[Feature] SUPERMAN | Endlich darf er zweifeln und scheitern

Ein Superheld, der keine Lust auf Heldentum hat. Ein Regisseur, der seine Figuren lieber scheitern lässt als strahlen. Und ein Mythos, der dringend ein Update braucht. Mit SUPERMAN wagt James Gunn den größten Umbruch in der Geschichte des DC-Kinouniversums – und bricht dabei mit vielen Erwartungen. Statt glattem Idealismus zeigt sein Superman Schwäche, Humor und emotionale Tiefe. Der Regisseur, bekannt für schräge Außenseiter und gebrochene Herzen, verpasst der ikonischsten Comicfigur der Welt ein neues Fundament: Menschlichkeit.

.DER (UN)PERFEKTE SUPERMAN – ENDLICH „ZUM SCHEITERN“ VERURTEILT.

Superman war nie leicht zu erzählen. Zu stark, zu moralisch, zu wenig Raum für Entwicklung – so lauteten die Vorwürfe, mit denen die Figur seit Jahrzehnten kämpft. Regisseure wie Zack Snyder versuchten ihn mit dunklem Pathos und messianischer Bildsprache zu modernisieren, andere verloren sich in nostalgischem Kitsch. Nun tritt James Gunn an, um den Kryptonier neu zu definieren. Und wenn man Gunns bisherige Arbeit kennt, ist eines klar: Dieser Superman wird nicht nur fliegen – er wird auch zweifeln und im besten Fall auch scheitern.


.GUNNS HELDEN – AUSSENSEITER MIT HERZ.

Ob Guardians of the Galaxy, The Suicide Squad oder die Serie Peacemaker – Gunns Markenzeichen sind Außenseiterfiguren, die inmitten von Gewalt und Chaos Menschlichkeit entdecken. Sie sind kaputt, sperrig, oft lächerlich – aber auch zutiefst berührend. In einem Interview mit The Playlist 2022 sagte Gunn einmal:

„Ich interessiere mich nicht für Leute, die perfekt sind. Ich interessiere mich für Menschen, die lieben wollen, aber nicht wissen, wie.“

Diese Haltung verändert auch den Blick auf Superman. Denn obwohl er äußerlich der perfekte Held ist – unbesiegbar, edel, schön -, bleibt er innerlich ein Waisenkind, das zwischen zwei Welten steht: Krypton und Kansas. Gunn macht daraus keinen Halbgott, sondern einen Mann mit echter Identitätskrise.


.SUPERMAN ALS SPIEGEL UNSERER ZEIT – RELEVANZ UND AKZEPTANZ.

Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger will Gunn keine Welt retten, sondern eine Figur verstehen. Der erste Trailer (und Gunns Kommentare dazu) deuten auf einen Clark Kent hin, der um seinen Platz in der Welt ringt – und gerade dadurch relevant wird. In einem Statement zur Ausrichtung des neuen DC-Universums sagte Gunn 2022 aus der Social-Media-Plattform Threads:

„Ein Superman, der freundlich ist. Und ehrlich. Und kämpft, obwohl er nicht muss.“

In einer Zeit, in der Selbstoptimierung, moralische Überforderung und gesellschaftliche Spaltung allgegenwärtig sind, könnte ein Held, der gut sein will, aber lernen muss, wie, erstaunlich zeitgemäß wirken.


.UND JETZT? – HOFFNUNG STATT ZYNISMUS.

Was können wir als von James Gunn und „seinem“ Superman erwarten? Vielleicht kein Superman, der perfekt ist. Aber einer, der uns erinnert, warum es manchmal reicht, gut sein zu wollen. Gunn verspricht keinen neuen Mythos. Er gibt einem alten ein neues Gesicht – mit emotionalen Ecken und zweifelnden Kanten – und einem echten Herz unter dem blauen Anzug und roten Cape. Endlich ist Schwäche keine Schwäche mehr, sondern ein entscheidender Plotpoint. James Gunn macht aus Superman keinen dunklen Rächer, keinen glatten Posterboy – sondern etwas viel Wichtigeres: eine Figur, mit der wir fühlen können.



OriginaltitelSuperman
Produktionsland/-jahrUSA 2025
Laufzeit129 min
GenreAction, Abenteuer, Science-Fiction
RegieJames Gunn
DrehbuchJerry Siegel, Joe Shuster, James Gunn
KameraHenry Braham
Kino11. Juli 2025
Home Entertainment
VerleihWarner Bros. Pictures Germany

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