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MARY SHELLEY | Wie ein Monster laufen lernte

Die familiären Wurzeln, Marys eigene, teilweise verstörende Erfahrungen und ein freiheitlich denkendes, kreatives Umfeld liefern den Nährboden für ein unglaubliches, die Geschichte überdauerndes Werk! MARY SHELLEY – DIE FRAU, DIE FRANKENSTEIN ERSCHUF nimmt uns mit auf eine bedeutende Reise ins frühe 19. Jahrhundert. Einer Zeit, in der das wohl berühmteste Monster der Welt seine ersten Schritte machte.

MARY SHELLEY

© Prokino – Einzigartige Unterhaltung

Inhalt

Dies ist die Geschichte von Mary Shelley (Elle Fanning), der Schöpferin von Frankenstein und seinem wohl berühmtesten Monster der Welt. England, 1812: Mary ist eine romantische und ambitionierte 16-Jährige, als sie sich in den rebellischen Dichter Percy Shelley (Douglas Booth) verliebt. Entgegen aller Konventionen beginnen die beiden eine leidenschaftliche, skandalträchtige Affäre, in deren Sog Mary auf schicksalhafte Weise zur großen Schriftstellerin reift. In einer Welt, in der alles möglich erscheint, gelingt ihr der große literarische Durchbruch: Mit „Frankensteins Monster“ erschafft sie die wohl schaurigste und düsterste Kreatur der Literaturgeschichte.

Kritik

„Frankenstein’s Monster“ – eines der größten Werke der Literaturgeschichte und Vorlage zahlreicher Interpretation des Horrors und der Fantasy. Immer wieder versuchten sich Autoren und Filmemacher daran, Shelleys geistiges Eigentum zu erweitern, zu visualisieren, zu verfeinern. Doch alle Versuche scheiterten, den es fehlte ihnen an der beispiellosen Vorstellungskraft, die Mary Shelley berühmt machte. Frankenstein ist ein Produkt Shelleys Fantasie, entsprungen schwieriger und kämpferischer Zeiten. Zeiten der Akzeptanz, der Emanzipation und des erbarmungslosen Entgegenstemmen männlicher Vorurteile. Allein der Gedanke, eine Frau besitze genügend Macht, die Menschen aus dem Reich der Toten zu holen, war für viele, wenn nicht sogar für alle Männer, unvorstellbar. Aber Shelley beugte sich der maskulinen Dominanz und der Kleingeistigkeit nicht. Unaufhaltsam bestritt sie ihren Weg – bis eben zu jenem Moment, in der der berühmteste Monster der Welt das Licht der Welt erblickte.

MARY SHELLEY ist ein seichtes Drama, beleuchtet es vor allem die Beziehung von Mary zum rebellischen Dichter Percy Shelley. Frankenstein ist in der Tat nur eine Randfigur, wenngleich seine Schöpfung auf den Ereignissen im Film basiert. Schließlich führt die Unterdrückung, die Erleuchtung, der qualvolle Weg ihrer Existenz zu Frankenstein. Zweifellos sorgt Elle Fanning mit ihrer Darbietung für viele grandiose Augenblicke, die einem dem Atem rauben können. Begleitet von einem eindrucksvollen und detailgetreuen Setting, einer dichten und düsteren Atmosphäre, die im Kontext zur Entstehung Frankensteins steht bzw. gut verdeutlicht, woher diese Dunkelheit und Innovation seines Charakters stammt. In Kombination von Shelleys Wurzeln, den eigenen verstörenden Erfahrungen und ihrem Freigeist stark umgesetzt. Doch am Ende fehlt dem Werk das letzte Fünkchen Konsequenz. Lobenswert ist die Darstellung einer feministischen Vorreiterin und gerade jetzt, in Zeiten der Frauenquote durchaus annehmbar, kommt der noch viel spannendere Teil neben der Liebesgeschichte zu kurz.

Fazit: Dramaturgisch hat Mary Shelley seine Schwächen, gerade in den Momenten bedingungsloser und aufopferungsvoller Liebe wünscht man sich als Zuschauer mehr von Frankenstein und seinem Ursprung. Haifaa Al-Mansour gelingt es nicht zu 100 Prozent, eines der bedeutendsten Werke der Literaturgeschichte eine visuelle Entstehungsgeschichte zu spendieren. Doch gerade Elle Fenning, die Szenerie und Ausstattung, sowie die Omnipräsenz eines Monsters reißen das Ruder schließlich noch rum. Doch Achtung: Für Literaturfans sicherlich sehenswert, für Horror-Enthusiasten nur bedingt etwas zum Gruseln. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Mary Shelley
Produktionsland/-jahr:   UK/US/LU/IE 2017
Laufzeit:                120 min
Genre:                   Biografie, Historie, Drama

Regie:                   Haifaa Al-Mansour
Drehbuch:                Emma Jensen, Haifaa Al-Mansour
Kamera:                  David Ungaro

Kinostart:               27. Dezember 2018
Home Entertainment:      9. Mai 2019
  
Verleih:                 ProKino

(Quelle: Prokino – Einzigartige Unterhaltung)

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