READY OR NOT – AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, TOT | Erst wird geheiratet, dann ums Überleben gekämpft

Die Hochzeitsnacht gilt eigentlich als der romantische Höhepunkt einer der wohl wichtigsten Tage im Leben von Frau und Mann. In READY OR NOT – AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS wird sie zum Gegenteil: ein perfides Versteckspiel, bei dem es plötzlich ums Überleben geht. Was als skurrile Idee beginnt, entwickelt sich schnell zu einem ziemlich bissigen Mix aus Horror, Satire und schwarzem Humor.

.INHALT.

Die junge Grace (Samara Weaving) steht kurz davor, ihren geliebten Alex Le Domas (Mark O’Brien) zu heiraten. Doch die Einführung in die exzentrische sowie schwerreiche Familie verläuft anders als gedacht. Um die Familientradition zu wahren, muss das neue Familienmitglied während der Hochzeitsnacht mit einem Spiel eingeführt werden. Ehe sich Grace versieht, befindet sie sich in einem heimtückischen Versteckspiel um Leben und Tod. Doch die frischgebackene Ehefrau hat gar nicht vor kampflos aufzugeben…

©️ LEONINE Studios

.KRITIK.

Die Prämisse von READY OR NOT – AUF DIE PLÄTE, FERTIG, TOT ist herrlich simpel: Eine junge Frau heiratet in eine wohlhabende Familie ein – und muss in der Hochzeitsnacht ein traditionelles Spiel mitspielen. Blöd nur, dass dieses Spiel alles andere als ungefährlich ist: im schlimmsten Fall geht sie drauf. Was der Film daraus macht, ist bemerkenswert effektiv und nicht mal zwingend einfallsreich. Statt sich ausschließlich auf Horror zu verlassen, setzt er stark auf Tonwechsel. Szenen kippen innerhalb von Sekunden von angespannt zu absurd komisch – und genau daraus entsteht ein eigener Rhythmus, der den Film trägt, auch wenn nicht jeder Gag gleichermaßen zündet.

Im Zentrum steht dabei Samara Weaving, die den Film fast im Alleingang zusammenhält. Ihre Figur startet als klassische „Final Girl“-Variante, entwickelt aber schnell eine ganz eigene Energie: denn sich einfach so ihrem Schicksal ergeben, will die nicht. Je länger die Nacht dauert, desto mehr verändert sich ihre Haltung – ein Wandel, der Spaß macht, auch wenn die Gegenseite bewusst etwas einfacher gestrickt bleibt.

Die exzentrische Familie ist klar überzeichnet. Jeder Charakter wirkt wie eine Karikatur – reich, abgehoben, moralisch komplett Out of Space. Das ist nicht besonders subtil, passt aber zur Tonalität des Films, der gar nicht erst versucht, inhaltliches Fine Dining zu sein, sondern seine Ideen lieber direkt und mit Nachdruck ausspielt.

Gerade darin liegt auch die satirische Ebene. Hinter dem Chaos steckt eine ziemlich klare Idee: Reichtum und Tradition als selbst legitimierendes System, das sich selbst nicht mehr hinterfragt. Das wird nicht bis zum bitteren Ende ausgetragen, bleibt aber stets präsent, um dem Film mehr zu geben als nur seine Genre-Spielereien.

Inszenatorisch überzeugt vor allem das Tempo. Es gibt kaum Leerlauf, ständig verschiebt sich die Situation. Gleichzeitig nimmt sich der Film immer wieder den Moment, seine Figuren durch kleine, oft sehr trockene Humoreinschübe zu definieren – auch wenn nicht jede Figur die gleiche Tiefe bekommt. Man muss sich eh schnell von dem Gedanken verabschieden, dass hier Nebenfiguren etwas zu melden haben. Der Fokus bleibt klar auf Samara Weaving!

.FAZIT.

Am Ende bleibt ein Film, der sich nicht groß erklären will. Er hat eine Idee, zieht sie durch und schaut dann, was passiert. Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot fackelt nicht lange und bringt einen eskalierenden Moment nach dem anderen auf den Bildschirm. Allerdings verliert er sich phasenweise in seinem satirischen Unterton und will dann am Ende vielleicht dann doch einen Tick zu drüber sein.



OriginaltitelReady or Not
Produktionsland/-jahrUSA, Kanada 2019
Laufzeit95 min
GenreAction, Horror, Komödie
RegieMatt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett
DrehbuchGuy Busick, R. Christopher Murphy
KameraBrett Jutkiewicz
Kino26. September 2019
Home Entertainment6. Februar 2020
Verleih/VertriebLEONINE Studios

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