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TSCHICK | Ein Trip mit Akin, Auto und Alkohol

Regisseur Fatih Akin verwandelt die literarische Vorlage TSCHICK von Wolfgang Herrndorf mit viel dramaturgischem Geschick und tollen Schauspielern in ein so mitreißendes wie ergreifendes Roadmovie, das dem Roman stets gerecht wird – aber auch völlig alleine  stehen kann.

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© STUDIOCANAL

Inhalt

Eigentlich kann sich der 14-jährige Maik Klingenberg (Tristan Göbel) nicht beschweren, denn dank seiner wohlhabenden Eltern verbringt er seine Tage in eine schicken Haus mit Swimmingpool. Nur leider droht ihm für die großen Ferien auch die große Langeweile, denn seine Mutter steckt in einer Entzugsklinik und sein Vater muss auf „Geschäftsreise“ mit seiner Assistentin. Doch dann kreuzt Tschick (Anand Batbileg) auf – und der Sommer scheint gerettet. Denn Tschick, der aus dem tiefsten Russland stammt und in einem der Hochhäuser in Berlin-Marzahn lebt, hat einen Kleinwagen geklaut. Prompt brechen die zwei Freunde ohne Karte, Kompass und Ziel auf und machen gemeinsam die ostdeutsche Provinz unsicher…

Kritik 

TSCHICK gehört eigentlich zur Pflichtlektüre vieler pubertierender Teenies. Der Fakt, das man in so jungen Jahren ein Abenteuer sucht, steht für einen bildhaften Umbruch vom Kind zum Erwachsenen. Man möchte nicht mehr bemuttert werden und sucht fortan das Abenteuer. Besonders harmonisch und unterhaltsam hat es Autor Wolfgang Herrndorf mit seinem Buch „Tschick“ getan, denn er packt diesen Prozess in einem unvergleichlichen Roadtrip, den nun Fatih Akin visualisiert hat und dies fast original getreu. Abgesehen von einigen notwendigen Kürzungen, finden wir nahezu alle wesentlichen Passagen aus dem Buch auch im Film wieder. Der Zuschauer und Fan des Buches, erlebt somit eine intensive Reise zweier Halbstarker – der eine Rebell, der andere vernünftig – und können gleichsam die jugendlichen Freuden des Lebens im Hochsommer selbst im fortgeschrittenen Alter genießen. Der Mix aus Coming-of-Age, Drama und Komödie ist mitreißend erzählt und exzellent ausjustiert. Auch wenn ich nicht immer ein Freund Akins Arbeit bin, teilweise zu speziell ist seine Inszenierung, erfreut es mich jedoch diesmal eine so ausgeglichene Arbeit von ihm zu sehen. Man reibt sich auch verwundert die Augen und muss feststellen, das Akin in der Tat die Regie geführt hat. Die Vorlage ist grandios und Akin hat daraus eine würdige Adaption geschafft mit tollen Jungdarstellern und starken Bildern sowie Momenten.

Fazit: Der Plattenbau-Bezirk Marzahn als Ausgangspunkt eines Roadtrips für zwei Jugendliche, die das Abenteuer suchen und mit einem gestohlenen Auto und einer Fahrt durch den Osten der Republik finden. Akins Adaption ist witzig, nachdenklich und rasanter als man denkt. Gutes deutsches Kino in den dominanten Zeiten des Mainstreams.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Tschick
Produktionsland/-jahr:   DE 2016
Laufzeit:                93 min
Genre:                   Komödie, Drama

Regie:                   Fatih Akin
Drehbuch:                Hark Bohm, Lars Hubrich, Wolfgang Herrndorf (Buch)
Kamera:                  Rainer Klausmann

Kinostart:               15. September 2016
Home Entertainment:      9. Februar 2017

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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