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THE HAPPYTIME MURDERS | Was zum Geier habe ich mir da gerade angesehen?

Kein Sesam, nur Straße und alles andere als Kinderkram: Melissa McCarthy ermittelt als knallharte Polizistin in der obszönen Welt der Puppen! THE HAPPYTIME MURDERS ist ein flauschiges Sex-Fest mit Anstößigkeiten und derben Humor.

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© TOBIS

Inhalt

Los Angeles, Stadt der Engel, Stars und Sternchen, wo alles möglich ist: Willkommen in einer Welt, in der Menschen und Puppen in friedlicher Koexistenz miteinander leben! Bislang zumindest – denn ein Mörder geht um und versetzt vor allem die Puppenwelt in Angst und Schrecken. Die Opfer sind die Mitglieder der einst umjubelten, mittlerweile aber etwas in die Jahre gekommenen Happytime Gang, die mit ihrer TV Show jahrelang für lachende Kinderaugen sorgten, es hinter den Kulissen aber mächtig krachen ließ. Nun ist die Party over, denn ein mysteriöser Killer räumt ein Ensemble-Mitglied nach dem anderen aus dem Weg. Detective Connie Edwards (Melissa McCarthy) übernimmt den Fall und muss sich dafür mit ihrem Ex-Partner Phil wieder zusammenraufen. Phil, selbst eine Puppe, sorgte vor Jahren mit einem schlimmen Patzer für den Ausschluss sämtlicher Puppen vom Polizeidienst. Doch in diesem Fall ist sein Know-How gefragt. Und so stürzen sich die beiden ungleichen Cops in die Arbeit – und mitten hinein in die exzessive Unterwelt des „Bad Puppets“…

Kritik

Ich musste mir mehr als einmal die Augen reiben: Die Puppen mit denen ich aufgewachsen bin, nehmen Drogen, prostituieren sich und feiern den lieben langen Tag. Eine ungewöhnliche Koexistenz. Doch sie scheint zu funktionieren, wenngleich die Puppen eine Minderheit darstellen. Sie werden nur auf ihr flauschiges Aussehen und ihr Mitwirken im Showbusiness reduziert. Das sie Gefühle haben und ebenso empfinden wie wir – die Menschen – wird oft ausgeblendet. Ein Hauch von Gesellschaftskritik, die aber im Angesicht dieser Grotesken umsetzen schnell ins Hinterstübchen gerät. Der Fokus legt allein auf Gewalt, Comedy und flauschiger Action. In straffen 90 Minuten wird ein Repertoire aus Action, Komödie und Krimi abgefeuert. Und verdutzt reiben wir uns die Augen, dass die Menschen und Puppen gemeinsam ermitteln. Schließlich sterben Puppen. Brian Henson hat aus dem Erbe seines Vaters Jim Henson ein äußerst abgedrehtes Spektakel gemacht. Kindgerecht ist an THE HAPPYTIME MURDERS nichts. Schonungslos wird das dunkle Milieu porträtiert, mit all seinen Gefahren. Sex, Gewalt und Liebe geben sich die Klinke in die Hand. Für diejenigen, die mit diesen eigentlich so reizenden Figuren aufgewachsen sind, könnte dieser Film verstörend wirken. Wenn nicht sogar Kindheitserinnerung löschen und traumatisieren. Was ich so radikal beschreibe, kann wirklich eintreffen, denn der Film stößt oft an die Grenzen des guten Geschmacks. Landet mit obszönen Szenen und derben Humor oft unter der Gürtellinie, doch ich für meinen Teil habe dort mein Lachzentrum versteckt. Mich haben die Puppen abgeholt und auch mein Bild einer heilen Welt nicht zerstört. Mit Begeisterung habe ich ich Melissa McCarthy und Phil beim Ermitteln zugesehen. Stets erstaunt darüber, wie aufwendig der Film schließlich in seiner Umsetzung ist. Es lohnt sich definitiv nach Ende des Films sitzen zu bleiben, dort erhält man einen guten Eindruck davon, was uns 90 Minuten so gut unterhalten hat. Wie viel Liebe dahinter steckt und wie manche Szenen auf kreative Weise gelöst wurden. Brian Henson hat eine kurzweilige Abwandlung der beliebten Kindersendung vollzogen und auch den Erwachsenen, die einst die Rezipienten waren, einen feuchten Traum beschert.

Fazit: Krank, absurd, dreckig – Henson Jr. zieht das Erbe seines Vaters durch die Gosse und landet damit eine Volltreffer. Mit viel Situationskomik und schmuddeligen Ansätzen holt er die eingestaubten Puppen aus der Holzkiste und kredenzt dem Zuschauer ein bahnbrechenden Actioner mit vielen Details und Detektivarbeit.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           The Happytime Murders
Produktionsland/-jahr:   US 2018
Laufzeit:                91 min
Genre:                   Komödie, Action, Krimi

Regie:                   Brian Henson
Drehbuch:                Todd Berger
Kamera:                  Mitchell Amundsen

Kinostart:               11. Oktober 2018
Home Entertainment:      -

Verleih:                 TOBIS Film

(Quelle: TobisFilmclub)

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