Basierend auf einer irrwitzigen wahren Geschichte begeistert DER HOCHSTAPLER – ROOFMAN als charmante Verbrecher-Komödie mit Channing Tatum in einer Paraderolle als Gangster mit Herz, der einmal zu viel eine falsche Entscheidung getroffen hat.
.INHALT.
Der einstige Army Ranger Jeffrey Manchester (Channing Tatum) schlägt nach seiner Entlassung eine kriminelle Karriere ein und beginnt, Fastfood-Restaurants auszurauben, um finanziell über die Runden zu kommen und seine Familie zu ernähren. Bei seinen Raubzügen verschafft er sich Zugang über die Dächer, was ihm bald den Spitznamen „Roofman“ einbringt. Nach einer langen Erfolgsserie mit über 40 Einbrüchen wird er schließlich festgenommen und landet im Gefängnis. Dort tüftelt er prompt an einem Plan zu fliehen. Die Flucht glückt und er findet ein mehr als ungewöhnliches Versteck: ein Spielzeug-Geschäft. Während er gemeinsam mit seinem guten Freund Steve (LaKeith Stanfield) daran arbeitet, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, verliebt er sich unverhofft in die alleinerziehende Leigh (Kirsten Dunst). Ein Spiel auf Zeit beginnt, während seine Vergangenheit droht, ihn einzuholen…
.KRITIK.
DER HOCHSTAPLER – ROOFMAN ist ein Film, der schon durch seine Prämisse fasziniert: Ein Ex-Army-Ranger wird zum sanftmütigen Verbrecher. Was ihn so besonders macht, ist nicht nur die spektakuläre Methode seiner Raubzüge – er verschafft sich über Dächer Zugang zu Fast-Food-Restaurants –, sondern auch die Art, wie er seine Flucht plant: Nach seiner spektakulären Gefängnisausbruchsaktion versteckt er sich monatelang in einem Spielzeugladen. Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten, und unter der Regie von Derek Cianfrance entsteht daraus eine Mischung aus Krimi, Drama und skurriler Liebesgeschichte mit viel Humor und Spannung.
Eines der großen Stärken vdes Films liegt für mich in der Charakterzeichnung von Jeffrey Manchester. Channing Tatum gelingt es, ihn nicht einfach als Kriminellen darzustellen, sondern als gebrochenen, tief menschlichen Mann: charmant, mit Selbstvertrauen, aber auch mit Müdigkeit und Verletzlichkeit. In manchen Kritiken wird hervorgehoben, dass Tatum hier eine neue emotionale Tiefe erreicht und damit über seine typischen Rollen hinauswächst. Das würde ich auch glatt so unterschreiben. Es ist nicht immer Gold, was Tatum vor der Kamera zeigt, aber der Hang zur Selbstironie gepaart mit einer unglaublichen Strahlkraft, machen ihn zu einem talentierteren Schauspieler als viele denken.
Regisseur Derek Cianfrance, der zuvor eher für düstere Dramen bekannt war, überträgt seinen persönlichen Blick auf Manchester sehr feinfühlig: Er erzählt die Geschichte leicht melancholisch, gleichzeitig aber mit einer Wärme, die das Absurde der Situation – ein erwachsener Mann, der heimlich in einem Spielzeuggeschäft über Monate lebt – nicht zur bloßen Komödie reduziert. Diese Gratwanderung funktioniert erstaunlich gut, weil der Film nie in banalen Kitsch abdriftet, sondern die innere Zerrissenheit seiner Figuren ernst nimmt.
Generell muss ich ein großes Lob an das Casting aussprechen: Kirsten Dunst als Leigh, die alleinerziehende Mutter, bringt eine ruhige, fast fragile Stabilität in Jeffreys Leben. Ihre Chemie mit Tatum trägt das romantische und menschliche Zentrum des Films. Daneben hat man mit Nebenfiguren wie Peter Dinklage ein paar sehr originelle Figuren, die für subtilen Humor und Bodenständigkeit sorgen.
Die Regie und das Tempo sind in meinen Augen ein weiterer Pluspunkt: Der Schnitt wirkt straff und die Erzählung schreitet trotz einer Laufzeit von etwa 126 Minuten zügig voran. Der Film legt dabei nicht nur Wert auf spektakuläre Raubzüge, sondern auch auf die inneren Konflikte und das Beziehungsgeflecht – das sorgt für ein emotional ausgewogenes Bild und hebt sich da schon deutlich von der Konkurrenz ab.
Allerdings gibt es – aus meiner Sicht – auch einige kleinere Stolpersteine: Kritiker bemängeln, dass die Motive von Jeffrey zu oberflächlich bleiben. Zum Beispiel werden seine psychologischen Hintergründe – posttraumatische Belastung, wirtschaftliche Not, familiäre Entfremdung – nur angedeutet, ohne allzu tief ins Psychogramm der Figur einzutauchen. Das verleiht dem Film zwar einen gewissen poetischen Charakter, lässt aber manchmal den Eindruck zurück, dass man mehr hätte herausholen können, um dessen Beweggründe nachvollziehbarer zu machen.
Auch der Tonfall scheint nicht auf Nächstenliebe zu stoßen. Der Film bemühe sich zu sehr um Leichtigkeit, obwohl die tatsächliche Geschichte ernste Dimensionen hat, so einige Kritiker. Ich habe diese Punkte genauer unter die Lupe genommen und kann dem durchaus zustimmen. Wenn man sich die Tragweite von Jeffreys Handeln ansieht, so könnte man bei aller Unterhaltung durchaus auch einen gewissen Zeigefinger erwarten. Er ist auf eine Art ein Held, weil er das System an der Nase herumführt und Probleme durchaus aufzeigt. Andererseits ist er ein Krimineller, der sich zwar nach einem Platz im Leben sehnt, aber durchaus das Leben anderer mit seinen Entscheidungen in Gefahr bringt. Da wirkt der Film mir zu sehr geschönt und zu leichtfüßig. Einen strengeren Ton oder eine Art „…und die Moral von der Geschicht'“ kommt hier nicht so sehr zum Tragen.



.FAZIT.
Insgesamt sehe ich Der Hochstapler – Roofman als sehr gelungenes Kinoerlebnis, das auf intelligente Weise Spaß, Tragik und Menschlichkeit verbindet. Channing Tatum liefert für mich eine seiner besten Leistungen: Er macht aus Jeffrey Manchester keinen eindimensionalen Bösewicht, sondern einen verlorenen, komplexen Menschen mit Sehnsucht nach Liebe und Normalität. Derek Cianfrance gelingt es, die wahre, skurrile Geschichte nicht zu glorifizieren, sondern mit Empathie zu erzählen – und das in einem Ton, der sowohl berührt als auch unterhält. Trotz kleinerer Einwände – etwa bei der Tiefe mancher Motive oder der Balance zwischen Ernst und Leichtigkeit – empfinde ich den Film als äußerst sehenswert.
| Originaltitel | Roofman |
| Produktionsland/-jahr | USA 2025 |
| Laufzeit | 126 min |
| Genre | Komödie, Drama, Krimi |
| Regie | Derek Cianfrance |
| Drehbuch | Derek Cianfrance, Kirt Gunn |
| Kamera | Andrij Parekh |
| Kino | 27. November 2025 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | LEONINE Studios |

