Irrational Man

IRRATIONAL MAN | Viagra für den philosophischen Bereich

Alle Jahre wieder ein neuer Woody Allen. Auch mit 79 Jahren bleibt der fleißige Neurosen-Züchter seinem Lieblingsthema treu und präsentiert in seinem nunmehr 46-sten Werk IRRATIONAL MAN eine tragikomische Lovestory mit Starbesetzung.

Irrational Man

© Warner Bros. Pictures Germany

Inhalt

Abe Lucas (Joaquin Phoenix), einst Helfer in Krisengebieten, jetzt desillusionierter Philosophieprofessor, beginnt mal wieder einen neuen Job. Noch immer quälen ihn die Zweifel daran, ob er das Richtige tut, die Gedanken an seine beinahe schon legendären, leidenschaftlichen Affären und seine Depressionen. Doch Abe ist ein Ruf als Legende vorausgeeilt, als er am Braylin College ankommt, und so lassen die ersten Annäherungsversuche der in ihrer Ehe vereinsamten Professorin Rita Richards (Parker Posey) nicht lange auf sich warten. Mit der intelligenten Studentin Jill (Emma Stone) hat Abe schnell eine weitere Verehrerin, sie kommt ihm zwischen Diskussionen über Kant, Kierkegaard und Situationsethik näher. Abe jedoch leidet an Erektionsproblemen – die sich erst lösen, als er ein besonderes Verbrechen plant. Es geht um einen „gerechten“ Mord, mit dem der Professor einer Frau helfen will, der widerrechtlich das Sorgerecht vorenthalten wird…

Kritik

Die Altmeister wird einfach nicht müde. Man möchte sogar meinen, mit fortgeschrittenem Alter noch mehr von ihm zu sehen zu bekommen. So überrascht es nicht, das man förmlich die Uhr – verlässlich – nach einem neuen Woody Allen-Werk stellen kann. Doch bei all der Quantität leidet da nicht die Qualität? Magic in the Moonlight war ein spritziges Abenteuer ohne wirkliche Reißer. IRRATIONAL MAN scheint im ersten Moment in einer geschwisterähnlichen Bindung zu stehen, da sich viele komplexe Strukturen gleichen. Auch wenn zunächst in entfernter Linie Liebe, Sex und Moral auftauchen, um später zur geheimen Kraft hinter der Handlung werden, versucht Woody Allen eine neue Richtung einzuschlagen, die einst Alfred Hitchcook berühmt gemacht hat: Suspense. Auch wenn der teils absurde Charakter Professor Abe eher überzogen dargestellt ist, so dient er doch der Vermittlung einer außergewöhnlich witzigen Geschichte. So fügt sich das famos-präsentierende Geschehen ernst nachdenklich, dann gereift, bevor es sich in einem klassischen Krimithriller entlädt – und irgendwie tauchen wieder die Liebe, der Sex und eine gelöste Erektionsstörung auf. Besonders dienlich für eine kontrovers diskutierte und ausgeführte Geschichte sind Emma Stone und Joaquin Phoenix. Während Woody Allens Magic in the Moonlight-Muse Emma Stone wieder mit Leichtigkeit und Charme die aufgeschlossene Schönheit gibt, präsentiert Joaquin Phoenix seine kleine Wampe. Gerahmt werden diese beiden Ausnahmeerscheinungen von Parker Posey, Jamie Blackley und weiteren ambitionierten und gestandenen Darstellern. So ergibt alles zwar nichts Besonderes, aber dennoch einen sehenswerten Film aus dem Hause Allen.

Fazit: Alles im Leben hat einen Sinn. Auch wenn es manchmal dauern kann, bis man ihn findet. Frisch, spritzig, durchschnittlich – Woody Allens 46te Regiearbeit glänzt mit namenhaften Darstellern, einigen neuen Ansätzen, aber wenig Mut zu einer gewagteren Inszenierung. Ich würde das als gesetzten Spaß für Fans und die, die erst noch Woody-Einsteiger sind, bezeichnen.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Irrational Man
Produktionsland/-jahr:   US 2015
Laufzeit:                95 min
Genre:                   Komödie, Drama, Mystery

Regie:                   Woody Allen
Drehbuch:                Woody Allen     
Kamera:                  Darius Khondji     

Kinostart:               12. November 2015
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Warner Bros. Pictures Germany

(Quelle: vipmagazin)

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