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[Staffel 1] MODUS – DER MÖRDER IN UNS | Warum Menschen Menschen töten?

Die Messlatte für anspruchsvolle Nordic Crime-Serien liegt mit Genre-Größen wie Die Brücke – Transit In Den Tod, Kommissarin Lund oder Kommissar Beck ziemlich hoch. Die neue skandinavisch-deutsche Koproduktion MODUS – DER MÖRDER IN UNS hält problemlos diesen Qualitätsstandard und reiht sich ein in die Riege erstklassiger TV-Krimiunterhaltung. Bei Modus steht indessen statt des „Wer ist der Mörder?“ das „Warum…?“ im Mittelpunkt der packenden Geschichte, die aktuell brisante Fragen über Religion, Menschenrechte und die Natur der Liebe an sich aufwirft.

Modus

© Edel:Motion

Inhalt

Während der Weihnachtszeit ereignet sich eine Reihe verstörender Todesfälle in Schweden. Als Stina, die autistische Tochter der ehemaligen FBI-Profilerin Inger Johanne Vik (Melinda Kinnaman), unfreiwillig zur Zeugin eines Mordes in einem Hotel wird, gerät sie ins Visier des Killers. Während Kommissar Ingvar Nyman (Henrik Norlén) den schockierenden Mord an einer Bischöfin in Uppsala untersucht, werden in Stockholm weitere Leichen gefunden, darunter auch die Tote aus dem Hotel. Um ihre Tochter zu schützen, die über das schreckliche Erlebnis schweigt, schließt sich Inger den Ermittlungen der Stockholmer Polizei an. Trotz unterschiedlicher Todesursachen dauert es nicht lange, bis Inger ein Muster bemerkt: Die Taten scheinen allesamt durch Hass auf eine weltoffene, liberale Gesellschaft motiviert zu sein. Bald führen die Ermittlungen zu einem religiös-fundamentalistischen internationalen Netzwerk, und eine verzweifelte Jagd nach dem Serienmörder beginnt.

Kritik

Das ich ein Fan des skandinavischen Films bin, habe ich nicht selten betont. Auch die Serien erfreuen sich bei mir steigender Beliebtheit. Die nordische Düsternis im Winter. Die märchenhaften Wälder, so tief und unscheinbar. Idyllische Seen mit einer kleinen Hütte am Ufer. Metropolen mit Dorf-Charakter. Was aus dem hohen Norden zu uns dringt oder sogar mittels Co-Produktion im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, besitzt eine enorme Qualität und Tiefgründigkeit. Sie sind meist intelligente und packende Thriller oder Krimi-Streifen. Nun haben ich mir erneut eine Delikatesse gegönnt: MODUS – DER MÖRDER IN UNS.

Eine vierteilige Serie, die in Spielfilmlänge daher kommt und seinen Genre-Kollegen in Nichts nachsteht. Wir erleben von der ersten Sekunde an Spannung mit einer gut inszenierten Geschichte. Langatmigkeit sucht man eher vergebens – mit Ausnahme des Staffelfinales. Das schwächelt im Vergleich zu den vorherigen Folgen etwas und könnte sich unangenehm in die Länge ziehen. Hätte man durchaus noch eine weitere Folge als Entlastung rangehängt, der Spannung mehr Raum und der Geschichte Luft zum Atmen gegeben, so wäre es sicherlich ein runder Abschluss geworden. Immerhin fehlt es auch hier nicht an Spannung.

Selbst wenn die Skandinavier alles richtig zu machen scheinen, haben sie mit  Modus – Der Mörder in uns die erste Staffel massiv überladen. Zu viele Eindrücke, Wendungen und Klischees hemmen das Vergnügen. Wir erleben ein autistisches Kind, Homosexualität und sogar eine zwielichtige Sekte. Das wirkt dann doch eher an den Haaren herbeigezogen. Weiterer Kritikpunkt sind die unsympathischen Charaktere, die zu kantig und unpersönlich in der Handlung agieren. Auch ist die Anzahl an Protagonisten überdurchschnittlich und rüttelt an der Glaubwürdigkeit einer Krimiserie. Zudem wirkt die Serie auf den Zuschauer ziemlich überfordernd. Wo wir wieder bei der überladenen Inszenierung wären. Wenngleich die Serie auf Romanen von Anne Holt beruht und dort ebenfalls Themen wie die genannten vorkommen, so ist es doch ein enormer Unterschied, wenn man dies alles in vier Filme einarbeitet. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.

Von der schauspielerischen Leistung kann man kein schlechtes Wort verlieren. Für ihre geschriebenen Charakterzüge können die Darsteller nichts. Doch sie machen aus ihrer Situation das beste draus. So kommt mitunter eine stark aufgeladene Krimiserie mit Abzügen in der B-Note auf ein gutes Gesamtergebnis. Natürlich gibt es beim Vergleich zu anderen skandinavischen Serien bessere Vertreter. Aber Modus kann mit Spannung, Atmosphäre und großen Namen einiges Ausgleichen.

Fazit: Solide Krimiserie mit einigen Schwächen, aber starken Schauspielern und Schauplätzen.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Modus
Produktionsland/-jahr:   SE/DE/UK/DK/IS/NO 2015
Laufzeit | Folgen:       364 min | 8 Folgen 
Genre:                   Krimi, Thriller

Regie:                   Lisa Siwe, Mani Maserrat Agah
Idee:                    Anne Holt
Kamera:                  Erik Persson, Linda Wassberg   

Dt. Erstausstrahlung:    20. November 2016 auf ZDF (im Rahmen des ZDF-Sonntagskrimis)
Home Entertainment:      12. Dezember 2016

Verleih:                 Edel:Motion

(Quelle: KrimiKollegen)

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