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ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN | Die Uhr tickt, die Heldin geschickt – Abenteuer beginnt, wer gewinnt?

In ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN kehrt Alice gerade als gereifte, selbstbewusste, stilsichere junge Lady von einem großen, wagemutigen Abenteuer auf hoher See durch die heimtückischen Gewässer des fernen Ostens zurück. Bei einer eleganten Abendveranstaltung fällt ihr jedoch ein wunderschöner Schmetterling ins Auge, dem sie schließlich bis durch einen wundersamen Spiegel hindurch folgt. So landet sie – schwups – erneut im Unterland. Kein Zufall, denn ein guter, alter Freund benötigt dringend ihre Hilfe: Der verrückte Hutmacher.

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© Walt Disney Studios Motion Pictures

Inhalt

Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) hat die letzten Jahre damit verbracht, auf ihrem eigenen Schiff zur See zu fahren. Als sie jedoch nach London zurückkehrt, muss sie feststellen, dass sich althergebrachte Ansichten über die Rolle der Frau in der Gesellschaft nicht geändert haben und ein Leben nach ihren Vorstellungen für Alice nicht möglich ist. Mit Hilfe von Absolem (Alan Rickman) geht Alice durch einen Spiegel zurück ins Reich von Unterland, wo sie ihre alten Freunde wieder trifft. Der Verrückte Hutmacher (Johnny Depp) ist aber nicht mehr derselbe, weil er sein Mehrsein verloren hat. Um ihn zu retten, wird Alice losgeschickt, damit sie die Zeit (Sacha Baron Cohen) sucht – ein seltsames Geschöpf, halb Mensch, halb Uhr. Diese besitzt die Chronosphäre, eine Kugel, von der alle Zeit ausgeht. Mit ihr kann Alice in die Vergangenheit reisen und dem Hutmacher helfen, ehe seine Zeit abläuft.

Kritik

Nichts hat sich verändern: das Unterland ist wundersam, die Bewohner sind kurios, die Bedrohung manifestiert sich jedoch diesmal in der Zeit. ALICE IM WUNDERLAND: HINTER DEN SPIEGELN ist gewöhnungsbedürftig. Das liegt nicht an den grellen Farben oder den einwilligen Charakteren, die Alice einmal mehr über den Weg laufen. Es liegt im Großen und Ganzen der überladenen Geschichte und einer noch nervigeren Darbietung Johnny Depps. Auch wenn der Hutmacher im ersten Teil ebenfalls nicht alles Teetassen beisamen hatte, so hatte er dennoch mehr Herz und Leidenschaft. Eigenschaften, die man in dieser Fortsetzung vergebens sucht. Depp ist es nicht, der den Film eine Daseinsberechtigung gibt. Es sind in der Tat neben der wagemutigen Alice, die böse aber lieb gewonnene Iracebeth – verkörpert von Burtons Darling Helena Bonham Carter – und der neue Antagonisten namens „Zeit“, der durch einen recht trotzköpfigen Sacha Baron Cohen genau mit dem richtigen Schlag Schauspieler besetzt wurde. Ansonsten gestalten sich die fast zwei Stunden Filmerlebnis als unangenehm schwerfällige Interpretation der Buchvorlage von Lewis Carroll aus dem Jahr 1867. Sicherlich war die Stärke des ersten Teils die kunterbunte Welt von Unterland, doch wurde der Humor kongenial zum dramatisch aufkommenden Showdown eingesetzt. James Bobin musste ein großes Erbe antreten und verhebt sich am mächtigen Stoff. Es stellt sich die Frage, inwiefern ein Tim Burton der Fortsetzung eine andere Richtung gegeben hätte, aber hätte er bestimmt einen nahtlosen Anschluss gefunden mit seinem aussagekräftigen Stil. Ein Stil, den Bobin vermissen lässt. Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln ist jedoch kein totaler Reinfall. Es gibt jene Momente, die uns wieder einmal wichtige Lektionen lehren. Auch wenn der Inhalt weniger gehaltvoll ist, erfreut man sich an alten Bekannten und dem neuen Background, der Alice wie eine kräftige Aura umgibt.

Fazit: Überflüssig ist die Fortsetzung beim besten Willen nicht. Jedoch hätte dem Film die gewohnte Führung von Burton sicherlich gut getan. Bobin gibt sich allerhand Mühe, einen eigenen Stil zu etablieren, scheitert jedoch am umfangreichen Erbe, welches Burton hinterlassen hat. Auch erwartet man von gesetzten Darstellern, wie eben Johnny Depp, mehr Liebe zur Figur, stattdessen wird in den 113 Minuten die Rolle emotionslos herunter gespielt. Ansonsten sind die anderen Akteure redlich bemüht, die Geschichte bis zum Ende würdevoll mit einer Nuance familiären Freizeitspaß ansehnlich und interessant zu gestalten. Schwächer als der erste Teil, aber nach wie vor ein Erlebnis für Jung und Alt.

FSK ab 6 (gelb)Originaltitel:           Alice Through the Looking Glass
Produktionsland/-jahr:   US 2016
Laufzeit:                113 min
Genre:                   Abenteuer, Familie, Fantasy

Regie:                   James Bobin
Drehbuch:                Linda Woolverton
Kamera:                  Stuart Dryburgh 

Kinostart:               26. Mai 2016
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Walt Disney Studios Motion Pictures

(Quelle: Disney Deutschland)

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