DER GRINCH: WEIHNACHTSABENTEUER – EINE FRÖHLICH-VERSCHMITZTE AUSGABE | Wenn Zynismus auf Lebkuchen trifft

Es gibt Figuren, die gehören einfach zu Weihnachten wie Plätzchen und Lichterketten – und der Grinch ist definitiv eine davon. Mit DER GRINCH: WEINACHTSABENTEUER – EINE FRÖHLICH-VERSCHMITZTE AUSGABE kehrt der grüne Miesepeter in einem charmant aufgefrischten Abenteuer zurück, das vor allem eines schafft: mich gleichzeitig zum Schmunzeln, Augenrollen und Mitfiebern zu bringen. Schon beim Start wird klar: Dieses Spiel (oder Special – je nachdem, wie man es einordnet) nimmt Weihnachten ernst, sich selbst aber nicht zu sehr. Und genau das macht den Reiz aus.

.ZUM SPIEL.

Mit dem Grinch in einem Plattformspiel Weihnachten zu sabotieren, und ganz nebenbei dabei zu helfen, sein Herz dreimal größer werden zu lassen – was gibt es Schöneres?

Man muss ganz schon gewieft sein, um alle Geschenke in Huh-Huh-Hausen zu stehlen! Zum Glück hat der Grinch so einige fürchterlich abscheuliche Ideen: etwa eine Santa-Verkleidung, ein Zuckerstangenlasso und ein rasantes Snowboard, mit dem man weihnachtliche Hindernisse in einer Schneelandschaft umfahren kann.

Die Grafik von DER GRINCH: WEIHNACHTSABENTEUER orientiert sich an den Original-Illustrationen von Dr. Seuss und zwei Spieler können den Grinch und Max steuern. So lässt sich der Weihnachtsklassiker in neuem Gewand genießen.

.TEST.

Die Geschichte beginnt in einem Whoville, das so überladen fröhlich ist, dass selbst mir die Zuckerstange im Halse stecken blieb. Für den Grinch ist es natürlich erst recht ein Albtraum. Doch anders als in der klassischen Erzählung wird sein Feldzug gegen Weihnachten dieses Mal von einer merkwürdigen Mischung aus Neugierde und Trotz getrieben. Er will nicht nur das Fest sabotieren, sondern verstehen, warum die Whos Jahr für Jahr eine solche Kraft aus diesem Abend ziehen. Dieser kleine narrative Kniff verleiht der Geschichte eine angenehm frische Richtung, ohne die Wurzeln der bekannten Vorlage zu verlassen. So beobachte ich den Grinch, wie er durch die verschneiten Straßen schleicht, neue Ideen für Streiche sammelt und sich dabei immer wieder widerwillig in Momente verstrickt, die alles andere als grinchig sind.

Das gesamte Abenteuer lebt von diesem Wechselspiel aus schelmischer Boshaftigkeit und ungeahnten Herzensmomenten. Das Spiel – oder eher die erzählerische Erfahrung – baut eine Welt auf, die gleichzeitig märchenhaft überzeichnet und erstaunlich greifbar wirkt. Ich erlebe nächtliche Ausflüge, die aus einem Kinderbuch stammen könnten, stolpere über übermotivierte Bewohner, die selbst die finsterste Miene aufweichen, und werde Zeuge kleiner Situationen, in denen der Grinch für den Bruchteil einer Sekunde fast so wirkt, als hätte er so etwas wie Sympathie für die Whos. Natürlich fängt er sich sofort wieder und tut so, als hätte er nur kurz in die falsche Richtung geschaut.

Auch auf technischer und atmosphärischer Ebene funktioniert das Abenteuer erfreulich gut. Die Farben wirken wie ein zu selten gewaschenes Weihnachtsgeschenkpapier, das trotzdem charmant bleibt. Es glitzert, funkelt und wirkt geradezu überbordend – was wunderbar zum Kontrast zwischen dem kitschverliebten Whoville und dem notorisch genervten Grinch passt. Unterstützt wird das Ganze von einem Soundtrack, der durch jazzige Akzente, verspielte Varianten klassischer Weihnachtsmelodien und leichtfüßige Rhythmen eine unverkennbare Identität entwickelt. Ich erwische mich mehrmals dabei, wie ich mit dem Fuß wippe und gleichzeitig darüber lache, wie gut diese Musik zum nöligen Protagonisten passt.

Trotz seiner Stärken hält Der Grinch: Weihnachtsabenteuer ein paar kleine Macken für den Spieler bereit. Manche Momente wirken erzählerisch etwas hastig, als wollte die Geschichte schnell zum nächsten charmanten Schlagabtausch springen. Auch die Aufgaben, die der Grinch bewältigt, bleiben eher leicht und dienen mehr dem Flow der Erzählung als einer echten Herausforderung. Doch genau dadurch entsteht ein Erlebnis, das sich mit einem warmen Getränk genießen lässt: entspannt, ungezwungen und ohne Druck — wie ein gemütlicher Dezemberabend, an dem man einfach Spaß haben möchte.

.FAZIT.

Am Ende bleibt ein wohliges Gefühl zurück. Der Grinch: Weihnachtsabenteuer – Eine fröhlich-verschmitzte Ausgabe ist kein revolutionäres Werk, doch es versteht seine eigene Mission hervorragend. Es unterhält, bringt zum Lächeln, verkörpert den Geist der Vorlage und zeigt, wie viel Herz selbst in einem notorischen Weihnachtshasser stecken kann. Für mich ist es ein kleiner, liebevoll erzählter Ausflug in eine Welt, die sich herrlich vertraut und zugleich angenehm frisch anfühlt.



GenreAction‑Adventure, Jump ’n’ Run, Plattformer
EntwicklerCasual Brothers
PublisherOutright Games
Veröffentlichung10. Oktober 2025
PlattformNintendo Switch, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S und PC

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