Der abgebrühte Polizist Niemans forscht in einem isolierten Alpendorf nach dem Mörder einer verstümmelten Leiche. 150 Kilometer entfernt nimmt der junge Cop Kerkerian die Ermittlungen im Fall der Entweihung des Grabes einer Zehnjährigen auf. Die Nachforschungen führen die beiden Männer im Kultfilm DIE PURPURNEN FLÜSSE zusammen. Und gemeinsam kommen sie einem grausamen Geheimnis auf die Spur.
.INHALT.
In einer abgeschiedenen Universität hoch in den französischen Alpen verbreitet ein ebenso mysteriöser wie brutaler Serienmörder Angst und Schrecken. Bei den Ermittlungen kreuzen sich bald die Wege des schweigsamen Profi-Cops Pierre Niémans (Jean Reno) mit denen des jungen, hitzköpfigen Kommissars Max Kerkerian (Vincent Cassel). An der Grenze des Todes und des ewigen Eises ergründen sie schließlich das Geheimnis der purpurnen Flüsse …
.KRITIK.
Ein Klassiker, der seiner Zeit das Genre des Thrillers revolutionierte. DIE PURPURNEN FLÜSSE ist ein Film, der einen von der ersten Minute an in seinen Bann zieht und bis zum Abspann nicht mehr loslässt. Regisseur Mathieu Kassovitz entführt uns in ein abgelegenes Bergdorf in den französischen Alpen, das von einer düsteren Atmosphäre durchdrungen ist.
Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Ermittler, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der erfahrene und wortkarge Kommissar Pierre Niémans, brillant verkörpert von Jean Reno, wird mit der Aufklärung eines grausamen Mordes betraut. Sein Gegenstück bildet der impulsive und ungestüme Inspektor Max Kerkerian, gespielt von Vincent Cassel, der zunächst mit einer scheinbar unbedeutenden Grabschändung beschäftigt ist. Als sich ihre Wege kreuzen, erkennen sie, dass ihre Fälle miteinander verknüpft sind und ein düsteres Geheimnis hinter den Mauern der örtlichen Eliteuniversität verborgen liegt.
Die Chemie zwischen Reno und Cassel ist elektrisierend. Ihre Charaktere prallen aufeinander wie Feuer und Eis, was zu spannungsgeladenen Dialogen und intensiven Momenten führt. Diese Dynamik verleiht dem Film eine zusätzliche Tiefe und lässt den Zuschauer mitfiebern, während die beiden Ermittler sich durch ein Netz aus Lügen und Intrigen kämpfen.
Visuell ist Die purpurnen Flüsse ein Meisterwerk. Kameramann Thierry Arbogast fängt die majestätische, aber zugleich bedrohliche Schönheit der Alpenlandschaft in beeindruckenden Bildern ein. Die düsteren Korridore der Universität, die nebelverhangenen Berge und die klaustrophobischen Räume tragen zur unheilvollen Stimmung bei und machen den Schauplatz selbst zu einem stillen Protagonisten der Geschichte.
Die Handlung entfaltet sich wie ein komplexes Puzzle, bei dem jedes gefundene Teil neue Fragen aufwirft. Kassovitz versteht es, falsche Fährten zu legen und den Zuschauer bis zum Schluss im Ungewissen zu lassen. Allerdings mag die finale Auflösung für einige etwas konstruiert wirken, doch die packende Reise dorthin entschädigt für kleinere Schwächen im Plot.



.FAZIT.
Die purpurnen Flüsse reiht sich würdig in die Tradition düsterer Thriller ein und erinnert in seiner Intensität an Werke wie Sieben oder Das Schweigen der Lämmer. Der Film bietet nicht nur nervenaufreibende Spannung, sondern auch tiefgehende Charakterstudien und eine Atmosphäre, die einen noch lange nach dem Abspann beeindruckt.
| Originaltitel | Les rivières pourpres |
| Produktionsland/-jahr | Frankreich 2000 |
| Laufzeit | 106 min |
| Genre | Thriller, Krimi, Mystery |
| Regie | Mathieu Kassovitz |
| Drehbuch | Jean-Christophe Grangé, Mathieu Kassovitz |
| Kamera | Thierry Arbogast |
| Kino | 19. April 2001 |
| Home Entertainment | 6. Mai 2002 |
| Verleih | TOBIS |

