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TIGER GIRL | Der deutsche Film von seiner rebellischsten Seite

Mit TIGER GIRL geht der blutige Faustschlag am Ende von „Love Steaks“ in die Verlängerung. Es wird wilder, gefährlicher und brutaler – mit einem Wort: weiblicher.

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© Constantin Film

Inhalt

Margarethe „Vanilla“ Fischer (Maria Dragus) ist eifrig und möchte Gutes tun, auch wenn sie die Polizeiprüfung, auf die sie alle ihre Hoffnungen gesetzt hatte, nicht bestanden hat. Am Boden zerstört trifft sie eines Tages auf die extrem unberechenbare, eigensinnige und risikofreudige Tiger (Ella Rumpf). Tiger nimmt sich Maggie an, die sich nach Zugehörigkeit und Aufmerksamkeit sehnt, und bringt ihr etwas von ihrer eigenen Philosophie bei. Doch trotzdem landet Maggie, der die Warnungen ihrer spießigen Eltern noch in den Ohren klingen, erst einmal bei einem privaten Sicherheitsdienst. Erst als sie in der U-Bahn von drei Männer bedrängt wird und Tiger ihr im richtigen Moment zur Hilfe eilt, ist Maggie langsam bereit, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Sie erhält von ihrer neuen Freundin den Namen Vanilla verpasst und gemeinsam stiften die beiden Frauen jede Menge Chaos…

Kritik

Erschreckend, wie gut Gewalt tun kann. Auch einem Film kann es eine gewisse Würze verleihen, so auch TIGER GIRL: Gewalt ist das Allheilmittel in einer temporeichen und gut gelaunten Erzählung. Tiger Girl ist ein Kontrastprogramm. Ein Zusammenspiel zwei unterschiedlicher Welten, die zueinander finden und schließlich auf den gleichen Nenner kommen. Die zwischenmenschliche Beziehung wirkt verstörend, aber anziehend. Verlieren sich beiden im Verlauf der Geschichte in Anarchie und Selbstfindung. Engel trifft auf Dämon und beide heilen sich, in dem Tiger lehrt und Vanilla zuhört. Der Pfad der Zerstörung, den beide Protagonisten gehen, könnte ein Gleichnis von Mad Max sein. Rebellisch, auflehnend, auf der Suche nach Gerechtigkeit in einer festgefahrenen Gesellschaft. Getragen von schrillen Bildern und hämmernden Elektrosound begegnen wir zwei Menschen, die in unseren Augen nicht alles richtig machen, sich daran aber nicht stören. Sie geben einen scheiß auf die Meinung anderer und leben ihren Alltag fernab der Konventionen. Das wirkt angenehm lebendig, wenngleich Logik fehlt und Klischees auf brutale Weise überspitzt werden. Tiger Girl ist nicht nur eine Montage der Gesellschaft, sondern auch des Films. Mängel hat der Film genug, stört sich daran aber nicht, sondern geht seinen individuellen Weg und glänzt am Ende auch damit. Ein Überschuss an weiblicher Energie entlädt sich in diesem wunderbaren Feuerwerk der Gedanken und Emotionen. Jakob Lass gibt dem deutschen Film eins voll in die Fresse.

Fazit: Kunterbunte Überspitzung, rasantes Rollenspiel, abgedrehtes Experiment – mit Ecken und Kanten schafft sich Tiger Girl seine Daseinsberechtigung und offenbart mit nötigem Realismus, wie befreiend Gewalt doch sein kann und wie diese auf uns zurückgeworfen wird.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Tiger Girl
Produktionsland/-jahr:   DE 2017
Laufzeit:                91 min
Genre:                   Action

Regie:                   Jakob Lass
Drehbuch:                J. Lass, I. Schiller, H. Schopf, N. Woche, E.-M.Reimer
Kamera:                  Timon Schäppi 

Kinostart:               6. April 2017
Home Entertainment:      5. Oktober 2017

Verleih:                 Constantin Film

(Quelle: Constantin Film)

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