DOLORES | Ein stiller Sturm der Emotionen

Oscar-Preisträger Taylor Hackford („Im Auftrag des Teufels“) inszenierte mit DOLORES einen raffinierten und beängstigenden Psychothriller nach einer Vorlage von Stephen King mit einer perfekten Starbesetzung, allen voran Oscar-Preisträgerin Kathy Bates, im familiären Duell mit Filmtochter Jennifer Jason Leigh.

.INHALT.

Ist Dolores (Kathy Bates) eine Doppelmörderin? Mit einem Nudelholz in der Hand beugte sie sich über die Leiche ihrer Arbeitgeberin, der Millionärin Vera (Judy Parfitt). Für Detective John Mackey (Christopher Plummer) und die Polizei ein klarer Fall: sie beschuldigt die Haushälterin. Die Nachricht erreicht auch Selena (Jennifer Jason Leigh), die entfremdete Tochter von Dolores. In ihren Augen war Dolores auch für den Tod des geliebten Vaters verantwortlich. Doch es gab eine Tragödie, die Selena längst verdrängt hatte.

©️ PLAION Pictures

.KRITIK.

Genau 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung bleibt DOLORES ein kraftvolles Beispiel für psychologischen Horror ohne übernatürliche Elemente. Basierend auf Stephen Kings gleichnamigem Roman, erzählt der oscarprämierte Regisseur Taylor Hackford die Geschichte von Dolores Claiborne, einer Haushälterin in Maine, die des Mordes an ihrer Arbeitgeberin verdächtigt wird. Die Rückkehr ihrer entfremdeten Tochter Selena bringt lang verdrängte Familiengeheimnisse ans Licht.

Kathy Bates liefert in der Titelrolle eine beeindruckende Performance ab. Ihre Darstellung der Dolores ist vielschichtig: hart, verletzlich und zutiefst menschlich. Jennifer Jason Leigh überzeugt als Selena, deren innere Zerrissenheit und Schmerz greifbar werden.

Hackford gelingt es, die düstere Atmosphäre der King-Vorlage einzufangen. Die visuelle Gestaltung, insbesondere die Kontraste zwischen den kühlen Tönen der Gegenwart und den wärmeren Farben der Rückblenden, unterstreicht die emotionale Kluft zwischen Mutter und Tochter. Die nicht-lineare Erzählweise fügt sich nahtlos in die Handlung ein und verstärkt die Spannung.

Doch auch vermeintliche Nebenfiguren können trotz der beeindruckenden Präsenz von Bates und Leigh überzeugen. Christopher Plummer als Detective auf der Suche nach der Wahrheit, Judy Parfitt in der Rolle der strengen und zugleich komplexen Vera Donovan, aber auch David Strathairn, Eric Bogosian oder John C. Reilly hinterlassen Eindruck, und verfeinern die spannende Geschichte.

Obwohl der Film auf übernatürliche Elemente verzichtet, bleibt er durch die Darstellung realer Schrecken wie häuslicher Gewalt und familiärer Konflikte durchaus verstörend. Die Themen Schuld, Vergebung und die Komplexität menschlicher Beziehungen werden eindringlich behandelt und sorgen nicht selten für ein Gefühl der Beklemmung.

.FAZIT.

Dolores mag nicht den Bekanntheitsgrad anderer Stephen-King-Verfilmungen erreicht haben, doch gerade seine subtile Erzählweise und die herausragenden schauspielerischen Leistungen machen ihn zu einem unterschätzten Juwel.



OriginaltitelDolores Claiborne
Produktionsland/-jahrUSA 1995
Laufzeit132 min
GenreKrimi, Drama, Mystery, Thriller
RegieTaylor Hackford
DrehbuchStephen King (Buch), Tony Gilroy
KameraGabriel Beristain
Kino7. Dezember 1995
Home Entertainment6. August 1996 (VHS) / 26. Juli 2000 (DVD)
VerleihPLAION PICTURES
Quelle: DerFilmReZenSenT

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