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DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN | Vier Berliner Juden und der Kampf gegen nationalsozialistische Verfolgung

DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN ist ein außergewöhnliches Drama, dessen Drehbuch auf Interviews basiert, die Regisseur Claus Räfle und Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführt und in ihren Film integriert haben.

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© TOBIS Film

Inhalt

Im Februar 1943 erklärt das NS-Regime, dass in der Reichshauptstadt Berlin keine Juden mehr leben würden. Einige von ihnen aber konnten sich vor den Schergen Adolf Hitlers in den Untergrund flüchten. Die junge Hanni Lévy (Alice Dwyer) gehört zu den Untergetauchten. Hanni, die beide Eltern verlor, versucht am Ku’damm mit blond gefärbten Haaren unerkannt zu bleiben. Cioma Schönhaus (Max Mauff) fälscht Pässe, mit denen er dutzenden Juden das Leben rettet – und schafft es dank des damit verdienten Geldes, ein einigermaßen normales Leben zu führen. Eugen Friede (Aaron Altaras) ist bei einer deutschen Familie untergekommen, er bekämpft des Nachts das nationalsozialistische Regime mit in einer Widerstandsgruppe hergestellten Flugblättern und tarnt sich tagsüber in der Uniform der Hitlerjugend. Ruth Arndt (Ruby O. Fee) gibt sich hingegen als Kriegswitwe aus und serviert NS-Offizieren Gourmetessen vom Schwarzmarkt…

Kritik

DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN ist ein beeindruckender Ansatz eines Films, der ein bis dato wenig beleuchtetes Kapitel der NS-Zeit als Grundlage heranzieht. Vier Berliner Juden werden von Regisseur Claus Räfle und Co-Autorin Alejandra López befragt und liefern emotionale Antworten, die in einem originellen Genremix aus Dokumentarfilm und Drama zusammengefügt wurden. Kraftvoll erzählt Räfle die Judenverfolgung aus einem anderen Blickwinkel ohne sich in der sonst so typischen Kriegsaufarbeitung und Nationalsozialismus zu verlieren. Sicherlich ist es ein wesentlicher Bestandteil, doch der Focus liegt auf vier jungen deutschen Darstellern, die den Zeitzeugen ein Gesicht geben und beeindruckend den Überlebenskampf im Untergrund einer pulsierenden Nazi-Metropole mimen. Die reinszenierten Rückblenden sorgen zusätzlich für ein ergreifender und authentischer Film, der lediglich an seiner sehr nahen Fernsehhandschrift kränkelt und weniger als reiner Kinofilm daherkommt. Doch ein wirkliches Manko ist es in diesem Fall nicht, den die Glaubwürdigkeit bleibt stets aufrecht und nah am Zeitgeschehen.

Fazit: Ein mutiger und expressiver Historienfilm, der mit Interviews und packenden Spielfilmszenen ein bis dato dunkles Kapitel deutscher Kriegsgeschichte beleuchtet und vier jüdische Berliner in Zeiten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus porträtiert.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Die Unsichtbaren
Produktionsland/-jahr:   DE 2017
Laufzeit:                149 min
Genre:                   Biografie, Drama, Historie

Regie:                   Claus Räfle
Drehbuch:                Claus Räfle, Alejandra López
Kamera:                  Jörg Widmer 

Kinostart:               26. Oktober 2017
Home Entertainment:      27. April 2018

Verleih:                 TOBIS Film

(Quelle: TobisFilmclub)

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