Die schonungslose, schwarze Satire auf den Normalbürger ist mittlerweile ein Kultfilm von Regisseur Joel Schuhmacher, die Oscar-Preisträger Michael Douglas und Robert Duvall überzeugen mit einer überragenden schauspielerischen Leistung. FALLING DOWN – EIN GANZ NORMALER TAG meistert den Spagat zwischen Unterhaltung und Tiefgründigkeit – und ist etwas für jeden Filmgeschmack.
.INHALT.
Lärmende Kinder, streitende Pärchen und die Hitze. Fatal, wenn man nach einem harten Arbeitstag auch noch im Stau von solchem Stress umgeben ist, da kann einem schon mal leicht die Sicherung durchbrennen. So passiert es auch William Foster (Michael Douglas), einem eigentlich braven Bürger. Völlig weggetreten lässt er seinen Wagen einfach mitten im Verkehrchaos zurück, und bahnt sich zu Fuß seinen Weg nach Hause durch die Nachmittagshitze von L.A., und wehe dem, der sich ihm in den Weg stellt. Polizist Prendergast (Robert Duvall) folgt der Schneise der Zerstörung und versucht den Amoklauf zu stoppen. Ein nervenzerreißender Wettlauf auf dem Weg in den Wahnsinn beginnt …
.KRITIK.
Es gibt Filme, die altern einfach nicht. FALLING DOWN ist so einer. Obwohl er 1993 rauskam, fühlt sich Joel Schumachers Rachefeldzug durch ein brodelndes Los Angeles heute aktueller denn je an. Michael Douglas spielt William „D-Fens“ Foster – einen Typen im Hemd und mit Aktentasche, der an einem stinknormalen Tag einfach die Schnauze voll hat. Vom Verkehr. Von überteuerten Fast-Food-Menüs. Vom System. Vom Leben. Und das ist erst der Anfang.
Was anfangs fast verständlich wirkt – wer kennt nicht diese kleinen Alltagsfrustrationen – kippt langsam ins Bedrohliche. Und genau da wird’s spannend: Man ertappt sich selbst, wie man eine Art Verständnis für Foster entwickelt, während man im nächsten Moment sich denkt: „Okay, jetzt ist er komplett drüber.“ Douglas geht in dieser Rolle voll auf. Kein Wunder, dass viele ihn hier auf dem Höhepunkt seiner Karriere sehen. Er spielt diesen innerlich brodelnden Mann so präzise, dass man manchmal gar nicht weiß, ob man ihn lieben, bedauern oder fürchten soll.
Was den Film so stark macht, ist nicht nur der Schauspieler oder die eskalierende Handlung – es ist das Gesamtbild. Schumacher zeichnet ein L.A., das heiß, hektisch, gereizt und irgendwie kaputt ist. Jede Szene fühlt sich wie ein kleiner Ausbruch aus der zivilisierten Hülle der Gesellschaft an. Mal bitterböse, mal tragikomisch, mal einfach nur beängstigend echt.
Besonders gelungen ist auch das Gegenstück zu Douglas: Robert Duvall als ruhiger, kurz vor der Pension stehender Cop. Ein Mann, der sich den ganzen Wahnsinn scheinbar über Jahre aufgespart hat – aber im Gegensatz zu „D-Fens“ nicht ausrastet, sondern leise zurückschlägt. Ihr Aufeinandertreffen ist dann auch das emotionale und moralische Zentrum des Films.
Natürlich hat der Film auch seine überzeichneten Momente, manche Nebenfiguren wirken fast karikaturenhaft – aber das gehört zum Stil. Falling Down will provozieren, zuspitzen, wachrütteln. Und das klappt. Nach dem Abspann bleibt ein mulmiges Gefühl zurück – und viele Fragen: Wann wird aus Frust Wut? Wann kippt Normalität in Wahnsinn? Und wie viele Leute laufen eigentlich täglich durchs Leben wie eine tickende Zeitbombe?



.FAZIT.
Unterm Strich ist Falling Down ein wütender, kluger, spannender und verdammt relevanter Film. Nicht perfekt, aber verdammt dicht dran. Und wenn du ihn noch nie gesehen hast: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um mal ein bisschen Dampf abzulassen.
| Originaltitel | Falling Down |
| Produktionsland/-jahr | USA 1993 |
| Laufzeit | 113 min |
| Genre | Krimi, Drama, Thriller |
| Regie | Joel Schumacher |
| Drehbuch | Ebbe Roe Smith |
| Kamera | Andrzej Bartkowiak |
| Kino | 3. Juni 1993 |
| Home Entertainment | 23. Februar 2000 (DVD) / 15. Mai 2025 (Blu-ray) |
| Verleih | PLAION PICTURES |

