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FAKING BULLSHIT | Alles muss die Polizei selber machen

Einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfallen gehen die Kriminellen aus. Was eigentlich gut ist, ist für die hiesige Polizei ein Dorn im Auge. Schließlich geht es um Arbeitsplätze. So werden die Polizisten Deniz, Rocky, Netti und Hagen kreativ…

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© EuroVideo Medien GmbH

Inhalt

Eine verschlafene Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Für die Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol), Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe) das reinste Paradies, denn hier gibt es für die Exekutive nahezu nichts zu tun. Dieser für alle zufriedenstellende Zustand wird jedoch schlagartig zum Problem, als Tina (Sina Tkotsch) auf der Wache 23 auftaucht, um zu überprüfen, ob man die Dienststelle aufgrund mangelnder Kriminalität nicht besser schließen sollte. Um ihre Arbeitsplätze zu retten, beschließen die Gesetzeshüter kurzerhand die Seiten zu wechseln. Sie beginnen Straftaten zu „faken“. Ganz nach dem Motto: „Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche!“

Kritik

Das oft zitierte Leid deutsche Komödien seien nicht komisch, liest und hört der Filmfreund quer durch die Medien. Versaut sind die Geschmacksknospen. Wenn der Deutsche zu einem deutschen Film greift, so ist das ein Tanz auf Messers Schneide. Ein wilder Ritt zwischen Fremdschämen und Jubel. Selten überzeugen Filmen „Made in Germany“ das eigene Publikum. Vereinzelt gelingen Hoffnungsschimmer wie beispielsweise Ballon von Micheal Bully Herbig, der auch schon wieder zwei Jahre her ist. Dazwischen gab es Abklatsch-Comedy. Das perfekte Geheimnis ein Schatten des französischen Originals – um Längen überlegen. Bora Dagtekin jagt seine Form. Seit Fack ju Göhte 2013 ein kontinuierlicher Abbau. Von Till Schweiger brauchen wir gar nicht erst Reden und Matthias Schweighöfer tummelt aktuell lieber in einer Netflix-Zombie-Apokalypse. Dem deutschen Film fehlt es an richtigen Machern. Ein Lichtblick schafft da Alexander Schubert mit seinem Debütfilm FAKING BULLSHIT. Provokant der Titeln, im Herzen aber verspielt und gerne auch eine Nuance drüber. Mutiges deutsches Kino, was wir gerade in Coronazeiten zu selten erleben dürfen. Dem großen Auftritt blieb der Film im Kino verwehrt. Zu schnell folgten Schließungen und Abschottungen. Einer breiten Masse ging dieses Sahnebonbon durch die Lappen. So baut man jetzt die Hoffnungen auf die Heimkino-Auswertung. Doch was erwartet den verkorksten deutschen Zuschauer?

Eine Rehabilitation. Der deutsche Film kann auch anders. Ich hab es in den letzten Jahren immer mal wieder aufblitzen sehen, doch hier bekommt man reine Reinkultur serviert. Grandios besetzt und glorreich inszeniert. Inhaltlich wenig überraschend, aber in der Ausführung sehr unterhaltsam. Faking Bullshit schwimmt ganz ganz ganz ganz vorsichtig im Fahrwasser eines Guy Ritchies. Die Tonalität erinnert daran. Die Augen funkeln, bevor die Story übersteuert. Manche Gags verpuffen aufgrund guter Absichten, aber viel zu hochgesteckter Ambitionen. Vielleicht wollte Schubert auch zu viel, fängt sich aber selbst in einer Notlage ein und steuert sein namenreiches Ensemble über die Ziellinie. So poetisch das alles klingen mag, so wenig hat das mit einem Shakespeare gemeinsam. Faking Bullshit ist ein 100-minütiges Arrangement. Entweder lässt man sich darauf ein oder man lässt es. Fakt ist: es macht Laune und schürt wieder einmal die Hoffnung, dass hinter dem Hügel das gelobte, deutsche Filmland existiert. Good work for the first try!

Fazit: Provinz-Cops kämpfen um ihre Jobs und das auf eine sehr humorvolle Weise. Alexander Schubert liefert mit seinem Erstling ein grundsolides Werk ab, dass im Kern nichts Neues erzählt, aber in seiner Kombination ein kurzweiliges Kleinstadt-Abenteuer erzählt. Das deutsche Kino ist tatsächlich mehr und das zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Faking Bullshit
Produktionsland/-jahr:   DE/CH 2020
Laufzeit:                103 min
Genre:                   Komödie

Regie:                   Alexander Schubert
Drehbuch:                Alexander Schubert
Kamera:                  Julian Landweer

Kinostart:               10. September 2020 
Home Entertainment:      25. Februar 2021

Verleih:                 EuroVideo Medien GmbH

(Quelle: EuroVideo Medien GmbH)

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