen Haps – Crime doesn’t pay über die Stränge schlägt. Einige Szenen wirken bewusst überstilisiert, fast wie aus einem Fiebertraum. Doch gerade diese bewusste Überzeichnung verstärkt die Message des Films: Kriminalität ist kein cooler Lifestyle, sondern eine Sackgasse.



.FAZIT.
Haps – Crime doesn’t pay ist mehr als ein Gangsterfilm – er ist eine Warnung, eine Abrechnung mit der falschen Romantisierung des kriminellen Lebens. Knallhart, emotional und mit einem herausragenden Hauptdarsteller. Ein Film, den man gesehen haben muss – und der einen nicht so schnell wieder loslässt.
| Originaltitel | Haps – Crime doesn’t pay |
| Produktionsland/-jahr | Deutschland 2025 |
| Laufzeit | 128 min |
| Genre | Drama, Krimi |
| Regie | Ekrem Engizek |
| Drehbuch | Ekrem Engizek |
| Kamera | Christof Wahl |
| Kino | 27. März 2025 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | Engizek Films |

