UNTER DEM SAND – DAS VERSPRECHEN DER FREIHEIT | Das unfreiwillige Räumkommando von der dänischen Westküste

Insbesondere in Deutschland spielt die Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs eine exponierte Rolle. Dennoch stoßen auch historisch Bewanderte immer wieder auf neue Fußnoten der Weltkriegsgeschichte. Ein eher unbekanntes Kapitel der Historie, das gerade in Dänemark in den Blick der Öffentlichkeit kommt, nimmt der dänische Filmemacher Martin Zandvliet in seinem erschütternden Antikriegsfilm UNTER DEM SAND als Ausgangspunkt für ein eindringliches, auf den Punkt inszeniertes Nachkriegsdrama.

Unter dem Sand

© Koch Films

Inhalt

Mai 1945: Der Krieg ist zwar zu Ende, doch nicht jeder kann in sein normales Leben zurückkehren. Eine Gruppe junger Soldaten, fast noch Kinder, befindet sich in dänischer Kriegsgefangenschaft und wird vor eine lebensbedrohliche Aufgabe gestellt: Die jungen Männer, darunter auch Helmut (Joel Basman) und Wilhelm (Leon Seidel), sollen einen Nordseestrand von Nazi-Tretminen säubern. Rund 45.000 Minen sind im Sand vergraben und keiner weiß, wo und wann die nächste hochgehen wird. Der Truppe fehlt es an Ausbildung und Ausrüstung, ihre Arbeit verrichten die Gefangenen auf gut Glück. Der dänische Kommandant Carl (Roland Møller) hat ihnen nach Ableistung dieses Dienstes die Freiheit versprochen und ihnen bleibt nichts weiter übrig, als seinem Wort zu glauben. Doch dann geschieht ein tragisches Unglück…

Kritik

Man müsste meinen, dass die Verbrechen, die im Zusammenhang mit Deutschland und dem Zweiten Weltkrieg verübt wurden, mittlerweile filmisch mehr als ausreichend aufgearbeitet wurden. Es gibt Vorkommnisse, die weit im Schatten von Adolf Hitler und der Kapitulation stehen. UNTER DEM SAND beweist, dass bei Weitem noch nicht alles erzählt wurde. Diese deutsch-dänische Koproduktion handelt von deutschen Gefangenen, die nach dem Kriegsende 1945 an der Westküste Dänemarks, rund 45.000 Minen aus dem Sand holen sollen. Dabei befinden sie sich in ständiger Gefahr, denn keiner weiß, wo und wann die nächste Mine hochgehen wird. Viele der jungen und unerfahrenen Soldaten bezahlten mit ihrem Leben und erlebten nicht mehr die Heimat und das Gefühl von Freiheit. Unter dem Sand ist ohne Schnörkel inszeniert und in beeindruckenden Bildern fotografiert. Er porträtiert die blutjungen Soldaten bei ihrer entsetzlichen Arbeit und schockiert den Zuschauer mit Kommandant Carl, der das Militär verkörpert und ihr ein paradoxes Gesicht verleiht. Schauspielerisch bewegen sich Joel Basman oder Leon Seidel auf hohen Niveau und glänzen im Angesicht des drohenden Todes. Großes Kino braucht nicht viel, dass zeigt uns Unter dem Sand.

Fazit: Ohne Theatralik entfaltet Regisseur Zandvliet seine pazifistische Botschaft in einem beeindruckenden Meisterwerk. Es gibt nach wie vor Geschichten des Zweiten Weltkriegs, die noch immer nicht erzählt und aufgearbeitet wurden. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           How to Be Single
Produktionsland/-jahr:   DK/DE 2015
Laufzeit:                110 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Martin Zandvliet
Drehbuch:                Martin Zandvliet   
Kamera:                  Camilla Hjelm 

Kinostart:               7. April 2016
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Koch Films

(Quelle: vipmagazin)

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