COYOTES | „Grillabend“ im falschen Revier

Irgendwo in den Hollywood Hills während der Waldbrandsaison: Eine Familie lebt ihr Leben und landet plötzlich auf der Speisekarte extrem aufgewühlter Kojoten – die zugleich für den treffenden Namen COYOTES verantwortlich sind. Der Film setzt auf bewährte Genre-Zutaten. Der Film will kein großes Horrorstatement sein, sondern ein geradliniger Survival-Trip mit B-Movie-Charme. Und genau so sollte man ihn auch schauen.

.INHALT.

Verheerende Waldbrände wüten in Kalifornien. Durch die plötzliche Gefahr aufgeschreckt verlaufen sich zunehmend wilde Tiere auf der Suche nach Schutz auf den Grundstücken der Villen in den Hollywood Hills. Die Teenagerin Chloe (Mila Harris) entdeckt mehrere Kojoten im Garten und ruft panisch ihre Eltern Scott (Justin Long) und Liv (Kate Bosworth) herbei. Der Familienvater will sie verscheuchen, muss aber schnell feststellen, dass die wolfsähnlichen Raubtiere nicht nur erstaunlich groß, sondern offenbar auch extrem aggressiv sind. Vorsichtshalber verschanzen sich die drei im Haus. Doch verschlossene Türen und Fenster sind offenbar kein wirksames Hindernis für die blutrünstigen Biester und es geht schnell um Leben und Tod – wobei Hilfe von den wegen der zahlreichen Brände schon komplett überlasteten Sicherheitskräften vorerst nicht zu erwarten ist…

©️ DCM

.KRITIK.

Meist reicht blick aufs Cover einer DVD und man weiß ganz genau, was man bekommt. COYOTES gehört definitiv in diese Kategorie. Hier wird nicht subtil angedeutet, hier wird gebissen, gejagt und geschrien – und das aus voller Überzeugung.

Die Prämisse ist so herrlich simpel wie vertraut: dort wo die Reichen und Schönen wohnen, bahnt sich ein Waldbrand unaufhaltsam den Weg durch die Siedlungen und wäre das nicht schon schlimm genug, spielt die Tierwelt – allen voran ein Haufen extrem schlechtgelaunter Coyoten – verrückt. Den die pelzigen Raubtiere meiden eigentlich den Menschen, doch sie scheinen durch den Geruch von verbrannten Holz plötzlich an BBQ zu denken und fangen an, die Bewohner abzuschlachten. Tja und mittendrin steckt eine Familie, die eigentlich nur in Ruhe ihr Leben leben will. Vieles erinnert an die gute alte Creature-Feature-Filme, irgendwo zwischen mitreißendem Home-Invasion-Thriller (meist ein freundlicher Mann mit Maske und Messer, der dich einfach nicht leiden kann) und den zahllosen Direct-to-Video-Tierhorrorfilmen, die nachts auf Spartensendern laufen und dich bei deinem Kampf gegen die Schlaflosigkeit helfen. Nur dass hier statt Haien, Krokodilen oder Riesenspinnen eben Kojoten das Problem sind.

Ist das alles logisch? Nicht immer.
Ist das realistisch? Eher selten.
Ist es unterhaltsam? Tatsächlich: ja.

Coyotes funktioniert vor allem dann, wenn er gar nicht erst versucht, mehr zu sein als er ist. Die Angriffe der Vierbeiner sind roh, teilweise überraschend ruppig inszeniert, und der Film hat ein gewisses Gespür für Tempo. Wenn das Chaos einmal losbricht, zieht er das immerhin konsequent durch. Man spürt, dass hier niemand Shakespeare adaptieren – sondern einen geradlinigen Survival-Horror abliefern wollte. Das mag jetzt im Kern nicht das ganz große Kino sein, aber die unfreiwillige Komik im brutalen Kontext hat mich dann doch sehr erheitert.

Doch man merkt auch schnell, dass der Film an seine Grenzen stößt. Die Figuren bleiben eher Schablonen (wenngleich man mit Justin Long und Kate Bosworth keine Unbekannten hier in die Hauptrollen gesetzt hat), Dialoge wirken gelegentlich wie aus dem „Klischee-Baukasten für trashige Horrorstreifen“, und auch die Spannung lässt manchmal zu wünschen übrig. Gerade in ruhigeren Momenten fällt auf, dass das Drehbuch nicht besonders viel Tiefe anbietet. Aber ganz ehrlich: Wer Coyotes schaut, sucht vermutlich keine psychologische Charakterstudie.

Was der Film allerdings richtig gut macht, ist sein Bewusstsein für das eigene Genre. Er nimmt sich ernst genug, um den rohen und mitunter sehr brutalen Horror genug Raum zur Entfaltung zu lassen, aber nicht so ernst, dass man als Zuschauer die Augen verdreht. Das erinnert ein bisschen an diese 80er oder späten 90er- und frühen 2000er-Tierhorrorfilme, die irgendwo zwischen B-Movie und „Guilty Pleasure“ pendeln – keine cineastischen Offenbarungen, aber absolut brauchbar für einen spaßigen Abend.

.FAZIT.

Coyotes funktioniert als trashiger Survival-Horror mit Creature-Elementen und erfüllt damit genau das, was man von ihm erwartet: einfache Spannung, direkte Bedrohung und ein paar ruppige Momente. Ein spaßiges B-Movie-Vergnügung, das zum Lachen, Erschrecken und Dramatisieren einlädt.



OriginaltitelCoyotes
Produktionsland/-jahrUSA 2025
Laufzeit91 min
GenreDrama, Komödie, Horror
RegieColin Minihan
DrehbuchTad Daggerhart, Nick Simon
KameraBradley Stuckel
Kino
Home Entertainment13. Februar 2026
VerleihDCM

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