Was wäre, wenn der Mensch, in den du hoffnungslos verliebt bist, dich plötzlich tatsächlich über alles liebt? Klingt zunächst nach der perfekten romantischen Erfüllung eines unerwiderten Traums. OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN stellt diese Wunschvorstellung allerdings gehörig auf den Kopf – und zeigt, wie schnell aus bedingungsloser Liebe etwas zutiefst Verstörendes werden kann.
.INHALT.
Der hoffnungslose Romantiker Bear (Michael Johnston) nutzt ein „One-Wish-Willow“, um seinen Crush Nikki (Inde Navarrette) für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch schnell muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern.
.KRITIK.
Bear ist seit Jahren in seine Freundin Nikki verliebt. Das Problem: Für sie ist er lediglich ein guter Freund. Als er seine Gefühle erneut nicht über die Lippen bekommt, greift er zu einer ziemlich fragwürdigen Alternative: In einem geheimnisvollen Laden findet er einen „One Wish Willow“ und wünscht sich, dass Nikki ihn mehr liebt als alles andere auf der Welt. Der Wunsch geht in Erfüllung. Nur leider ganz anders, als Bear sich das vorgestellt hat.
Curry Barker braucht nicht lange, um aus der vermeintlichen Liebeserfüllung einen Albtraum zu machen. Was zunächst beinahe wie eine schräge Indie-RomCom wirkt, kippt zunehmend in schwarzen Humor, psychologisches Unbehagen und blutigen Horror. Je intensiver Nikkis Gefühle werden, desto erdrückender wird die Situation – und aus dem Wunsch nach Liebe wird ein ziemlich bitterer Horrortrip.
Besonders spannend ist dabei, dass OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN sein Grauen nicht allein aus übernatürlichen Elementen zieht. Barker nimmt Besitzdenken, Eifersucht und die Vorstellung, die Gefühle eines anderen Menschen kontrollieren zu können, und dreht sie konsequent ins Verstörende. Dadurch bekommt die eigentlich simple „Pass auf, was du dir wünschst“-Prämisse deutlich mehr Substanz.
Ein großer Pluspunkt ist Inde Navarrette, die Nikkis zunehmende Veränderung zwischen Euphorie, Verletzlichkeit und völliger Unberechenbarkeit hervorragend spielt. Auch Michael Johnston überzeugt als Bear, dessen eigener Wunsch immer mehr zum Gefängnis wird. Zusammen mit einer eigenständigen Bildsprache und einem stimmungsvollen Soundtrack entwickelt der Film eine angenehm schräge Atmosphäre, die sich wohltuend vom klassischen Jump-Scare-Horror abhebt.
Doch bei all dem Lob, so muss man durchaus auch kritisch sagen, dass der Film mit 109 Minuten augenscheinlich nicht zu lang ist, aber die Geschichte eine weitaus kürzere Spielzeit besser gestanden hätte. So wirkt der Film unnötig in die Länge gezogen und verpasst damit seine runde Pointe. Zudem fängt der Film dann auch zunehmend an, seine eigenen Dynamiken zu wiederholen, was den Wendungen durchaus die Überraschungen nimmt. Ich hätte es auch spannend gefunden, Nikkis Perspektive hier mehr zu erfahren, was aber mit Sicherheit mit der Spielzeit kollidiert wäre.
Trotzdem gelingt Barker ein ungewöhnlicher Genre-Mix, der romantische Wunschvorstellung, schwarzen Humor und Horror überraschend bissig miteinander verbindet. Obsession – Du sollst mich lieben ist vielleicht nicht perfekt, aber definitiv eigenständig – und vor allem Inde Navarrette sorgt dafür, dass dieser Liebeswunsch unangenehm lange im Gedächtnis bleibt.



.FAZIT.
Obsession – Du sollst mich lieben nimmt eine denkbar simple Horror-Idee und macht daraus einen bitterbösen Albtraum über Liebe, Besitzdenken und Kontrolle. Curry Barker überrascht mit einer eigenständigen Bildsprache, schwarzem Humor und einigen wirklich unangenehmen Momenten. Vor allem Inde Navarrette liefert eine herausragende Performance und macht Nikkis Entwicklung zum emotionalen Zentrum des Films. Nicht jede dramaturgische Entscheidung funktioniert, und ein paar Minuten weniger hätten dem Film gutgetan. Trotzdem bleibt der Film gerade wegen seiner ungewöhnlichen Mischung aus Romantik, Horror und schwarzer Komödie angenehm lange im Kopf.
| Originaltitel | Obsession |
| Produktionsland/-jahr | USA 2025 |
| Laufzeit | 109 min |
| Genre | Horror, Thriller, Mystery, Romanze |
| Regie | Curry Barker |
| Drehbuch | Curry Barker |
| Kamera | Taylor Clemons |
| Kino | 25. Juni 2026 |
| Home Entertainment | 24. September 2026 |
| Verleih/Vertrieb | PLAION Pictures |

