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SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT | Die Wahrheit des Lebens aus der Sicht eines Kindes

Die Tumulte der Kindheit, die helle Freude, die rasende Wut, die dunklen Abgründe: Das sind die Themen des US-amerikanischen Schriftstellers Patrick Ness. In seinem vielfach preisgekrönten Roman SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT erzählt er von Connor, der noch nicht erwachsen ist, aber auch kein Kind mehr sein kann.

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© STUDIOCANAL

Inhalt

Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit…

Kritik

Das Leben ist kein Selbstläufer. Unerwartete Dinge können über uns hereinbrechen und alles verändern. Auch der kleine Conor hat so seine Schwierigkeiten mit dem Leben und ist damit Statist in einem Drama, dass trotz aller Fantasy, so realistisch wie kein anderes ist. Patrick Ness gleichnamiger Roman, der 2011 erschien, ist schon in der geschrieben Fassung ein Meisterwerk. Die Eindrücke und das Erlebte dann von Regisseur Juan Antonio Bayona visualisiert zu bekommen, ist ein wahres Fest. Glücklicherweise hat Patrick Ness selbst das Drehbuch beigesteuert, dass förderlich ist. Damit gehen Bayona und Ness Hand in Hand und zaubern einen aufwühlenden Film auf die Leinwand, der für mich zu den besten Filmen 2017 gehört. Wie stark ist die Bildhaftigkeit der Verlustängste von Conor, der durch das Krebsleiden seiner Mutter die ganze Gewalt des Lebens abbekommt. Direkt mit dem Tod konfrontiert wird und zusätzlich noch schwere körperliche und mentale Schläge bei Großmutter und Mitschülern einstecken muss. Schauspielerisch ziehe ich meinen Hut vom kleinen Darsteller, der nach SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT ein ganz Großer sein wird. Auch die tiefe und unvergleichliche Stimme Liam Neeson im Original lässt einen erschaudern, aber auch die deutsche Synchronstimme von Bernd Rumpf hört man durch die beeindruckende Soundkulisse und Musik durch – wenngleich etwas kratziger. So ergibt sich ein atemberaubendes Ganzes, dass jeden Menschen ans Herz gehen wird. Unmissverständlich und bedrückend rückt Conors Schicksal in den Fokus und wir blicken auf uns, um festzustellen, dass unsere Probleme Nichtigkeiten sind und es weitaus mehr Menschen gibt, die in der hektischen und mit negativen Energie angereicherten Welt untergehen.

Fazit: Wen soll der Film erreichen? Alle, die es verstehen. Leid, Schmerz und Hoffnung aufgereiht wie eine Perlenkette, droht sie jeder Zeit zu reißen. Wir, als Zuschauer, halten sie zusammen und helfen damit sogar uns selbst. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           A Monster Calls
Produktionsland/-jahr:   US/UK/ES 2016
Laufzeit:                108 min
Genre:                   Drama, Fantasy

Regie:                   Juan Antonio Bayona
Drehbuch:                Patrick Ness
Kamera:                  Oscar Faura

Kinostart:               4. Mai 2017
Home Entertainment:      19. Oktober 2017

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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