JURASSIC WORLD: EIN NEUES ZEITALTER (3D) | Ein Milliarden-Franchise stirbt aus

In diesem Sommer erreicht die Jurassic-Ära ihr episches Finale. Die Dinosaurier leben seit den Ereignissen auf Isla Nublar frei auf dem Festland. Ein gigantisches Ringen um die Herrschaft zwischen Mensch und Dinosaurier beginnt. Und erstmals finden zwei Generationen in JURASSIC WORLD: EIN NEUES ZEITALTER (3D) zusammen.

.INHALT.

Vier Jahre nach der Zerstörung der Isla Nublar leben und jagen Dinosaurier nun überall auf der Welt – neben den Menschen. Wie sich dieses empfindliche Gefüge in Zukunft entwickeln wird, ist offen: Wird der Mensch auch weiterhin an der Spitze der Nahrungskette stehen – oder wird er seinen Rang an die furchterregendsten Kreaturen in der Geschichte des Planeten verlieren?

Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) versuchen gemeinsam mit der Hilfe von Ellie Sattler (Laura Dern), Ian Malcolm (Jeff Goldblum) und Alan Grant (Sam Neill) einen furchtbaren Fehler zu korrigieren und stoßen dabei nicht nur auf alte, gefräßige Bekannte. „Warum müssen die immer größer werden.“ Eine abenteuerliche, rasante und atemberaubende Reise, die rund um den Globus führt, entscheidet über das Schicksal der Menschheit.

© Universal Pictures International Germany

.KRITIK.

JURASSIC WORLD: EIN NEUES ZEITALTER. Ein Film, den ich sacken lassen muss. Viel Zeit habe ich in die Vorbereitungen gesteckt. Habe mir alle Filme dieses milliardenschweren Franchises bis zum Ende angesehen. Ich wollte vorbereitet sein auf DAS Ende – wenngleich es wohl nicht das Ende sein dürfte. Pläne für weitere Filme und sogar Serien drangen des Öfteren an die Öffentlichkeit. Wir werden sehen. Aber nach fünf Filmen war ich an dem Punkt, wo ich mich gut gerüstet sah. Abschied zu nehmen und vielleicht etwas Neues zu begrüßen.

Ich wollte auch sehr vorsichtig sein, was Kritiken anderer angeht. Das Erlebnis wollte ich mir nicht nehmen lassen, doch bei einem derartigen Blockbuster führen keine Wege dran vorbei. Teils vernichtend vielen die Stimmen aus – sowohl von Experten als auch Zuschauer. Nichtsdestotrotz gab ich mir viel Mühe, diese Erfahrungen auszublenden und eigene zu sammeln. Fakt ist: Es ist definitiv der schwächste Teil der Reihe. Ich bin sowieso erstaunt, wie man aufgrund dieser erzählerischen Entwicklung, derart abbauen kann, obwohl soviel Potential auf dem Silbertablett lag. Aber: es ist nicht der Ausfall, von denen so viele sprechen.

Fangen wir gleich mit den negativen Punkten an: es ist einfach zu viel des Guten. Noch mehr Dinos, noch mehr Stars, noch mehr Effekte (die an manchen Stellen erschreckend schlecht aussehen). Da blutet mir auch ein wenig das Herz. Gerade wenn ich an die Anfänge denke. Mit viel Aufwand einst Steven Spielberg die Dinosaurier zum Leben erweckte und wie gut das aussah – und das vor fast 30 Jahren. Leider schafft es Regisseur Colin Trevorrow, bei all dem Lob für die anderen Teile, keine homogene Maße zu erzeugen. Es ist klumpig und zäh – und unfassbar lang, für so wenig Inhalt. Das Drehbuch entpuppt sich hier als größte Baustelle. Man merkt einfach, dass man viele Ideen hatte und nur diesen einen Teil. Da bin ich in den Meinungen auch absolut konform.

Aber wirklich zerreißen kann ich ihn auch nicht, weil der Aspekt, die Dinos leben nun unter uns. Der gesamte Planet ist im Wandel und dieses Zwei-Generationen-Treffen sind für mich zu unterhaltend. Sicherlich lässt sich an dieser Stelle über die Umsetzung streiten, aber hatte ich dennoch viel zu viel Spaß mit Jurassic World: Ein neues Zeitalter (3D) – den ich allerdings nicht in 3D gesehen habe. Ob dadurch das Gesamtempfinden sich verbessert hätte, i don’t know.

Doch führen wir die guten Dinge weiter an. An Action fehlt es dem Film nicht, wilde Verfolgungsjagden meets Cowboy-Western-Idylle. Jurassic World: Ein neues Zeitalter hat viel zu bieten. Gerade im Kino entfaltet diese Vielfalt an Dinos und das entbrannte Chaos in der menschlichen Zivilisation eine unglaubliche Dynamik. Gerade die alte Garde weiß sich basierend auf ihren ersten Auftritten im Franchise sehr gut und nostalgisch zu verkaufen. Es wirkt höchst emotional und mitunter auch sehr humorvoll – gerade dann, wenn Sam Neill als Alan Grant oder Jeff Goldblum als Ian Malcolm alte Schenkelklopfer aus der Schublade rausholen. Das macht ziemlich Laune. Hinzu kommen die unglaublich vielen Settings. Wir sind irgendwo in den nordamerikanischen Wäldern, dann finden wir uns in Italien wieder und und und. Die globale Katastrophe ist spürbar. Das ökologische Gleichgewicht nicht mehr existent. Diese Bedrohung erlebt man sehr eindrucksvoll und greifbar, wenngleich es nur ein Film ist. Schauspielerisch ist das sehr solide. Wenig überraschend, aber der Situation angemessen.

Jurassic World: Ein neues Zeitalter hinterlässt ein weinendes und lachendes Auge. Es ist ein Abschluss, aber vielleicht nicht der, den sich viele gewünscht haben. Aber eine Ära geht tatsächlich zu Ende. Der Stoff ist auserzählt, aber die Dino-Idee lebt.

.FAZIT.

Nicht das Ende, was ich erwartet habe, aber ein Ende, mit dem ich leben kann. Jurassic World: Ein neues Zeitalter verschenkt leider zu viel Potential und handelt viele gute Ideen lieblos ab. Hier wäre tatsächlich mal ein Zweiteiler sinnvoll gewesen, um auch den Figuren den notwendigen Raum zu geben. Doch der Totalausfall ist es in meinen Augen nicht. Die Action zündet, der Nostalgie-Index ist hoch und die neuen Dinos haben ihren Reiz. Ich kann damit leben. Könnt ihr das auch?



OriginaltitelJurassic World: Dominion
Produktionsland/-jahrUSA 2022
Laufzeit146 min
GenreAction, Abenteuer, Science-Fiction
RegieColin Trevorrow
DrehbuchEmily Carmichael, Colin Trevorrow
KameraJohn Schwartzman
Kinostart8. Juni 2022
Home Entertainment25. August 2022
VerleihUniversal Pictures International Germany