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VOLT | Sieht so die Zukunft unseres Landes aus?

VOLT ist die Möglichkeit einer nahen Zukunft. Ist das Vielleicht unseres Übermorgen. Wo die unvereinbaren Realitäten von heute in einem lautem Gewaltakt aufeinander prallen. Wo man lernt, seine Ansichten mit den Fäusten zu verteidigen. Wo derjenige Recht hat, der stärker ist. Wo man gewinnt oder standhält. Je nachdem, auf welcher Seite man steht. Sicher aber ist, dass man auf einer Seite steht.

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© farbfilm verleih

Inhalt

Die Flüchtlingskrise war nur der Anfang. In naher Zukunft hat Deutschland Transitzonen an seinen Grenzen errichtet. Tausende Flüchtlinge warten in großen Lagern. Auf Einbürgerung – oder ihren Rücktransport. Längst wurden die Menschen in den rechtsfreien Slums sich selbst überlassen. Die Situation brodelt, droht ständig zu eskalieren. Brachiale Polizeikorps halten die wütenden Transits auf Abstand. In den Reihen der staatsübergreifenden Einsatzkommandos steht auch Volt (Benno Fürmann), der im nächtlichen Einsatz eine folgenschwere Tat begeht: Volt tötet den Flüchtling Hesham (Tony Harrisson). Das Verbrechen bleibt zeugenlos, doch aufkeimende Schuld beginnt ihn zu zerfressen, treibt Volt zunehmend und immer tiefer in die Welt seines Opfers – bis in die Arme von LaBlanche (Ayo), der Schwester des Toten. Er beginnt ihr zu folgen. Zuerst als Retter, dann als Freund. Doch immer als Lügner. Tagsüber als Polizist an der Frontlinie, nachts auf der anderen Seite. Volt muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht, denn die Unruhen in Folge seiner Tat beginnen zu eskalieren …

Kritik

Die Flüchtlingskrise ist allgegenwärtig, doch könnte sie schon bald eine neue Stufe erreichen. Eine Stufe, die der deutsch-palästinesische Regisseur Tarek Ehlail eindrucksvoll thematisiert. Er zeichnet ein Deutschland am Rande des Chaos. Eine Dystopie, die schon bald grausame Realität sein könnte? Sicherlich ist es nur ein Entwurf, doch könnte die Gewalt, Interessen und Stimmung bald radikal kippen und ein scheinbar geeintes Land entzweien. Dieser Thriller nimmt schonungslos Bezug auf politische und gesellschaftliche Themen, und schafft es trotz begrenzter finanzieller Mittel, für seine Projekte die namenhaftesten Darsteller Deutschlands ins Boot zu holen: Moritz Bleibtreu oder Mario Adorf sind nur einige von ihnen. Auch für VOLT konnte Ehlail Schauspieler wie Benno Führmann, Stipe Erceg, Denis Moschitto oder Anna Bederke gewinnen. Ehlails Gespür für eine brisante Geschichte am Puls der Zeit, ist gleichermaßen besonders wie erschreckend: Dieses erschreckende Szenario einer Welt von morgen, kalt und ohne jegliches Mitgefühl, wird durch die gegenwärtigen Entwicklungen beklemmend real. Eine scheinbarer Science-Fiction-Thriller, dessen Vision schon bald kein Hirngespinst mehr sein wird. Volt schockt, wühlt auf und verstört. Grandios inszeniert und ebenso herausragend gespielt.

Fazit: Ein Thriller der sich fernab der üblichen Genrekonventionen bewegt und ein eindrucksvolles Bild einer Zukunft offenbart, dass näher ist, als uns lieb ist. Ehlail hat mit viel Leidenschaft und Überzeugung Volt in 80 Minuten stramm, aber bildgewaltig für eine breite Masse erstellt und rüttelt damit jede Bevölkerungsgruppe ordentlich durch.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Volt
Produktionsland/-jahr:   DE/FR 2016
Laufzeit:                80 min
Genre:                   Thriller

Regie:                   Tarek Ehlail
Drehbuch:                Tarek Ehlail
Kamera:                  Mathias Prause

Kinostart:               2. Februar 2017
Home Entertainment:      18. August

Verleih:                 farbfilm verleih

(Quelle: farbfilmverleih)

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